Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

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Verwertung: Schadstoffe entsorgen – Rohstoffe sichern

Schadstoffentfrachtung und Demontage

Die erste Aufgabe des Recyclings besteht in der Sortierung des Elektronikschrotts nach Gerätegruppen und der anschließenden Bildung von Materialfraktionen. 

Die Schadstoffentfrachtung dient dazu, die schadstoffhaltigen Bauteile sachgerecht zu entfernen und nach den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zu entsorgen. Sie erfolgt in der Regel manuell. Die Lagerung der gefährlichen Stoffe wie z.B. Quecksilber, PCB-Kondensatoren oder FCKW aus Kühlgeräten und die Entsorgung der Stoffe folgt strengen abfallrechtlichen Vorschriften 

Die eigentliche Vordemontage bildet bei den meisten Elektro(nik)-Altgeräten den nächsten Verarbeitungsschritt. Die Demontage erfolgt gemäß der technischen Möglichkeiten der anschließenden maschinellen Weiterverarbeitung mit elektrischen und pneumatischen Werkzeugen. So werden bspw. Transformatoren und Lüfter, Gehäuse, Eisenrahmen oder Leiterplatten manuell fraktioniert. Einzelne Geräte, Baugruppen oder Bauteile, die noch funktionstüchtig sind oder bei denen eine Reparatur möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden zur Wieder- und Weiterverwendung separiert. Art und Grad der manuellen Demontage richten sich nach der Konstruktion der Geräte und nach den in den Baugruppen hauptsächlich verwendeten Materialien.

Besondere Anforderungen stellen z.B. Geräte der Medizintechnik. Zum Beispiel bei Röntgengeräten müssen die Vorschriften des Strahlenschutzes berücksichtigt werden. Auch der Rückbau von asbesthaltigen Nachtspeicherheizungen unterliegt strengen technischen Regeln. Recycling und Entsorgung solcher Geräte übernehmen daher spezialisierte Unternehmen. 

Schreddern und Trennen

Die Rückgewinnung von Eisen und Stahl sowie von Nicht-Eisen-Metall (NE) wie Kupfer und Aluminium hat als Sparte des Recyclings die wohl längste Tradition. Sortenreine Metallschrotte sparen in der Metallherstellung große Energie- und Rohstoffmengen ein. Die seit Jahrzehnten praktizierte Rückgewinnung von Schrotten aus den Abfallströmen gilt als Vorbild für das Konzept der Materialkreisläufe. Die Recyclingquote von Metallen im Elektronikschrottbereich liegt deutlich über 95%. 

Voraussetzung für das Metallrecycling ist, dass die Schrotte möglichst keine Beimischungen anderer Metalle enthalten, um die Qualität des recycelten Stahls nicht negativ zu beeinflussen. Zunächst wird der gemischte Schrott in einem Schredder zerkleinert bzw. aufgeschlossen. Der Grad der Zerkleinerung richtet sich dabei weitgehend nach der Beschaffenheit der Ausgangsgeräte. Während Wasch- und Spülmaschinen nur relativ grob geschreddert werden müssen, ist bei Baugruppen mit kleinteiligem Aufbau, wie etwa bestückten Chassis von Unterhaltungselektronik, eine feinere Zerkleinerung notwendig, um die enthaltenen Metalle anschließend sortieren zu können. 

Nach dem Schreddern befreit eine pneumatische Reinigung, die Windsichtung, das Material von leichten, nichtmetallischen Bestandteilen wie Kunststoffpartikeln, Lack- und Holzsplittern, Pappe und Textilmaterial. Eisen- und Stahlbestandteile werden anschließend mit Hilfe von Magneten aus dem Schreddermaterial ausgesondert. 

Höhere Anforderungen stellt die Separierung von NE-Metallen. Hier kommen Hochfrequenz-NE-Scheider zum Einsatz. Ein Magnetfeld sorgt dafür, dass manche Metalle stark, andere weniger stark abgestoßen werden. Wenn die Metallstücke über ein Förderband laufen, beschreiben sie je nach Material beim Herunterfallen vom Band unterschiedlich weite Bögen und können dadurch getrennt voneinander aufgefangen werden. Um eine genaue Trennung sicherzustellen, müssen die sortierten Metallstücke etwa gleich groß sein. Sie werden deshalb zuvor in rotierenden Siebtrommeln nach Größen klassiert. Edelmetallhaltige Verbundmaterialien werden in Metallhütten durch Elektrolyseverfahren voneinander getrennt.

 

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