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Marktbericht

Der Markt für FE-Metalle 2016/2017

Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl (WV-Stahl) erzeugten die deutschen Stahlwerke im vergangenen Jahr rund 42,1 Mio. Tonnen Rohstahl gegenüber 42,7 Mio. Tonnen im Jahr 2015. Die Produktion sank leicht um 1,4 Prozent bzw. knapp 600.000 Tonnen. Die Kapazitätsauslastung blieb mit 86 Prozent nahezu unverändert gegenüber der Auslastung 2015.

0-0-grafik1Die Elektrostahlproduktion lag mit 12,6 Mio. Tonnen um moderate 26.000 Tonnen bzw. 0,2 Prozent unter der Menge des Jahres 2015 und war damit stabil. Ihr Anteil an der Gesamtproduktion verbesserte sich von 29,6 Prozent im Jahr 2015 auf 29,9 Prozent im vergangenen Jahr. Dies dürfte vor allem auf die zunehmende Bautätigkeit in Deutschland und den Nachbarländern zurückzuführen sein, die nicht zuletzt von einem günstigen Zinsumfeld profitierte. Der Produktionsausstoß der integrierten Hüttenwerke lag mit 29,5 Mio. Tonnen um knapp 2 Prozent unter der 2015 erzeugten Menge. Hochofenzustellungen bei der Dillinger Hütte und den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) haben im abgelaufenen Jahr die Stahlmengenbilanz negativ beeinflusst. Alleine bei HKM sind in der Zeit der Zustellung von September bis Mitte Januar rund 1 Mio. Tonnen weniger Stahl erzeugt worden.

Der Bundesverband der Deutschen Gießereiindustrie (bdguss) meldete mit 3,9 Mio. Tonnen eine um rund 3 Prozent bzw. gut 120.000 Tonnen niedrigere Produktion als 2015. Im Jahresverlauf war die Auslastung der Unternehmen sehr unterschiedlich. Nach wie vor leiden beispielsweise große Teile des deutschen Maschi-nenbaus unter den Sanktionen gegen Russland und mit ihnen die Zulieferer. Die weggebrochenen Märkte in den GUS-Ländern haben daher bei einigen Gießereien deutliche Spuren hinterlassen. Die Zulieferer für die Automobilindustrie oder die Windkraftindustrie hatten dagegen weniger zu klagen.

Schrottverbrauch in Deutschland leicht rückläufig

Die deutschen Stahlwerke setzten nach Angaben der WV-Stahl mit 18 Mio. Tonnen rund 3 Prozent weniger Schrotte ein als 2015. Der Verbrauch der Nichtmitglieder wurde zum Teil geschätzt. Die Stahlhersteller kauften 13,8 Mio. Tonnen Schrott vom Handel und damit 3,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Gießereien kauften nach Angaben des bdguss mit 3,3 Mio. Tonnen rund 120.000 Tonnen weniger als 2015, während die Stahlwerke den Schrottzukauf vom Handel um etwa 530.000 Tonnen reduzierten. Den verminderten Inlandsverbrauch konnte der deutsche Schrotthandel nahezu über die verbesserten Ausfuhrmöglichkeiten ausgleichen. Die Exportmengen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,1 Prozent bzw. über 400.000 Tonnen auf 8,5 Mio. Tonnen. Dadurch lag die versendete Menge (Zukauf der inländischen Verbraucher ergänzt um die Exporte) nur um knapp 1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Versandmenge bereinigt um die Importe stellt den Versand aus dem Inlandsaufkommen dar. Da im vergangenen Jahr 8,1 Prozent bzw. rund 380.000 Tonnen weniger Schrott als 2015 eingeführt wurden, lag die Versandmenge erfreulicherweise um 141.000 Tonnen über der Menge des Jahres 2015.

Schrottmarkt – Preis- und Mengenentwicklung 2016

0-0-grafik2Vielfältig waren die Einflüsse, die für die Beurteilung der Schrottmarktentwicklung des vergangenen Jahres entscheidend gewesen sind. Dazu gehörten sowohl konjunkturelle als auch strukturelle, juristische und politische Faktoren. Die von der WV-Stahl für 2016 prognostizierte stabile Produktion hat sich als realistisch erwiesen, allerdings waren die Bewegungen innerhalb des Schrottmarktes im Laufe des Jahres recht heftig.

