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Der Insolvenzverwalter der Schrott Wetzel Ost GmbH aus Elstertrebnitz, Rechtsanwalt Thomas Jacobs (Leipzig), hat den ersten von vier Recyclinghöfen verkauft. Erwerber ist der Recycling-Spezialist Bartscherer.

Das Unternehmen ist ein seit 1921 familiengeführter, erfolgreicher Entsorgungsfachbetrieb, der mit heute 250 Mitarbeitenden zu den bedeutenden Berliner Recyclingunternehmen gehört. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. In den Standort Vogelsdorf will Bartscherer nun einen mittleren einstelligen Millionenbetrag investieren. Dabei soll die Anlage in bestimmten Bereichen modernisiert werden.

Rechtsanwalt Thomas Jacobs, Partner in der bundesweit tätigen Kanzlei Brinkmann & Partner und vom Amtsgericht Leipzig bestellter Insolvenzverwalter über das Vermögen der Schrott Wetzel Ost GmbH, erklärt: „Es ist uns gelungen, den ersten von vier Standorten zu verkaufen. Auch für weitere Standorte werden derzeit konkrete Vertragsverhandlungen mit Interessenten geführt.“

Markus Lange, Geschäftsführender Gesellschafter von Bartscherer, sagt: „Der Standort Vogelsdorf bietet eine optimale logistische Ergänzung zu unserem jetzigen Standort in Berlin Reinickendorf und Potenzial für eine Weiterentwicklung des Unternehmens. Vogelsdorf liegt direkt am Berliner Ring, östlich an der Stadtgrenze und erleichtert die Erreichbarkeit der umliegenden Region. Das bedeutet eine deutliche Verkürzung der Strecken und somit eine signifikante Einsparung an Emissionen. Außerdem bietet die Region mit das größte Wachstumspotential durch die Nähe zum Flughafen BER.“

Bartscherer will seinen neuen Standort Vogelsdorf am 1. April 2026 schrittweise in Betrieb nehmen. Dazu sind anfangs zehn Arbeitsplätze vor Ort geplant. Überwiegend werden diese mit ehemaligen Mitarbeitenden von Schrott Wetzel besetzt. Für die Zukunft ist die Weiterentwicklung des Standortes mit weiteren Arbeitsplätzen vorgesehen. Zuerst muss der Altbestand an Schrottabfällen aus der Anlage abgebaut werden. Danach wird sukzessive ein Übergang zur Integration in die bestehenden Strukturen erfolgen. Am wichtigsten ist dafür die Änderung der Immissionsschutzrechtlichen Genehmigung. Geplant ist die Lagerung und Behandlung von Eisen- und Nichteisenschrotten, darüber hinaus sollen die Tätigkeiten des Unternehmens in der Altpapierentsorgung auf den Standort Vogelsdorf übertragen werden. Darüber hinaus werden alle anderen Sekundärrohstoffe (Holz, Schrott, Kunststoffe usw.) und Gewerbeabfälle gesammelt, behandelt und in den Wertstoffkreislauf zurückgegeben.

Bartscherer will weiter wachsen – Kritik an politischen Rahmenbedingungen

„Bartscherer will weiterhin im gesunden Maße wachsen und sich dabei zwischen Tradition und Innovation weiterentwickeln – so wie in den vergangenen 105 Jahren erfolgreich praktiziert. Denn Recycling bedeutet Nachhaltigkeit und ist ein elementarer Baustein für funktionierende Kreislaufwirtschaft“, sagt Martin Lange, ebenfalls Geschäftsführender Gesellschafter von Bartscherer. Allerdings gebe es auch starke politische Bremseffekte: „Die Recycling-Branche wird in der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie der Bundesregierung als ein Pfeiler zur Erreichung der klima- und umweltpolitischen Ziele genannt. Damit verbunden sind große Chancen für Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerb. Leider findet sich dieser abstrakte Ansatz nicht in der täglichen Arbeit eines Recyclingunternehmens wieder: Die Branche erstickt an einer unglaublichen Überregulierung und wird in ihrer Entwicklung durch behördliche Überwachung massiv behindert.“

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