"Es ist höchste Zeit, Verwaltungen und Behörden an praxisgerechtere Ansätze heranzuführen, damit wertvolle Ressourcen in Zukunft nicht ungenutzt bleiben", erklärte der Beauftragte für Bürokratieabbau der Bayerischen Staatsregierung Walter Nussel, MdL.
Mit dem Ziel, die Akzeptanz von Ersatzbaustoffen durch ein bundesweit einheitliches System der Prüfung, Überwachung und Zertifizierung zu steigern, haben der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) und der Deutsche Abbruchverband (DA) eine neue Bundesgeschäftsstelle für die Qualitätssicherung von Baustoffen (bqse) ins Leben gerufen. Die Gründung der neuen Bundesgeschäftsstelle, die sich auch noch für weitere Gesellschafter offen zeigt, gab der Vorsitzende des bvse-Fachverbands Mineralik – Recycling und Verwertung, Jürgen Weber, am 07.02.2018 auf dem 5. bvse-Mineraliktag in Berchtesgaden bekannt. Spätestens Anfang 2019 soll die neue Gesellschaft, als GmbH oder als gemeinnützige gGmbH, ihre operative Tätigkeit aufnehmen.
Der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (SÖR) hat im letzten Jahr angekündigt, künftig Recyclingbaustoffe für den Straßenbau zuzulassen. Aus diesem Grund wurde für die Mitarbeiter eigens ein Handlungsleitfaden zur sicheren Prüfungsanwendung erarbeitet. Diese Trendwende setzte der Technische Werkleiter der SÖR, Marco Daume, als Konsequenz auf die positiven Erfahrungen mit Recyclingmaterial in einem erfolgreichen Straßenbau-Pilotprojekt im Nürnberger Hafen mit der ortsansässigen Durmin Entsorgung und Logistik GmbH. Ein guter Erfolg für die Akzeptanz von RC-Baustoffen und ein erster Türöffner für weitere kommunale Auftragsvergaben, hofft das Bauschuttrecyclingunternehmen Durmin und weist in einem Interview mit bvse.de auf die vielen Vorteile von qualitätsgesichertem RC-Material hin.
Der gemeinsam koordinierte Branchentreffpunkt der Verbände Baustoff Recycling Bayern e.V. und bvse-Fachverband Mineralik – Recycling und Verwertung findet in diesem Jahr am 6. und 7. Februar in Berchtesgaden statt.
Der Abbau an natürlichen mineralischen Ressourcen geht mit dem anhaltenden Bauboom langsam in die Knie. In NRW gibt es im Straßenbau bereits Engpässe bei der Lieferung von Splitt und Schotter. „Es wird höchste Zeit, dass hochwertige Recyclingbaustoffe endlich einen festen Platz in allen öffentlichen Ausschreibungsunterlagen und bei den Auftragsvergaben erhalten“, fordert bvse-Geschäftsführer Stefan Schmidmeyer.
Im Rahmen der diesjährigen bvse-Jahrestagung im September führte der Fachverband Mineralik – Recycling und Verwertung seine turnusgemäßen Wahlen durch. Dabei wurde das bewährte Führungsgremium mit Jürgen Weber (Fa. Moosleitner, Saaldorf) als Vorsitzender und Michael von Malottky (Fa. Dörner, Hamburg) als Stellvertretender Vorsitzender einstimmig in seiner Funktion bestätigt.
Als Ergebnis eines erfolgreich verlaufenen Pilotprojektes soll künftig der Einsatz von Recyclingbaustoffen für den Straßenbau grundsätzlich möglich sein. In einem Interview erläutert der Technische Werkleiter Marco Daume die Entscheidung des Servicebetriebs Öffentlicher Raum Nürnberg (SÖR).
„Wir warnen davor, die Mantelverordnung auf die lange Bank zu schieben. Die Beratungen sind auf einem guten Weg. Eine Verabschiedung noch in dieser Legislaturperiode ist sinnvoll und möglich“, betonen der bvse-Fachverband Mineralik – Recycling und Verwertung und der Baustoff Recycling Bayern e.V. in einer gemeinsamen Erklärung. Sie reagieren damit auf Stimmen aus dem parlamentarischen Raum, die die Verabschiedung der Mantelverordnung erst nach der Bundestagswahl im September wieder in Angriff nehmen wollen.
Der Ländervergleich Japan-Deutschland zeigt: Der Umgang mit Bau- und Abbruchabfällen hat in beiden Ländern hohe Priorität. Jedoch zeigen sich sowohl in der weiteren Behandlung als auch in den Gesetzesvorlagen unterschiedliche Fokussierungen.