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Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft

Der heute in Berlin veröffentlichte „Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft 2018“ informiert Politik und Wirtschaft, Medien und die interessierte Fachöffentlichkeit über derzeitige und künftige Aufgaben, Leistungen und Ziele der deutschen Kreislaufwirtschaft.

00 2018 Eric Rehbock"Im europäischen und internationalen Vergleich haben wir eine starke Recyclingindustrie in Deutschland. Das reicht aber nicht mehr", erklärte Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung,  anlässlich der Vorstellung des Statusberichts der deutschen Kreislaufwirtschaft in Berlin.

Für dieses Projekt haben sich neun Verbände zusammengeschlossen: BDE, bvse, BDSV, ITAD, PlasticsEurope, VDM, VDMA, VHI und VKU. Alle hier aufbereiteten und dargestellten Daten und Fakten ergeben somit ein umfassendes und abgestimmtes Bild der gesamten Branchentätigkeit.

Die Kreislaufwirtschaft erzielt in Deutschland aktuell einen Umsatz von etwa 76 Milliarden Euro (+ 1,1 % p. a.) und beschäftigt über 290.000 Erwerbstätige (+ 0,8 % p. a.). In der Kreislaufwirtschaft sind bundesweit heute genauso viele Personen beschäftigt wie in der Energiewirtschaft und fast viermal so viele Personen wie in der Wasser und Abwasserwirtschaft. Mit einer Bruttowertschöpfung von rund 21,5 Milliarden Euro (+ 3,4 % p. a.) ist die Branche zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor geworden.

"Dieser Erfolg ist jedoch nur denkbar mit einem starken Mittelstand. Der Mittelstand der Recycling- und Entsorgungsbranche organisiert gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort die Kreislaufwirtschaft", betonte Rehbock.

Die Kreislaufwirtschaft gehört zu den innovativen Wirtschaftsbranchen Deutschlands. Kontinuierliche Wachstumsraten resultieren aus einer ständigen Verbesserung der komplexen und technologisch hochwertigen Verwertungs- und Entsorgungsinfrastruktur und einer in erster Linie regional entstehenden Wertschöpfung.

bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock betont, dass dieser Erfolg nur als Gemeinschaftsleitung denkbar ist: "Der Mittelstand der Recycling- und Entsorgungsbranche organisiert gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort die Kreislaufwirtschaft." 

Die wirtschaftliche Bedeutung der Kreislaufwirtschaft nimmt seit Jahren stetig zu. Zunehmend spezialisierte Arbeitsteilungen, kontinuierlich steigende Standards für die Kreislaufführung von Rohstoffen und die dafür notwendige Entwicklung von Technologien liefern die Basis für eine dynamische Entwicklung der gesamten Branche.

Mit ihrem breit gefächerten Produktions- und Dienstleistungsspektrum nimmt die Kreislaufwirtschaft eine Schlüsselrolle für die vor Deutschland liegenden Zukunftsaufgaben ein. Der Beitrag der Kreislaufwirtschaft zum Klimaschutz, zur Schonung der natürlichen Ressourcen und zur Umsetzung der Energiewende resultiert dabei im Wesentlichen aus der Substituierung von Primärrohstoffen, der stofflichen und energetischen Verwertung von Abfällen und Wertstoffen sowie dem Einsatz von Sekundärrohstoffen.

Rehbock: "Abfälle sind für uns kein Müll. In Abfällen stecken wichtige Wertstoffe, wie Altpapier, Schrotte, Altkunststoffe, Metalle oder Glas. Wir sammeln die Abfälle und bereiten sie zu wertvollen (Sekundär-)Rohstoffen so auf, dass sie für die gewerbliche und industrielle Produktion genutzt werden können. Ohne Raubbau an der Natur. Das hilft Klima und Umwelt. So machen wir Zukunft nachhaltig!"

Möglich werden diese Leistungen durch hohe Investitionen in die Verbesserung der Standards, eine spezialisierte Arbeitsteilung sowie durch mehr als 270.000 qualifizierte und motivierte Beschäftigte auf allen Stufen der Wertschöpfung. Über 10.000 kommunale und private Unternehmen der Kreislaufwirtschaft übernehmen täglich die Verantwortung für die umweltgerechte Entsorgung und Verwertung von Restabfällen sowie die Gewinnung von Wertstoffen aus privaten Haushalten, Industrien und Gewerbe. Die Unternehmen sorgen so für eine zunehmende Kreislaufführung wertvoller Rohstoffe und eine geringer werdende Abhängigkeit von Importen. Gleichzeitig übernehmen sie auch die sichere und umweltgerechte Beseitigung der gefährlichen Abfälle.

Das Recycling von Abfällen ist der zentrale Bestandteil der Circular Economy, einer europaweiten Strategie, die darauf abzielt, über eine nachhaltige Produktionsweise von Gütern und die Kreislaufführung von Ressourcen das Wirtschaftswachstum zu erhöhen.

Für die Zukunft kommt es nach Meinung des bvse deshalb "stärker denn je" darauf an, robuste Märkte für Recyclingprodukte zu etablieren. Ohne ein hochwertiges Recycling können die Ziele der Kreislaufführung nicht erreicht werden. Dafür muss aber sichergestellt werden, dass der steigenden Menge an Rezyklaten auch ein gleichermaßen wachsender Absatzmarkt gegenübersteht, wird im Statusbericht Kreislaufwirtschaft festgestellt.

Rehbock: "Kreislaufwirtschaft braucht Märkte. Die öffentliche Hand viel stärker als bisher auf Recyclingprodukte setzen. Da fehlt die Entschlossenheit die notwendig ist. Bund und Länder könnten ihre enorme Nachfragemacht nutzen und durch ihre Vorreiterrolle einen entscheidenden Anstoß geben."

Statusbericht zum Herunterladen (17 MB)

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