Der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. veröffentlicht seinen Rückblick auf den Stahlschrottmarkt 2025. Besonders in einer Zeit, in der zunehmend Datenfragmente herausgepickt werden, um Positionen mit Scheinargumenten zu versehen, sind faktenbasierte Betrachtungen über längere Zeiträume zwingend notwendig.
Drastische Produktionsabnahme führt zu Reaktion bei Schrottströmen
Im Zug der gesunkenen Stahlproduktion – in der EU (27) um 2,7 Prozent, in Deutschland um 8,6 Prozent – sanken europäische Schrottverbräuche um 300.000 Tonnen, in Deutschland um mehr als 860.000 Tonnen. Während der europäische Markt sich moderat anpasste, reagierte der dramatisch stark gesunkene deutsche Schrottmarkt heftiger. Johannes Hanke, Referent für den bvse-Fachverband Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, stellt fest: „Die Reaktion des Schrottmarktes ist klar und nachvollziehbar. Importmengen sanken in Deutschland aufgrund der gesunkenen Stahlproduktion um 410.000 Tonnen, Übermengen mussten in den Exportmarkt gegeben werden. Dadurch stiegen Exportmengen um 385.000 Tonnen.“
Reduzierte inländische Abnahmemengen, Exportmarkt tritt ein
Die Schrottwirtschaft hat bereits mit vielen Hindernissen zu kämpfen. Planungsunsicherheiten durch gesetzetliche Auflagen in der Aufbereitung von Schrotten im Zuge der neuen europäischen Altfahrzeugverordnung, erheblicher zusätzlicher Aufwand bei dem elektronischen grenzüberschreibenden Abfalltransport. Jetzt kommen auch noch reduzierte inländische Abnahmemengen hinzu. „Die Mengenaufnahme durch den Exportmarkt hält die Zirkularität der Schrotte aufrecht“, so Johannes Hanke. „Kaum vorstellbar wie es wäre, wenn diese Möglichkeit nicht oder nur eingeschränkt bestehen würde.“
Schrottwirtschaft darf kein Mengenproblem bekommen
„Die Betriebe sind auf eine deutlich höhere Schrottmenge ausgelegt, als sie von inländischen Werken genutzt wurden“, stellt Johannes Hanke fest. Die Abwanderung von Industrieunternehmen und die allgemein niedrigere Auslastung der metallverarbeitenden Industrie führen zu Mengenreduzierungen in der Schrottwirtschaft. Zusätzlich zu den ohnehin schon gestiegenen Kosten, wie bspw. den rasant angewachsenen Frachtkosten, haben Schrottbetriebe damit einen erheblich höheren Kostendruck zu schultern. Besonders im vergangenen Jahr hatten immer mehr Schrotthändler finanzielle Schwierigkeiten, die Anzahl an Insolvenzen und Übernahmen stieg zum Leidwesen der Kreislaufwirtschaft deutlich an.
Protektionistische Maßnahmen aus den Bereichen Stahl-, Aluminium- und Kupferschrotte wurden immer wieder gefordert, Argumentationsketten wissentlich falsch wiedergegeben und Zusammenhänge bewusst falsch dargestellt mit dem Ziel, den globalen Markt auszuhebeln.
Nach Auffassung des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. ist die Aufbereitung und Analyse von Daten besonders wichtig, um die richtigen Rückschlüsse zu ziehen und die Kreislaufwirtschaft zielgerecht zu fördern.
Der bvse Schrottmarkt Jahresrückblick 2025 liefert Daten, um Entwicklungen aufzuzeigen und Zusammenhänge richtig darzustellen.
Zum Herunterladen: bvse Schrottmarkt Jahresrückblick 2025






