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Bild zeigt: Zu viele Fremdstoffe, wie Plastiktüten und Glas, gelangen in die Biomülltonnen. Dies ist für die Wiederverwertung problematisch. Beispiel einer Stichprobe von Biogut aus der häuslichen Biomüllsammlung im Kreis Ludwigsburg. (Quelle: Bertram Kehres, BGK)

Zielwert von maximal einem Prozent Fremdstoff im Biomüll nicht erreicht

Die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg und BGK Bundesgütegemeinschaft Kompost haben in den vergangenen Monaten in zwei baden-württembergischen Kreisen Bioabfälle untersucht und nun die Untersuchungsergebnisse veröffentlicht.

Ziel war, das Trennverhalten von Bürgerinnen und Bürgern zu analysieren, um die neuen Methodenvorschriften für die Qualitätskontrolle von Biomüll zur Feststellung der Sortenreinheit von Bioabfällen (Gebietsanalyse) zu überprüfen.Die Reinheit ist wichtig, um Bioabfall künftig als wertvolle Ressource für die Erzeugung von Qualitätsprodukten wie Kompost und Gärprodukte nutzen zu können.

Untersucht wurde im städtisch geprägten Kreis Ludwigsburg der Inhalt von 325 Biotonnen und im ländlichen Schwarzwald-Baar-Kreis von 479 Tonnen. Die Sortierdisziplin der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist bei der Getrenntsammlung von Bioabfällen gut bis sehr gut. Der von der Bundesgütegemeinschaft Kompost empfohlene Zielwert von maximal 1 Prozent Fremdstoffen wurde in keinem Gebiet erreicht.

Konstante Sammelqualität – Punktquellen für Verunreinigungen

Die Bürgerinnen und Bürger liefern zu 70 Prozent konstante Sammelqualitäten – im Guten wie im Schlechten. Fremdstoffe wurden im Wesentlichen über einzelne besonders verunreinigte Biotonneninhalte eingetragen. Dies wurde durch die wiederholte Begutachtung der gleichen Tonnenstellplätze festgestellt. Eine weit verbreitete Problematik ist die Nutzung von nicht geeigneten Müllbeuteln. Besonders problematisch ist die Entsorgung von Restmüll.

Qualitätssteigerung erforderlich

Vor dem Hintergrund der künftig schärferen Grenzwerte ist eine deutliche Qualitätssteigerung erforderlich, um den Zielwert von maximal 1 Prozent Fremdstoffe zu erreichen. Aus diesem Grund empfiehlt die BGK, eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit, wenn dieser Wert nicht eingehalten wird. Gehalte von über 3 Prozent Fremdstoffen wurden in beiden Landkreisen in Siedlungen mit Mehrfamilienhäusern festgestellt, weniger als 1 Prozent wurde in keinem Gebiet erreicht.

Fachbroschüre

Die gesamten Ergebnisse der Untersuchungen sind in der LUBW Fachbroschüre „Sortenreinheit von Bioabfällen – Datenerhebung am Beispiel zweier öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger in Baden-Württemberg“ dargestellt. Diese kann kostenfrei auf der verlinkten Webseite als PDF-Dokument heruntergeladen werden. Die Studie wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energie Baden-Württemberg sowie der BGK finanziert. Mit der Analyse beauftragt war das Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie. Die Methodenvorschrift Gebietsanalyse der BGK ist unter https://www.kompost.de/de/publikationen/themenpositionenmethoden/methoden/  abrufbar.

Hintergrundinformation

Entsorgung von Küchenabfällen: lose, Zeitung oder Papierbeutel

Der beste Weg Biomüll aus der Küche zu entsorgen ist, ihn entweder lose in die Tonne zu füllen oder in Zeitungspapier einzuschlagen. Diese kostengünstige und umweltschonende Variante wurde im Kreis Ludwigsburg lediglich bei 21 Prozent der entsorgten küchenstämmigen Abfälle angewandt, im Schwarzwald-Baar-Kreis waren es 30 Prozent.

Die restlichen Bioabfälle aus der Küche werden in Beuteln aus Papier oder aus biologisch abbaubaren oder nicht abbaubaren Kunststoffen gesammelt, die als Inlet in den Vorsortierbehältern in der Küche verwendet werden. Die Vorsortierbehälter sollen so sauber gehalten werden. Beutel aus Papier sind dabei grundsätzlich gestattet. Herkömmliche Kunststoffbeutel sind nicht gestattet. Sie sind Fremdstoffe, die in der Kompostierung nichts zu suchen haben.

Kompostierbare Biobeutel: häufig genutzt, aber nicht immer zugelassen

Kompostierbare Biobeutel können eine Alternative sein. Allerdings sind Biobeutel von vielen Kommunen nicht in der Biotonne zugelassen, so auch in den beiden untersuchten Kreisen. Grund ist, dass der Biomüll in den entsprechenden Verwertungsanlagen eine kurze Verweildauer hat und sich in dieser Zeit die Biobeutel nicht abbauen können. Dennoch machte diese Gruppe über ein Drittel der verwendeten Beutel in der Untersuchung aus. Die Bürgerinnen und Bürger sollten sich bei ihrem Abfallwirtschaftsbetrieb erkundigen, ob kompostierbare Biobeutel für die Sammlung von Biomüll erlaubt sind.

Quelle: www.lubw.baden-wuerttemberg.de

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