Der Januar gab wenig Anlass zur Freude und ging nahtlos in eine Katerstimmung im Februar über. Die Preise fielen auf das niedrigste Niveau des gesamten Jahres, wobei sich bereits Mitte des Monats mit der traditionell beginnenden Frühjahrsbelebung eine Trendwende ankündigte. Die Aussichten wurden im März freundlicher, der Bedarf höher und die Preise begannen zu steigen, insbesondere weil sich starke Veränderungen im chinesischen Markt andeuteten.

Darüber hinaus drangen vermehrt Meldungen in den Markt, türkische Stahlproduzenten sähen den Zukauf der im Preis deutlich steigenden chinesischen Knüppel immer kritischer und wollten stattdessen mehr Rohstahl auf der Basis von Schrott produzieren. Der April war sodann mit turbulent gut beschrieben. Die plötzlich deutlich steigende Schrottnachfrage sowohl im deut-schen als auch im internationalen Markt führte im Inlandsmarkt zu einem Preisaufschlag von € 30 und im internationalen Markt von US-$ 85/t CFR Türkei. Dennoch konnten nicht alle Werke mit den gewünschten Mengen versorgt werden, da die steigenden Preise weniger die Angebotsmengen vermehrten als die Spekulation antrieben.

Neben den Schrottpreisen kletterten die Preise für australischen Feinerz (62% Fe) auf einen Spitzenwert von US-$ 65/t C&F China und für Kokskohle FOB Australien auf US-$ 100/t. Im Nachhinein betrachtet, war dieser sprunghafte Anstieg eher spekulativ als von einer entsprechend hohen Nachfrage gedeckt, aber in der allgemeinen Euphorie wurden Marktsignale übersehen.

0-0-grafik3Türkische Abnehmer waren Anfang Mai bereit, einen Spitzenpreis von US-$ 320 pro Tonne CFR Türkei für die Standardsorte HMS 1/2 (80:20) aus der EU zu bezahlen (vgl. hierzu Grafik 3). Ihre Auftragslage und die fehlende Möglichkeit, auf chinesische Knüppelimporte zurückgreifen zu können, beeinflusste ihr Marktverhalten. Wegen des steilen Preisanstiegs und der sehr guten Versorgung zogen sich die türkischen Abnehmer ab dem 4. Mai für 35 Tage vom Exportmarkt zurück. Sie taten dies auch, um den aufgewühlten Markt zu beruhigen. Vor dem Hintergrund einer deutlichen Marktbelebung begannen in Deutschland die Maiverhandlungen vielversprechend mit Preiserhöhungen von € 60 – 70 pro Tonne.

Dieser Preisaufschlag war jedoch nur für sehr wenige Anbieter und nur in einem sehr kleinen Zeitfenster erreichbar, da die Verbraucher sofort auf das Ausbleiben der türkischen Mitbewerber reagierten. Sie deuteten einen geringeren Bedarf an, den sie zu deutlich geringeren Zuschlägen als am Monatsanfang einzudecken beabsichtigten. Da zudem die werkseigenen Schrottversorger teilweise Lagermengen auflösten, verschärfte sich der Druck im Handelsmarkt. Viele Händler blieben mit unverkauften teuren Beständen zurück. Zu der Ratlosigkeit im Mai hinsichtlich des Marktgeschehens gesellte sich im Juni die bittere Erkenntnis, dass die Blase so schnell geplatzt war, wie sie sich gebildet hatte. Viele Händler hatten zudem nicht die Möglichkeit, das Absacken der Preise im Beschaffungsmarkt zu spiegeln. Zurück blieb beim Schrotthandel ein hohes Maß an Verunsicherung.

