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Marktbericht

Der Markt für Elektro- und Elektronikaltgeräte 2016/2017

Die Behandlungs- und Recyclinganlagen für Elektro(nik)-Altgeräte befinden sich weiterhin in einem schwierigen Marktumfeld. Wie die jährliche Umfrage des bvse ergab, blieben die Erfassungsmengen in vergangenen Geschäftsjahr zwar stabil, allerdings sind auch keine Impulse zur signifikanten Steigerungen der Sammelmengen erkennbar.

Dabei müsste gerade in der Sammlung mehr getan werden, denn die gesetzlich festgelegte ambitionierte Sammelquote von 65 Gew.%, im Verhältnis zum Gewicht der neu in Verkehr gebrachten Geräte greift bereits 2019. Mit heute nicht einmal 45 Gew.% wird das Ziel noch weit unterschritten.   

Die Entsorgung von Kleingeräten über die graue Tonne sowie die immer noch nicht geschlossenen Schlupflöcher in illegale Kanäle oder die Beraubung, wirken weiter negativ auf die Erfassungsquote. Ob die Rücknahme beim Handel dazu führt, dass die Verbraucher mehr Altgeräte abgeben bleibt abzuwarten. Immer schwieriger entwickelte sich im Laufe des Geschäftsjahres die Absetzbarkeit von Mischkunststoffen, da insbesondere China die Qualitätskriterien für den Import massiv hochgesetzt hat, dies wirkte negativ auf die Erlösseite. 

Insgesamt hat im Markt ein extremer Verdrängungswettbewerb eingesetzt. Einige Unternehmen sind bereits in die Insolvenz geraten, andere konnten diese nur durch Umstrukturierungen verhindern. Aktuelle Ausschreibungen heizen den hohen Konkurrenzdruck weiter an. In diesem Zusammenhang wird immer häufiger von unfairen Vertragsbedingungen berichtet, die sämtliche Risiken einseitig auf den Auftragnehmer abwälzen. Dabei wird ausgenutzt, dass sich die Aufbereitungsanlage, die natürlich an einer Auslastung ihrer Kapazitäten interessiert ist, in der vertraglich schwächeren Verhandlungsposition befindet.

Unfaire Leistungsbeschreibungen und Vertragsbedingungen tragen dazu bei, dass sich immer mehr kleine- und mittelständische Unternehmen aus dem Markt zurückziehen oder gar aufgeben müssen. In der Folge wird die Angebotsvielfalt auf Dauer eingeschränkt und eine oligopolistische Struktur weniger Großunternehmen bildet sich auf Entsorgerseite heraus. Dies kann langfristig nicht im Sinne der Produktverantwortlichen sein.  

Grundsätzlich fehle die Wahrnehmung dafür, dass es sich beim Elektronikschrottrecycling um eine Umweltdienstleistung handelt, die entsprechend honoriert werden sollte. Demgegenüber führt die Gesamtsituation eher dazu, dass Investitionen in Behandlungsverfahren ausbleiben, da unter den genannten Bedingungen die Investitionsfreude erlischt.

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