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Die Unternehmen cylib und Vianode wollen bei der Nutzung von recyceltem Graphit für die Batterieproduktion zusammenarbeiten.

Beide Firmen haben eine entsprechende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) unterzeichnet. Ziel ist es, die Rückgewinnung von Graphit aus Altbatterien stärker in die europäische Batteriewertschöpfungskette zu integrieren.

Nach Angaben der Unternehmen soll cylib künftig hochwertiges Graphitkonzentrat aus recycelten Batteriematerialien bereitstellen. Vianode will dieses Material für den Einsatz in Anoden von Lithium-Ionen-Batterien testen und weiterentwickeln. Zunächst sind Validierungen und Pilotprojekte vorgesehen. Eine spätere kommerzielle Zusammenarbeit steht unter dem Vorbehalt erfolgreicher Testergebnisse.

Im Mittelpunkt der Kooperation steht die von cylib entwickelte OLiC-Technologie (Optimized Lithium and Graphite Recovery). Mit diesem Verfahren sollen neben Lithium auch Graphit sowie weitere Batterierohstoffe wie Nickel, Kobalt und Mangan aus Altbatterien zurückgewonnen werden. Das Unternehmen gibt an, dabei Recyclingquoten von über 90 Prozent zu erreichen.

Die Partner sehen in der Zusammenarbeit einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Rohstoffversorgung. Insbesondere bei Graphit ist Europa derzeit in hohem Maße auf Importe angewiesen. Gleichzeitig wächst mit dem Hochlauf der Elektromobilität der Bedarf an Batterierohstoffen kontinuierlich. Die Rückgewinnung von Materialien aus gebrauchten Batterien gilt daher als wichtiger Baustein für eine widerstandsfähigere und ressourcenschonendere Batterieproduktion.

Graphit spielt in Lithium-Ionen-Batterien eine zentrale Rolle. Es wird vor allem für die Herstellung von Anoden benötigt und macht einen erheblichen Anteil der Batteriemasse aus. Während sich das Recycling von Metallen wie Nickel, Kobalt oder Lithium in den vergangenen Jahren stark entwickelt hat, steht die Rückgewinnung von Graphit bislang noch vergleichsweise am Anfang.

Vianode entwickelt und produziert synthetische Anodenmaterialien für die Batterieindustrie. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die CO₂-Emissionen seiner Produkte weiter zu reduzieren und sieht den Einsatz von recyceltem Graphit als wichtigen Schritt auf diesem Weg.

Sollten die technischen und wirtschaftlichen Bewertungen positiv ausfallen, wollen beide Unternehmen Verhandlungen über eine langfristige Liefervereinbarung aufnehmen. Die Kooperation könnte damit zu einem weiteren Beispiel für den Aufbau geschlossener Materialkreisläufe in der europäischen Batterieindustrie werden.

Vor dem Hintergrund der europäischen Batterieverordnung gewinnt die Rückgewinnung von Batterierohstoffen zunehmend an Bedeutung. Die Verordnung sieht künftig Mindestanteile bestimmter recycelter Materialien in neuen Batterien vor. Gleichzeitig soll die europäische Industrie unabhängiger von Rohstoffimporten werden und die Klimabilanz der Batterieproduktion verbessern.

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