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Verpackungsabfälle bleiben ein Kernproblem der Kreislaufwirtschaft. Trotz verbesserter Sammel- und Sortiersysteme scheitert ein erheblicher Teil des Recyclingpotenzials weiterhin an der zuverlässigen Identifizierung von Materialien im Prozess.

Hier setzen unsichtbare Barcodes, auch digitale Wasserzeichen genannt, an. Sie sollen Verpackungen mit maschinenlesbaren Informationen ausstatten, die für das menschliche Auge unsichtbar bleiben, von Sortieranlagen aber auch unter industriellen Bedingungen erkannt werden können.

Am 26. März 2025 zeigte der „Impack’t Day“ im südfranzösischen Pertuis, wie weit die Technologie inzwischen ist. Die von Pellenc Selective Technologies und GS1 Europe organisierte Veranstaltung brachte rund 60 Fachleute aus der Recyclingwertschöpfungskette zusammen und setzte auf Live-Demonstrationen unter realen Sortierbedingungen.

Technisch basieren digitale Wasserzeichen auf minimalen, im Druckbild oder Substrat integrierten Modulationen. Spezielle Kameras und Auswertungsalgorithmen können diese Signale in Echtzeit dekodieren, selbst bei zerknitterten oder verschmutzten Verpackungen. Erfasst werden können dabei nicht nur grundlegende Produktinformationen, sondern auch Materialzusammensetzung, Recyclinghinweise und Chargendaten.

Besonders relevant ist die Technologie für flexible Kunststoffverpackungen. Folien, Beutel und Tüten gehören zu den schwersten Fällen im Sortierprozess, weil sie sich mit herkömmlicher Technik nur unzureichend erfassen lassen. Genau hier könnte die neue Identifikationstechnik die Ausschleusung in geeignete Recyclingströme verbessern.

Der fachliche Konsens auf dem Impack’t Day war dennoch nüchtern: Die technische Machbarkeit allein reicht nicht aus. Entscheidend sind offene Standards, Interoperabilität und die Einbindung aller Akteure entlang der Kette – von Markeninhabern und Druckereien bis zu Sortieranlagenbetreibern und Recyclern.

Auch regulatorisch gewinnt das Thema an Relevanz. Mit der europäischen Verpackungsverordnung und weiteren Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft steigt der Druck, Verpackungen besser rückverfolgbar und sortierbar zu machen. Unsichtbare Barcodes könnten dafür eine wichtige Dateninfrastruktur liefern.

Offen bleiben Fragen zu Kosten, Standardisierung und Datennutzung. Klar ist aber: Die Technologie entwickelt sich von der Pilotphase in Richtung industrieller Anwendung und könnte insbesondere bei schwer recycelbaren Kunststoffverpackungen zum strategischen Baustein werden.

Quelle: 

PELLENC SELECTIVE TECHNOLOGIES
125 Rue François Gernelle BP 124 | 84124 Pertuis Cedex 4, France
Tel: +33 (0)4 90 09 47 90 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. |

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