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Starker Preisverfall auf Rohölmarkt

Im November sank der HWWI-Rohstoffpreisindex im Vergleich zum Oktober kräftig, nachdem er in den beiden Vormonaten gestiegen war.

Der HWWI-Gesamtindex fiel um 12,6 % (in Euro: -11,7 %) und notiert damit bei 124,7 Punkten (in Euro: 121,7 Punkten). Damit liegt der Gesamtindex um 7,1 % (in Euro: + 10,5 %) höher als vor einem Jahr.

Am stärksten fiel der Teilindex für Energierohstoffe. Er verbilligte sich um 13,9 % (in Euro: -13,0 %), dabei verzeichnete Rohöl einen besonders starken Preisverfall und fiel um 18,5 % (in Euro: -17,7 %).

Bei den Industrierohstoffen konnte der negative Preistrend im November nicht gestoppt werden. Im November sank der Index für Industrierohstoffe um 1,0 % (in Euro: ±0,0 %). Damit fiel der Preisrückgang bei den Industrierohstoffen stärker als im Vormonat aus. Der Index ohne Energie fiel um 1,4 % (in Euro: -0,4 %) auf 106,8 Punkte (in Euro: 104,4 Punkte). Im November belasten weiter die Befürchtungen über eine schwächere Weltkonjunktur die Rohstoffmärkte. Vor allem der Handelskonflikt zwischen den USA und China dämpft die Erwartungen und damit die Nachfrage nach Rohstoffen.

Index für Energierohstoffe: -13,9 % (in Euro: -13,0 %)

Im November ist der Rohölpreis im Monatsdurchschnitt um 18,5 % (in Euro: -17,7 %) auf 62,66 US-Dollar (in Euro: 55,12) pro Barrel gegenüber dem Vormonat gefallen. Damit lag der Preis für Rohöl im November um 4,2 % (in Euro: +7,6 %) über dem Niveau vor einem Jahr. Am 05. November 2018 traten die angekündigten US-amerikanischen Sanktionen gegen den Iran in Kraft.

Ziel des US-amerikanischen Präsidenten Trump ist es, den Rohölexport des Iran wesentlich zu erschweren und so die Einnahmen aus dem Rohölgeschäft für den Iran entscheidend zu senken. Von der zweiten Stufe der Sanktionen sind neben der rohölverarbeitenden Industrie auch der Finanzsektor und die Rohölexportindustrie betroffen.

Jedoch erhielten acht Länder vorübergehend Ausnahmen für den Import von iranischem Rohöl von der US-amerikanischen Regierung eingeräumt: Griechenland, Italien, China, Indien, Japan, Südkorea, die Türkei und der Irak. Diese Länder zählen zu den Hauptabnehmern von Rohöl aus dem Iran und haben jedoch bereits begonnen, ihre iranischen Rohölimporte drastisch zu reduzieren. Trotz der angebotsbeschränkenden US-amerikanischen Sanktionen fielen die Preise für Rohöl im November, da die OPEC und verbündete Nicht-OPEC-Länder zusammen mit Russland („OPEC+“) die angestrebte Förderquote erfüllten und weiterhin die USA auf Rekordniveau Rohöl fördern. Die Konjunkturerwartungen sinken vor dem Hintergrund der protektionistischen Handelspolitik der USA. Vor allem der Konflikt mit China ließ die Rohölpreise im November deutlich sinken.

Am 07. Dezember 2018 vereinbarte die OPEC zusammen mit Russland und den weiteren angeschlossenen Staaten, die Fördermenge von Rohöl ab Januar 2019 um 1,2 Millionen Barrel pro Tag zu verringern. Dabei plant Saudi-Arabien eine Reduktion der Rohölförderung von 500.000 Barrel pro Tag und Russland wird die Produktion um 130.000 Barrel pro Tag drosseln.

Der Iran, ein Mitglied der OPEC, wurde aufgrund der US-amerikanischen Sanktionen von den Produktionskürzungen ausgenommen. Das Angebot könnte weiterhin durch den Austritt Katars aus der OPEC verringert werden, da der Rückzug von Katar selbst mit einer verstärkten Fokussierung auf das Erdgasgeschäft begründet wurde. Da Katar nur ein relativ kleiner Anbieter von Rohöl ist und im Rahmen seines Austritts angekündigte, seinen Rohölexport zu erhöhen, ist es fraglich, wie sich der am 03. Dezember 2018 bekannt gewordene Rückzug Katars aus dem Angebotskartell auf die Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt auswirken wird. 

