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Verschärft Peking seine Exportbeschränkungen bei kritischen Rohstoffen, drohen vielen Unternehmen in Deutschland, die solche Rohstoffe beziehen, massive Produktionsprobleme. Das zeigt eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Sechs von zehn Unternehmen, die kritische Rohstoffe direkt oder indirekt benötigen, befürchten Produktionsstopps oder Verzögerungen, sollte China seine Beschränkungen bei kritischen Rohstoffen wie Seltene Erden, Lithium oder Gallium ausweiten. 88 Prozent rechnen mit höheren Beschaffungskosten, 71 Prozent mit Lieferengpässen, vier von zehn droht der Verlust von Kunden. Das zeigt eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter rund 900 Unternehmen.

Schlüsselindustrien besonders betroffen

Am stärksten betroffen sind die Metall- und Elektroindustrie sowie der Fahrzeugbau. Im Verarbeitenden Gewerbe bezieht knapp jedes fünfte Unternehmen kritische Rohstoffe direkt oder indirekt, in der Metall- und Elektroindustrie sogar mehr als jedes vierte.

Frühere IW-Befragungen zeigen, dass neun von zehn Industrieunternehmen bereits Maßnahmen zur Risikobegrenzung, vor allem durch mehr Materialeffizienz, langfristige Lieferverträge und eine breitere Aufstellung bei Lieferanten, betreiben. Viele Unternehmen wären jetzt bereit, Abhängigkeiten weiter zu reduzieren – auch wenn das kostet: 41 Prozent würden Rohstoffe aus sicheren Quellen außerhalb Chinas selbst bei spürbaren Kostensteigerungen beziehen, weitere 42 Prozent zumindest bei geringfügigen Mehrkosten.

Europa muss Abhängigkeiten schneller abbauen

Mit dem Critical Raw Materials Act will die Europäische Union zwar kritische Rohstoffe stärker selbst fördern, verarbeiten und recyceln. Bislang geht das aber nur langsam voran: Genehmigungen dauern Jahre, alternative Bezugsquellen sind begrenzt.

„China nutzt seine Rohstoffmacht strategisch. Vor allem die Metall-, Elektro- und Autoindustrie ist verwundbar: Lieferausfälle können schnell in Produktionsprobleme umschlagen oder die Existenz ganzer Betriebe gefährden“, sagt IW-Ökonomin Adriana Neligan. Unternehmen seien bereit, sich durch Diversifizierung, Lagerhaltung, Substitution und Recycling abzusichern und dafür auch etwas zu zahlen. „Aber die Politik muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass eine bessere Absicherung überhaupt möglich wird“, so Neligan. Dazu zähle die Förderung des Bergbaus kritischer Metalle ebenso wie die Stärkung des Recyclings.

Zur Methodik: Die Auswertung beruht auf dem IW-Zukunftspanel, einer regelmäßigen repräsentativen Befragung von Industrieunternehmen und industrienahen Dienstleistern. An der 53. Welle vom 09.02.2026 bis 13.04.2026 nahmen rund 900 Unternehmen teil. 138 von ihnen gaben an, direkt oder indirekt kritische Rohstoffe zu beziehen; sie bilden die Basis für die Fragen zu Risiken, Folgen und Anpassungsstrategien. Die Ergebnisse sind nach Branche und Unternehmensgröße gewichtet (Anzahlgewichte gemäß amtlichem Unternehmensregister) und repräsentativ für die betrachtete Grundgesamtheit.

0811 IW Kritische Rohstoffe aus China neu 

>>> PDF herunterladen: IW-Trends 2/2026 - Vierteljahresschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung Jahrgang 53 Kritische Rohstoffe: Unternehmensbetroffenheit, Versorgungsrisiken und AnpassungsstrategienIW-Trends 2/2026 - Vierteljahresschrift zur empirischen Wirtschaftsforschung Jahrgang 53 Kritische Rohstoffe: Unternehmensbetroffenheit, Versorgungsrisiken und Anpassungsstrategien

Quelle: www.iwkoeln.de

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