Eine Delegation aus Mittelamerika hat mehrere Unternehmen der Hörger-Gruppe besucht, darunter die RIGDON GmbH in Günzburg sowie das Biomasse-Heizkraftwerk in Herbrechtingen. Beide Betriebe gehören zur WRZ Hörger GmbH & Co. KG mit Sitz in Sontheim an der Brenz und stehen bespielhaft für mittelständische Lösungen in den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Energie.
Die rund 20 Teilnehmenden aus Honduras, El Salvador, und Guatemala vertreten Unternehmen, staatliche Institutionen und Handelskammern. Ziel der Reise ist es, Lösungen kennenzulernen, die sich auf ihre Heimatländer übertragen lassen – insbesondere in Abfallmanagement, Recycling und Energiegewinnung. In vielen Regionen Zentralamerikas werden Abfälle bislang überwiegend deponiert, entsprechend groß ist das Interesse an alternativen Verfahren und damit auch Potenzial für Kooperationen mit deutschen Anbietern.
Bei RIGDON erhielt die Delegation Einblicke in die Runderneuerung von Reifen als ressourcenschonende Alternative zur Neuproduktion. Neben technischen Aspekten stand vor allem die Marktperspektive im Fokus: In vielen Ländern ist die Akzeptanz runderneuerter Reifen noch begrenzt, zugleich wächst das Interesse an kosteneffizienten und nachhaltigen Lösungen. Geschäftsführer Günter Ihle verwies darauf, dass runderneuerte Reifen alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen. In der Luftfahrt sind sie seit Langem etabliert und werden bis zu 12-mal wiederverwendet.
Darüber hinaus bestand Interesse am Import von Reifen sowie an der Übertragung deutscher Standards auf internationale Märkte. Runderneuerte Reifen kommen nicht nur bei Pkw, sondern auch bei Nutzfahrzeugen und Baumaschinen zum Einsatz. So setzt auch die Hörger-Gruppe selbst bei Ihrer Fahrzeugflotte auf runderneuerte Pneus.
Im Anschluss besuchte die Delegation das Biomasse-Heizkraftwerk in Herbrechtingen – eine der größten Anlagen dieser Art in Süddeutschland. Hier informierten sich die Teilnehmenden über die energetische Nutzung von Holzabfällen zur Erzeugung CO2-neutraler Energie. Die Anlage verdeutlicht, wie Reststoffe regional effizient genutzt und in bestehende Energiesysteme integriert werden können. Ein Ansatz, der auch international zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Das Fazit der Delegation um Organisatorin Angie Dröber vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) – Geschäftsbereich International fiel entsprechend positiv aus. Hervorgehoben wurden insbesondere die technischen Lösungen, die nachhaltige Ausrichtung der Betriebe sowie die Möglichkeiten zur internationalen Zusammenarbeit.
Bilder und Beitrag: Jennifer Scholz (WRZ Hörger GmbH & Co. KG)