Die deutschen Verbraucher konnten sich im Juni dagegen über einen hohen Schrottzulauf zu Preisen unterhalb des Aprilniveaus freuen. Während aber die Werke ihre Stahlverkaufspreise und damit die Margen erhöhten, gelang dies im Schrotthandel nicht in einem betriebswirtschaftlich notwendigen Maß. Durch das im Frühjahr bereits spürbare Ausbleiben chinesischer Knüppellieferungen in die Türkei wurde den türki-schen Schrottabnehmern ein wichtiges Argument entzogen, mit dem sie gerne die Schrottlieferanten unter Druck setzen. Die Aussagen, bei abweichenden Preisvorstellungen der Marktpartner auf chinesische Knüppel zurückgreifen zu wollen, relativierte sich deutlich. Durch die schnell steigende Stahlnachfrage in China ausgelöst von Konjunkturprogrammen der Regierung sowie verschiedenen Umweltschutzmaßnahmen, verabschiedeten sich chinesische Knüppelexporteure nahezu komplett vom Exportgeschäft.

Darauf reagierten jedoch die türkischen Schrottabnehmer sehr geschickt, indem sie häufig verdeckt Schrott im internationalen Markt beschafften. Auf diese Weise gelang es ihnen, die Preise in den Sommermonaten auf einem relativ niedrigen Niveau stabil zu halten. Im Juli fielen die Preise sogar auf einen Tiefstand.

0-0-grafik4Der Grund für die in diesem Bericht vorgenommene Verflechtung des inländischen Marktgeschehens mit dem türkischen resultiert aus der Tatsache, dass die EU (28) im Jahr 2016 insgesamt 10,650 Mio. Tonnen Schrott in die Türkei lieferte und damit einen Lieferanteil von über 61 Prozent erreichte. Damit war die EU mit Abstand der wichtigste türkische Schrotthandelspartner, wobei die Türkei im Jahr 2015 genau wie 2016 der größte Schrottimporteur der Welt blieb. Zum Vergleich lag der Anteil der EU an den türkischen Schrottimportmengen des Jahres 2015 bei 48,8 Prozent bzw. 7,937 Mio. t. Die EU-Länder konnten ihre Mengenlieferungen um rund 2,7 Mio. t erhöhen.

Die vom Handel erhoffte Herbstbelebung glich eher einem Rohrkrepierer. Der Schrotthandel sah sich im September seiner Preiseuphorien beraubt, als die Stahlwerke trotz ihrer guten Nachfrage, die Schrottpreise, statt im gewünschten Umfang zu erhöhen, gegenüber August nochmals leicht zurücknahmen. Der daraufhin einsetzenden Lieferverweigerung des Handels am Monatsanfang folgte zur Monatsmitte eine erhöhte Lieferbereitschaft. Die Verbraucher nutzen das Verhalten, um bei Teilen des Schrotthandels weitere Zugeständnisse durchzusetzen. Während offizielle Stellen permanent von einer konjunkturellen Erholung sprachen, konnte die Schrottwirtschaft diese Aussagen auf Grund des tatsächli-chen Marktgeschehens nicht nachvollziehen, unter anderem weil wegen der Höhe desNeuschrottaufkom-mens ein Aufschwung nicht erkennbar war.

Ab Oktober wurde der Markt jedoch freundlicher und die Schrottwirtschaft vom hohen Bedarf der Werke überrascht. Dennoch konnten die Verbraucher nochmals Preisreduzierungen durchsetzen, was aber offen-sichtlich nicht den tatsächlichen Marktgegebenheiten entsprach, denn Werke, die nicht bereit waren, marktgerechtere Preise zu zahlen, waren nicht ausreichend versorgt. Die Niedrigwasserprobleme deutscher Wasserstraßen, die sich insbesondere auf dem Rhein bis März 2017 hinzogen, belasteten Lieferanten und Abnehmer. Betroffene Werke konnten nur verzögert beliefert werden und die Transporte verteuer-ten sich nicht unerheblich. Zur aufgehellten Stimmung trugen auch die italienischen Stahlhersteller bei, denn sie verkauften im Oktober große Mengen nach Algerien und den türkischen Herstellern gelang es, als Anbieter im Fernen Osten Fuß zu fassen und einen Teil des bisherigen chinesischen Absatzgebietes zu erobern.

