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Wie gelingt der Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft? Antworten auf diese Frage lieferten die Referentinnen und Referenten am 26. Juni beim 2. Forum der Kreislaufwirtschaft in Bonn.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Kreislaufwirtschaftsstrategie des Landes Nordrhein-Westfalen, die Zukunft des Textilrecyclings sowie die Auswirkungen der CO₂-Bepreisung auf die Abfallwirtschaft. Für den bvse hielt Marwin Gedenk, kommissarischer Vorsitzender des bvse-Fachverbands Textilrecycling, einen Vortrag zum Thema „Sammlung, Sortierung, Faser – Grundlagen eines funktionierenden Textilrecyclings“.

Darin machte Gedenk deutlich, dass leistungsfähige Sammel- und Sortierstrukturen die unverzichtbare Grundlage einer nachhaltigen Textilkreislaufwirtschaft sind, die Finanzierung dieses erfolgreichen Systems allerdings an seine Grenzen stößt. Er beleuchtete die aktuellen Herausforderungen der Alttextilerfassung – von steigenden Sammelkosten, sinkenden Qualitäten und Personalmangel bis hin zu Verunreinigungen und Diebstahl. Darüber hinaus zeigte er auf, welche hohen Anforderungen das mechanische und insbesondere das chemische Faserrecycling an die Sortierung stellen und welche Herausforderungen sich durch Mischfasern und immer komplexere Textilkonstruktionen ergeben.

Sein Fazit: Eine funktionierende Circular Economy im Textilbereich braucht eine gezielte Förderung der Sammlung, der Sortierung und des Recyclings – insbesondere des Faserrecyclings – sowie einen deutlich stärkeren Einsatz von Post-Consumer-Fasern in neuen Textilien. Nur wenn die gesamte Wertschöpfungskette konsequent auf Kreislauffähigkeit ausgerichtet wird, lassen sich hochwertige Stoffkreisläufe dauerhaft schließen.

Den fachlichen Austausch nutzten auch Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse, sowie Thomas Fischer, bvse-bvse-Fachreferent für Textilrecycling und Geschäftsführer der QUBA GmbH.

Eric Rehbock zog ein positives Fazit der Veranstaltung: „Das 2. Forum der Kreislaufwirtschaft hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der offene Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft ist. Mein herzlicher Dank gilt den Veranstaltern – insbesondere der IHK Bonn/Rhein-Sieg, der Hündgen Entsorgungs GmbH & Co. KG und weiteren Partnern – für ein hervorragend organisiertes Forum mit hochkarätigen Fachbeiträgen und wertvollen Impulsen für die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft“.

Eric Rehbock: Nachhaltige Beschaffung muss kompromisslos zur Pflicht werden!

Im Rahmen der Veranstaltung nutzte Eric Rehbock zudem das Gespräch mit Paul Höller, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, um die Position des bvse zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie zu verdeutlichen. Dabei kritisierte er insbesondere die unzureichenden Regelungen im Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung. Er forderte auf, dieses Handlungsfeld gemeinsam mit dem mit dem bvse für das Land Nordrhein-Westfalen besser und deutlich ambitionierter auszugestalten. "Nachhaltige Beschaffung muss kompromisslos zur Pflicht werden!“ machte Rehbock deutlich.

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