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Altholzmarkt 2016/2017

Im Geschäftsjahr 2016 waren die Altholzeingangsmengen ungewöhnlich hoch. Das Jahr startete mit milder Witterung, so dass es nicht zu dem von der Branche erhofften Lagerabbau kam. Darüber hinaus entwickelte sich die allgemeine Konjunktur positiv. Am Bau lief es weiter rund und die Konsumfreudigkeit wirkte sich steigernd auf Sperrmüllmengen und auf Altholz aus dem Logistikbereich aus.

Gleichzeitig verharrten die Verbrennungspreise für Abfälle zur Verwertung auf hohem Niveau. Dies führte automatisch zum Ausbau der Getrennthaltung sowie zu einer höheren Sortiertiefe, die die Behandlungsmengen ebenfalls steigern ließ. Insgesamt sind so die Erfassungsmengen für Altholz bei den bvse-Mitgliedsunternehmen im Vergleich zu 2015 nochmals um 4,0 % gestiegen. Das Jahr war insgesamt von einem hohen Mengenaufkommen und Schwierigkeiten beim Absatz der Hackschnitzel sowohl in der stofflichen wie auch in der energetischen Verwertung geprägt.

Die für die Abnehmer hervorragende Versorgungslage an Hackschnitzeln ließ die Qualitätsansprüche an das Material steigen. Das Verwertungsangebot wurde zusätzlich durch Importmengen verknappt. So konnten Kraftwerksbetreiber Druck auf den Markt aufbauen.

So gingen auch die bvse-Mitglieder noch mit hohen Lagermengen in den Winter 2016/2017. Mit einer längeren Kälteperiode, insbesondere im Januar 2017, kehrte sich die Lage um. Die Läger konnten geleert werden und auch die Eingangsmengen gingen durch eine eingeschränkte Bautätigkeit und weniger Anfall im Gewerbe saisonüblich zurück. Des Weiteren hatten die Engpässe bei den heimischen Verwertungswegen in 2016 dazu geführt, dass Kontingente im benachbarten Ausland gezeichnet wurden, die als zusätzliche Absatzwege genutzt werden.

Für das aktuelle Geschäftsjahr gehen die bvse-Mitglieder wieder von ansteigenden Erfassungsmengen bis zu 3 % gegenüber dem Vorjahr aus, da sich die Konjunkturdaten nicht ändern.

Als eine zentrale Aufgabe der kommenden Legislaturperiode, erachten die im Altholz tätigen bvse-Unternehmen die Weiterentwicklung der Altholzverordnung. Die aktuelle Altholzverord-nung verfügt über eine hervorragende Basis, in Fragen der Qualitätssicherung oder der Anpassung von Grenzwerten ist sie in Teilen aber in die Jahre gekommen, so Dr. Axel Knörr, Vorstandsmitglied im Fachverband Altholz im bvse. Veränderten Inhaltsstoffen, Materialzu-sammensetzungen und Materialbehandlungen muss aber langfristig Rechnung getragen werden.

Der bvse begrüßt daher ausdrücklich, dass auch im Bundesumweltministerium der Novellierungsbedarf gesehen wird und das Umweltbundesamt noch in diesem Jahr ein Forschungsvorhaben zur Überprüfung des Novellierungsbedarfs der Altholzverordnung angehen möchte.

Wie im Ressourceneffizienzprogramm der Bundesregierung vorgesehen, muss es auch bei der Weiterentwicklung des gesetzlichen Rahmens der Altholzverwertung darum gehen, die Kreislaufwirtschaft weiter auszubauen. Der Ausbau der Getrennthaltung zur Steigerung der Stoffströme sowie die Behandlung und Verwertung unter definierten und zu kontrollierenden Qualitätsvorgaben müssen dabei als wichtige Eckpfeiler aufgenommen werden.

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