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Rohstoffwende für Deutschland soll eingeleitet werden

Die beiden Metallrecyclingunternehmen Scholz und TSR haben sich am vergangenen Mittwoch für eine "Rohstoffwende" für Deutschland ausgesprochen. Sie schließen sich damit einer Forderung des bvse vom März 2017 und der Mittelstandsallianz an und haben eigene Vorschläge unterbreitet.

Der bvse hatte 2017 in einem Präsidiumsbeschluss deutlich gemacht, dass Deutschland eine umfassende Rohstoffwende durch mehr Ressourcenschonung, Recycling und eine effiziente Sekundärrohstoffwirtschaft einleiten müsse.

„Gerade mittelständische Unternehmen können dazu mit ihrem Know-how einen wichtigen Beitrag leisten“, betonte Reiling im März 2017. Das könne nur gelingen, so Reiling, wenn der Einsatz von Sekundärrohstoffen in der gewerblichen und industriellen Produktion forciert werde. Es sei daher in allen relevanten Bereichen zu prüfen, ob Sekundärrohstoffe eingesetzt werden können.

Der Einsatz von Sekundärrohstoffen schone natürliche Ressourcen, spare Energie und verringere den CO2-Ausstoß. Aber auch die Verwendung von Recyclingprodukten liegt im Fokus des Recyclingverbandes. Der bvse wies darauf hin, dass im Straßen- oder im Haus- und Gebäudebau, beim Handwerk, der Industrie oder der Verwaltung qualitativ ausgezeichnete Recyclingprodukte mit den vielfältigsten Verwendungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

„Trotzdem gibt es immer noch eine zu große Zurückhaltung öffentlicher wie privater Auftraggeber, Recyclingprodukte einzusetzen. Die öffentliche Hand sollte bei ihren Auftragsvergaben daher mit gutem Beispiel voran gehen und die Diskriminierung der Verwendung von Recyclingprodukten, beispielsweise in Ausschreibungen, ausschließen“, so die immer noch aktuelle Forderung von bvse-Präsident Bernhard Reiling.

Auch nach Auffassung der beiden Metallrecycler Scholz und TSR müsse die Rohstoffwende jetzt dringend eingeleitet werden. Die Unternehmen formulieren zur konkreten Umsetzung mehrere Forderungen.

Trotz hoher Sammelquoten werde in Deutschland zu wenig recycelt. Schätzungsweise weniger als ein Fünftel der Rohstoffe in der deutschen Industrie kommt aus wiederverwertetem Material, heißt es in einem am 7. November in Berlin veröffentlichten gemeinsamen Positionspapier beider Unternehmen. Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen müsse außerdem schon bei der Produktentwicklung berücksichtigt werden. Deshalb solle zwingend die Ökodesign-Richtlinie angepasst werden. Die Politik wird aufgefordert, einen „Nationalen Rat für Recycling“ zu schaffen. Dieser soll dazu beitragen, die enormen Umweltschutz-Potenziale durch verstärktes Recycling zu heben.

„Wir müssen als führende Industrienation mehr Verantwortung für die Umwelt übernehmen und mit knapper werdenden Rohstoffen sinnvoller haushalten. Das geht nur mit effektivem Recycling und einer konsequenten Kreislaufwirtschaft“, sagte Dr. Klaus Hauschulte, Geschäftsführer der Scholz Recycling GmbH. Vor allem weil die deutsche Industrie zu großen Teilen von Rohstoffimporten abhängig ist – bei Metallen sogar zu 100 Prozent. „Allein deshalb müssen wir einmal zu uns gelangte Rohstoffe im Land halten und sie wiederverwerten“, fügte Dr. Hauschulte hinzu.

Es müsse außerdem eine engere Verzahnung von Industrie, Wissenschaft und der Recyclingbranche geben. Daher solle ein "runder Tisch" gegründet werden, an dem alle Akteure gemeinsam nachhaltige Lösungen ausarbeiten und der als wichtiges Beratergremium für den Nationalen Rat Recycling verstanden werden sollte. So könne eine "engere Rohstoffpartnerschaft" zwischen Industrie und Recyclingunternehmen gebildet werden, denn trotz hoher Recyclingquoten würden zu wenig gesammelte Rohstoffe tatsächlich durch die Industrie wieder eingesetzt.

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