Der Schrottbedarf stieg entsprechend. Gleichzeitig stiegen die Kokskohlepreise auf rund US-$ 250/t und die Erzpreise auf knapp US-$ 60/t. Ende Oktober folgten die Schrottpreise und führten im November im Inland zu einem Aufschlag von bis zu € 40/t und US-$ 40/t im Tiefseemarkt. Der Preis für Kokskohle erreichte am 18.11.2016 mit US-$ 310 pro Tonne sein höchstes Niveau und die Erzpreise lagen bei US-$ 75 pro Tonne. Ein entscheidender Grund für diese Entwicklung waren die enormen Umweltprobleme in China, denen die Regierung in Peking entgegenwirken wollte. Sie ordnete unter anderem die Drosselung der Produktionstage für die Koksproduktion von 330 auf 276 pro Jahr an, so dass die Stahlerzeuger auf Importkohle umsteigen mussten und die Preise bei den australischen Hauptlieferanten nach oben trieb. Eine positive Folge der chinesischen Umweltpolitik und der steigenden Preise war die Rückbesinnung der Stahlerzeuger auf den Schrott als Eisenträger. Die integrierten Hüttenwerke erhöhten sowohl in China als auch in Europa den Schrottanteil zu Lasten des Roheiseneinsatzes. Die Elektrostahlwerke begannen kostengünstiger als die integrierten Werke zu produzieren und erlangten ihre alte Wettbewerbsfähigkeit zurück.

Ein fester Schrottmarkt im Dezember bildete den Jahresabschluss, weil bei guter Nachfrage der Abnehmer die Lieferbereitschaft des Handels zum einen traditionell gedämpft und zum anderen wegen der nach An-sicht des Handels nicht nachvollziehbaren Preispolitik der Abnehmer zurückhaltend war. Währenddessen konzentrierten die türkischen Werke ihre Kaufbemühungen auf den europäischen Markt. Obwohl die Stimmung im Handel aufhellte, wuchs unter den Marktteilnehmern das Unbehagen hinsichtlich der Auswirkungen der zahlreichen geopolitischen Konflikte wie in der Türkei, dem Nahen Osten, in Südostasien oder Amerika. Es handelt sich in allen Fällen um Länder und Regionen, die für den Schrottmarkt eine hohe strategische Bedeutung haben.

Analyse

Das Durchschnittspreisniveau 2016 ist um knapp 12 Prozent gegenüber 2015 gefallen. Der Durchschnitts-preis der Sorte E2 auf Basis des von der BDSV in Düsseldorf monatlich veröffentlichten Preises ab Station fiel von € 190 pro Tonne auf € 168 pro Tonne. Da während des gesamten Jahres eine latente Altschrottunterversorgung vorlag, überstiegen die Preise auf der vorgenannten Grundlage für die Sorten E3 und E40 zum Teil den der Sorte E2 bzw. entsprachen ihm (vgl. Grafik 2). Im Februar hatten die Preise ihren Jahrestiefpunkt erreicht. Sie stiegen, hier beispielhaft für die Sorte E3, bis Mai um knapp 60 Prozent bzw. rund € 93 auf den Spitzenwert 2016 in Höhe von € 227 pro Tonne. Danach sackte er um knapp 32 Prozent bzw. € 72 auf etwa € 156 im Juli ab, bis er sich im Dezember wieder auf rund € 198 erholte.

Außenhandel

0-0-tabelle1Die vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2016 weisen Deutschland weiterhin als Schrottnettoexporteur aus. Ausgeführt wurden rund 8,5 Mio. Tonnen und eingeführt rund 4,3 Mio. Tonnen, mit einem positiven Saldo von 4,3 Mio. Tonnen. Eine deutliche Mengenverschiebung gab es im Osthandel. Die für die Versorgung der ostdeutschen Verbraucher wichtigen polnischen Importmengen sanken um über 14 Prozent. Durch die gute Stahlnachfrage in Polen brauchten die Werke verstärkt Schrott. Insbesondere seit der zweiten Jahreshälfte 2016 und angepassten marktgerechten Preisen sinken die polnischen Ausfuhren. Der gleiche Trend war zum Jahresende bei den Lieferungen aus Tschechien zu beobachten.

