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Für Umicore markierte das Geschäftsjahr 2025 einen strategischen und operativen Wendepunkt.

0223 umicoreMit dem Start der CORE-Strategie im März leitete der Materialtechnologiekonzern eine Neuausrichtung ein, die zwei klare Prioritäten setzt: die Stärkung der Führungsposition in den etablierten Geschäftsbereichen sowie die konsequente Hebung des Cash-Generierungspotenzials. Parallel dazu treibt das Unternehmen den wertorientierten Aufbau des Bereichs Battery Cathode Materials weiter voran.

Solide Ergebnissteigerung bei disziplinierter Kapitalallokation

Die strategische Fokussierung spiegelt sich deutlich in den Kennzahlen wider. Der Konzernumsatz stieg 2025 um 3 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Deutlich dynamischer entwickelte sich die operative Profitabilität: Das bereinigte EBITDA legte um 11 Prozent auf 847 Millionen Euro zu, bei einer robusten Marge von 24,0 Prozent. Das bereinigte EBIT erhöhte sich sogar um 21 Prozent auf 579 Millionen Euro.

Treiber dieser Entwicklung war vor allem eine verbesserte zugrunde liegende operative Performance in einem günstigen Metallpreisumfeld. Effizienzmaßnahmen kompensierten die negativen Effekte aus ungünstigen Wechselkursbewegungen und Inflation nahezu vollständig.

Gleichzeitig hielt Umicore an einer strikten Kapitaldisziplin fest. Die Investitionsausgaben wurden auf 310 Millionen Euro begrenzt. Die Nettoverschuldung lag zum Jahresende bei 1,4 Milliarden Euro, was einem moderaten Faktor von 1,60x LTM EBITDA entspricht. Mit einer Kapitalrendite (ROCE) von 15,7 Prozent unterstreicht der Konzern die verbesserte Ertragskraft bei kontrolliertem Kapitaleinsatz.

Recycling profitiert von Metallpreisen – differenzierte Entwicklung in den Segmenten

Das Geschäftsfeld Recycling entwickelte sich im insgesamt vorteilhaften Marktumfeld solide. Die Umsätze stiegen um 5 Prozent auf 947 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA blieb mit 371 Millionen Euro auf Vorjahresniveau stabil, das bereinigte EBIT legte leicht um 1 Prozent auf 296 Millionen Euro zu.

Innerhalb des Segments zeigte sich ein differenziertes Bild:

Precious Metals Refining verzeichnete stabile Umsätze, jedoch rückläufige Erträge. Ursachen waren niedrigere durchschnittliche Hedgingpreise für Edel- und Platingruppenmetalle, ein weniger günstiger Angebotsmix sowie temporäre Prozessineffizienzen.

Jewelry & Industrial Metals profitierte hingegen von einer starken Nachfrage im Umfeld rekordhoher Edelmetallpreise.

Precious Metals Management nutzte die außergewöhnlich günstigen Handelsbedingungen erfolgreich und trug positiv zum Ergebnis bei.

2026: Fundament gestärkt, Fokus bleibt auf Cash und Effizienz

Mit der Umsetzung der CORE-Strategie im Jahr 2025 sieht sich Umicore für 2026 auf einem stabileren Fundament. Der Konzern beabsichtigt, die strategischen Ziele durch konsequente Kapitaldisziplin, hohe Cash-Generierung und weitere Effizienzsteigerungen weiter voranzutreiben.

Im Recyclinggeschäft dürfte ein anhaltend günstiges Metallpreisumfeld – sofern sich der aktuelle Trend fortsetzt – zusätzliche Unterstützung bieten. Laufende Effizienzmaßnahmen sollen die Belastungen aus niedrigeren durchschnittlichen Hedgingpreisen sowie einer geplanten Wartungsstilllegung der Schmelzanlage abfedern.

Resilienz in einem fragmentierten Marktumfeld

Trotz geopolitischer Unsicherheiten in mehreren Endmärkten rechnet der Konzern mit anhaltender Widerstandsfähigkeit. Grundlage dafür sind ein diversifiziertes Portfolio, technologische Führungspositionen sowie ein hochwertiges Produktangebot.

Besonders das zirkuläre Multimetall-Modell gilt als strukturelles Differenzierungsmerkmal. In einem fragmentierten Marktumfeld ermöglicht es unabhängige, sichere und nachhaltige Lieferketten für kritische Metalle – ein strategischer Vorteil in Zeiten zunehmender Rohstoff- und Versorgungssensibilität.

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