Die Preise der drei im Index gelisteten Referenzsorten sanken wie folgt im November: Die Rohölsorte Dubai verbilligte sich im Monatsdurchschnitt um 17,9 % (in Euro: -17,1 %) gegenüber dem Vormonat. Der Preis der europäischen Rohölsorte Brent fiel im Monatsdurchschnitt um 17,9 % (in Euro: -17,1 %), und der Preis für US-amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 18,5 % (in Euro: -17,7 %) im Monatsdurchschnitt. Der Preisverfall von WTI war damit der größte der drei Rohölsorten, wobei die Preise von WTI in den vergangenen Monaten die geringsten Wachstumsraten erzielten. Weiterhin ist WTI die einzige der drei Rohölsorten, welche mit minus 0,2 % (in Euro: +3,0 %) leicht unter dem Preisniveau des Novembers des Vorjahres liegt.

Im November stieg der Erdgaspreis im Monatsdurchschnitt um 8,8 % (in Euro: +9,9 %). Nachdem sich europäisches Erdgas im September und Oktober verteuert hatte, fiel es mit 7,5 % (in Euro: -6,6 %) im November recht deutlich. Dagegen stieg der Preis für US-amerikanisches Erdgas mit 28,0 % (in Euro: 29,3 %). Der Preisanstieg war dabei noch höher als im Oktober dieses Jahres. Weiterhin sind geringe Erdgaslagerbestände und die Befürchtung eines Engpasses in der Erdgasversorgung bei einem Kälteeinbruch innerhalb der bevorstehenden Wintersaison 2018/19 Gründe für den starken Preisanstieg von US-amerikanischem Erdgas. US-amerikanische Erdgaspreise von über 4 US-Dollar pro British thermal unit konnten zuletzt für wenige Tage im Januar in diesem Jahr und davor im November 2014 beobachtet werden. Kohle verbilligte sich im Monatsdurchschnitt um 6,3 % (in Euro: -5,3 %). Insgesamt fiel der Index für Energierohstoffe um 13,9 % (in Euro: -13,0 %) auf 127,6 Punkte (in Euro: 124,5 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: -1,0 % (in Euro: ±0,0 %)

Der Index für Industrierohstoffe ist untergliedert in die Teilindizes: Agrarische Rohstoffe, NE-Metalle und Eisenerz sowie Stahlschrott. Der Index für agrarische Rohstoffe fiel um 2,6 % (in Euro: -1,6 %). Kautschuk verbilligte sich im November besonders deutlich und fiel mit 6,6 % (in Euro: -5,7 %). Eine geringere chinesische Nachfrage bei gleichzeitigem Überangebot am Weltmarkt ließ den Preis für Kautschuk fallen.

Der Index der NE-Metalle fiel ebenfalls. NE-Metalle verbilligten sich im November im Monatsdurchschnitt um 3,0 % (in Euro: -2,1 %). Dabei entwickelten sich die Preise im Monatsdurchschnitt für die im Index gelisteten NE-Metalle vor allem negativ. Am stärksten fiel der Preis für Nickel mit 8,6 % (in Euro: -7,7 %). Die angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China bei gleichzeitig hohem Angebot, vor allem aus Indonesien und den Philippinen, sorgten für diesen starken Preisverfall. Der Aluminiumpreis gab am zweitstärksten nach und fiel um 4,5 % (in Euro: -3,5 %). Zink verbilligte sich um 2,8 % (in Euro: -1,8 %). Der Bleipreis fiel um 2,1 % (in Euro: -1,1 %).

Die geringsten Preisveränderungen konnten für Zinn beobachtet werden. Der Zinnpreis bewegte sich auf dem Niveau des Vormonats mit einer Veränderung von 0,0 % (in Euro: +1,0 %). Der Index für Eisenerz und Stahlschrott setzte seine Aufwärtsbewegung wiederholt fort und stieg im Monatsdurchschnitt erneut um 3,5 % (in Euro: +4,6 %). Insgesamt sank der Index für Industrierohstoffe leicht um 1,0 % (in Euro: ±0,0 %) auf 118,7 Punkte (in Euro: 116,0 Punkte).

Quelle: hwwi.org

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