0-0-tabelle2Der deutsche Schrotthandel steigerte seine Ausfuhrmengen im vergangenen Jahr um 5 Prozent gegenüber 2015. Die wichtigsten Abnehmer saßen in den Tiefseehäfen der Niederlande und Belgiens. In diese Länder wurden Schrotte in Höhe von 1,9 Mio. Tonnen (+10,5 Prozent) bzw. 1,4 Mio. Tonnen Schrotte (+23,7 Prozent) geliefert. Die wichtigsten Direktabnehmer deutscher Schrotte saßen in Italien. Sie nahmen knapp 1,5 Mio. Tonnen bzw. etwa 14 Prozent mehr Schrotte ab als 2015. Positiv entwickelte sich die Nachfrage in Luxemburg. Deutsche Händler steigerten ihre Liefermenge um 5,2 Prozent. Die innereuropäischen Lieferungen stiegen um 2,1 Prozent und erreichten einen Anteil an den Gesamtausfuhren von 87 Prozent. Die direkten Lieferungen in die Türkei stiegen um rund 175.000 Tonnen. Erfreulich entwickelten sich die Exporte nach Indien und Pakistan.

Schlussbemerkungen

Die Marktentwicklung des vergangenen Jahres erforderte von den Teilnehmern viel Flexibilität und Ent-scheidungsfreude. Der Erfolg von Ein- und Verkaufsentscheidungen hing in hohem Maße vom richtig gewählten Zeitpunkt ab. Die vielfältigen äußeren Einflüsse, allen voran die verschiedenen geopolitischen Konflikte, verunsicherten die Entscheidungsträger. Zudem hat die nach wie vor angespannte Liquidität der meisten Marktteilnehmer gezeigt, dass die Lagerhaltungsfunktion der Branche ihre frühere Bedeutung eingebüßt hat.

Der enorme Wettbewerbsdruck verstärkte die Konsolidierung und die Branchenkonzentration. Der eigentlich notwendige Abbau von Aufbereitungskapazitäten hat noch nicht in dem notwendigen Umfang stattgefunden. Folglich waren viele Aggregate unterdurchschnittlich ausgelastet. Die Beschaffung von Vormaterial angesichts der rückläufigen Altschrottmengen war keineswegs konfliktfrei und relativ kostenintensiv. Die Preiskurve für Shredderschrott in Grafik 2 verdeutlicht die Entwicklung. Ins Straucheln und damit in den Fokus der Öffentlichkeit waren einige der Branchenriesen geraten. Hilfe gab es oder wird von chinesischen Investoren erwartet. Welche Auswirkungen das chinesische Interesse an der deutschen Recycling-branche haben wird, bleibt abzuwarten. Stärker als in den vergangenen Jahren drängten werkseigene Handelsgesellschaften in den Beschaffungs- und Absatzmarkt. Die Tendenz einiger Produktionsbetriebe, die eigene Rohstoffbewirtschaftung an Dritte zu vergeben, spült eine spezielle gewöhnungsbedürftige Form von Mitbewerbern in den Markt. Neben der ständigen Beobachtung des Wettbewerbs bedarf es einer situationsbezogenen Anpassung der eigenen Marktstrategie auf der Basis kaufmännischer Prinzipien.

Seit dem vierten Quartal 2016 konnte der Handel wieder durchatmen. Für Deutschland ist ein Wirtschafts-wachstum von 1,5 - 2 Prozent prognostiziert. Ebenso beurteilen andere Länder die zu erwartende Marktentwicklung recht optimistisch. Angesichts der steigenden Nachfrage und der verbesserten Auftragslage der Abnehmer sind zudem die Erwartungen für das Jahr 2017 positiv. Bei konstanten geopolitischen Rah-menbedingungen ist zumindest für das 1. Halbjahr 2017 mit einer national und international hohen Schrott-nachfrage und einem moderaten Schrottaufkommen zu rechnen. In den USA werden der Elektroofenanteil und mit ihm der Schrotteinsatz steigen und im Mittleren Osten sehen Produzenten den Schrott durchaus als eine interessante Alternative zum Eisenschwamm an. Die Schrottnachfrage wird weltweit steigen, denn der Sekundärrohstoff Schrott ist einerseits gegenüber den anderen konkurrierenden Rohstoffen kostengünstiger geworden und er weist andererseits eine positive Umweltbilanz auf. Die mittelständisch geprägte Schrottwirtschaft muss daher, neben einer verbesserten Schrottaufbereitung, die sich bietenden Exportmöglichkeiten nutzen, um die Stellung im Markt zu festigen.

 

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