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Der Kupfer- und Multimetallkonzern Aurubis ist mit einem Ergebnisrückgang, aber verbessertem Marktausblick in das Geschäftsjahr 2025/26 gestartet.

0205 aurubisGestiegene Metallpreise, eine robuste Nachfrage nach Kupferprodukten und Fortschritte bei strategischen Wachstumsprojekten veranlassen das Unternehmen, seine Jahresprognose deutlich anzuheben.

Im ersten Quartal erzielte Aurubis ein operatives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 105 Mio. Euro nach 130 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative EBITDA lag bei 164 Mio. Euro und damit ebenfalls unter dem Vorjahreswert von 184 Mio. Euro.

Als zentrale Gründe für den Rückgang nennt das Unternehmen niedrigere Schmelz- und Raffinierlöhne bei der Verarbeitung von Kupferkonzentraten, planmäßig höhere Abschreibungen sowie einen vorgezogenen Wartungsstillstand am Standort Hamburg.

Der Netto-Cashflow fiel in den ersten drei Monaten mit minus 8 Mio. Euro deutlich unter den Vorjahreswert von 178 Mio. Euro. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Vorratsbestände bei gleichzeitig gestiegenen Metallpreisen. Aurubis verweist jedoch auf die übliche Volatilität des Cashflows innerhalb des Geschäftsjahres.

Die Kapitalrendite (operativer ROCE unter Berücksichtigung des EBIT der vergangenen vier Quartale) erreichte zum Quartalsende 7,8 Prozent nach 11,7 Prozent im Vorjahr. Die geringere Rendite führt der Konzern insbesondere auf laufende Wachstumsinvestitionen zurück, deren Ergebnisbeiträge sich erst mittelfristig vollständig entfalten sollen.

Metallpreise und Produktnachfrage stützen Geschäftsentwicklung

Stabilisierend wirkten im Berichtszeitraum vor allem deutlich höhere Metallergebnisse, die insbesondere von steigenden Edelmetallpreisen getragen wurden. Auch die Erlöse aus Schwefelsäure sowie Kupferprodukten bewegten sich auf hohem Niveau.

Belastend wirkten dagegen deutlich gesunkene Schmelz- und Raffinierlöhne trotz eines höheren Konzentratdurchsatzes. Zusätzlich führten einsatzmixbedingt geringere Erlöse im Recyclinggeschäft, höhere Abschreibungen sowie allgemein gestiegene Kosten zu Ergebnisbelastungen.

Vorstandsvorsitzender Toralf Haag sieht das Geschäftsmodell dennoch bestätigt. Die Kombination aus Multimetallkompetenz und diversifizierten Ergebnistreibern ermögliche es dem Unternehmen, auch in einem geopolitisch angespannten Umfeld stabil zu wirtschaften, erklärte er.

Prognose für Gesamtjahr deutlich angehoben

Vor dem Hintergrund gestiegener Metallpreise und einer starken Nachfrage nach Kupferprodukten hat Aurubis seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 bereits Ende Januar nach oben angepasst. Das Unternehmen erwartet nun ein operatives EBT zwischen 375 Mio. und 475 Mio. Euro. Zuvor lag die Prognosespanne bei 300 Mio. bis 400 Mio. Euro.

Zudem rechnet der Konzern mit einem Netto-Cashflow oberhalb des Vorjahresniveaus sowie mindestens einem ausgeglichenen Free Cashflow vor Dividendenzahlung, wenngleich weiterhin mit Schwankungen im Umlaufvermögen zu rechnen sei.

Aurubis treibt parallel seine strategischen Wachstumsprojekte weiter voran. Das Unternehmen verfolgt mit der Strategie „Aurubis Performance 2030 – Forging resilience. Leading in multimetal.“ den Ausbau seiner Position als globaler Multimetallanbieter. Rund 80 Prozent des Investitionsprogramms in Höhe von 1,7 Mrd. Euro für strategische Projekte sind inzwischen umgesetzt.

Ein zentrales Projekt ist die neue Sekundärhütte im US-amerikanischen Richmond. Die Anlage befindet sich nach Inbetriebnahme der ersten Phase im planmäßigen Hochlauf und soll künftig jährlich rund 180.000 Tonnen komplexes Recyclingmaterial verarbeiten.

Kurz vor der Inbetriebnahme steht zudem das Projekt Complex Recycling Hamburg. Die Anlage soll ab der ersten Jahreshälfte 2026 zusätzliche 30.000 Tonnen Recyclingmaterial sowie interne Zwischenprodukte verarbeiten können.

Darüber hinaus erweitert Aurubis die Kupferelektrolyse am Standort Bulgarien. Nach Abschluss der Arbeiten in der zweiten Jahreshälfte 2026 wird die Kapazität um rund 50 Prozent auf etwa 340.000 Tonnen jährlich steigen. Ziel ist es, die Produktion von raffiniertem Kupfer auszubauen und die metallurgische Effizienz des Standorts zu verbessern.

Positionierung im wachsenden Recycling- und Rohstoffmarkt

Mit den Investitionen stärkt Aurubis seine Position in einem Marktumfeld, das durch steigende Nachfrage nach Metallen für Energiewende, Elektromobilität und Digitalisierung geprägt ist. Insbesondere das Recycling gewinnt dabei strategisch an Bedeutung, da es zur Sicherung von Rohstoffversorgung und zur Reduktion von CO₂-Emissionen beiträgt.

Trotz kurzfristiger Ergebnisbelastungen sieht sich Aurubis daher operativ gut aufgestellt, um von strukturellen Wachstumstrends im globalen Metallmarkt zu profitieren.

 

Zum Herunterladen: Quartalsmitteilung 3 Monate 2025/26

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