Mit dem „Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2026“ wurde bereits zum 4. Mal seit 2018 eine aktuelle und umfassende datenbasierte Bestandsaufnahme der deutschen Kreislaufwirtschaftsbranche veröffentlicht. Der bvse hat diesen gemeinsam mit 14 weiteren führenden Branchenverbänden und der IFAT / Messe München als Mitauftraggeber unterstützt.
Der Bericht zeigt: Die deutsche Kreislaufwirtschaft spielt eine zentrale Rolle für Entsorgungssicherheit, Rohstoffversorgung, Wertschöpfung und Umweltinfrastruktur in Deutschland.
Die Branche verfügt über eine leistungsfähige, hoch technisierte Infrastruktur und ist operativ belastbar. Gleichzeitig stehen Investitionsfähigkeit, Innovationsdynamik und wirtschaftliche Stabilität unter Druck. Volatile Sekundärrohstoffmärkte, steigende Energie- und Betriebskosten sowie wachsende regulatorische Anforderungen belasten zentrale Segmente der Branche.
Neben den funktionierenden Systemen der Abfallerfassung und -behandlung hängt der tatsächliche Wiedereinsatz von Materialien in hochwertigen Anwendungen von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab, darunter Produktgestaltung, Materialqualitäten, Marktnachfrage nach Sekundärrohstoffen sowie rechtliche Vorgaben. Technische Möglichkeiten bilden hierfür eine wichtige Grundlage, entfalten ihre Wirkung jedoch nur im Zusammenspiel mit geeigneten Markt- und Rahmenbedingungen.
bvse-Präsident Henry Forster und bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock:
Die Recycling- und Entsorgungsbranche präsentiert sich 2026 fachlich, technisch und strategisch hervorragend aufgestellt, doch die wirtschaftliche Lage ist sehr angespannt. Das überrascht niemanden, denn sie spiegelt die allgemeine konjunkturelle Situation wider.
Insbesondere das Kunststoff- und Textilrecycling, aber auch das Glasrecycling stehen unter erheblichem Druck. Wir laufen Gefahr wertvolle Sammel- und Recyclingstrukturen zu verlieren. Deswegen ist es jetzt wichtig, sich für eine starke Kreislaufwirtschaft als Garant für Rohstoffsicherheit, Klimaschutz und nachhaltige Wertschöpfung einzusetzen.
Die Branche ist bereit, Innovationen voranzutreiben und Verantwortung zu übernehmen. Dafür braucht sie verlässliche Rahmenbedingungen, Planungssicherheit, Vertrauen und einen engen Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik.
Circular Economy: Akzeptanz, Märkte und Rahmenbedingungen entscheiden
Der Statusbericht identifiziert wesentliche Herausforderungen und Handlungsfelder für die Weiterentwicklung der Circular Economy:
- Akzeptanz und Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sind entscheidend für den Erfolg von Sammel- und Trennsystemen.
- Getrennte Erfassung bleibt die Grundlage hochwertiger Recyclingprozesse, stößt aber in der Praxis auf strukturelle Grenzen.
- Sekundärrohstoffmärkte sind volatil; Preis- und Wettbewerbsnachteile gegenüber Primärrohstoffen hemmen Investitionen.
- Planungs- und Investitionssicherheit fehlt, insbesondere durch lange Genehmigungsverfahren und wechselnde regulatorische Vorgaben.
- Öffentliche Beschaffung wird ihrem Potenzial als Markttreiber für Recyclingprodukte bislang nicht gerecht.
- Technologische Innovationen sind vorhanden, müssen jedoch konsequenter skaliert und in Deutschland gehalten werden.
Den Statusbericht hat Prognos zusammen mit INFA, INZIN, TafelmitKollegen und Breer visuelle Kommunikation für 15 Verbände der deutschen Kreislaufwirtschaft und die IFAT erstellt.
Er basiert auf einer umfassenden Analyse der rechtlichen, ökonomischen und technologischen Rahmenbedingungen der deutschen Kreislaufwirtschaft. Der Bericht bündelt die Perspektiven der größten Kreislaufwirtschaftsverbände und ordnet aktuelle Entwicklungen auf nationaler und europäischer Ebene ein.
Auftraggeber
ASA, BDE, BDSAV, BDSV, Baustoff Recycling Bayern, BVA, bvse, DGAW, FEhS, InwesD, ITAD, VDM, VDMA, VHI, VKU, IFAT
Links und Downloads
Zum Statusbericht 2026 (PDF)
Zur Zusammenfassung (PDF)
Weitere Informationen auf der Statusbericht-Seite