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Der WDR-Beitrag „Trügerische Etiketten - Chinas Modemafia in Europa“ vom 05.08.2026 blickt hinter die Kulissen des sogenannten „Systems Prato“ und zeigt, wie Fast Fashion Kleidung zu extrem niedrigen Preisen produziert und unter dem Label „Made in Prato/Italy“ auf den europäischen Markt gebracht wird.

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Wichtige Erkenntnis für Verbraucher

Für Verbraucherinnen und Verbraucher zeigt sich hier eine wichtige Erkenntnis: Ein Herkunftsetikett sagt allein noch nichts über Qualität, Haltbarkeit, Materialzusammensetzung oder Recyclingfähigkeit eines Kleidungsstücks aus.

Der WDR-Beitrag zeigt auch, was hinter extrem niedrigen Preisen stehen kann: problematische Produktionsbedingungen und erhebliche Belastungen für die Umwelt.

Für die Textilrecyclingbranche werden die Folgen der Fast Fashion Industrie am Ende der Kette sichtbar: Immer mehr kurzlebige und qualitativ minderwertige Textilien erschweren Wiederverwendung und hochwertiges Recycling. Die Kosten und Herausforderungen landen dabei häufig bei den Unternehmen, die sammeln, sortieren und verwerten.

 Marwin Gedenk, Vorsitzender des bvse-Fachverbands Textilrecycling, sagt dazu:

„Der WDR-Film „Trügerische Etiketten“ zeigt, welche menschlichen und ökologischen Folgen ein ausschließlich auf Masse und niedrigste Preise ausgerichtetes Modesystem haben kann. Unsere Branche erlebt am Ende der Kette ganz konkret, was diese Entwicklung bedeutet: immer mehr kurzlebige Kleidung, sinkende Qualität und wachsende Mengen, die sich kaum wiederverwenden oder hochwertig recyceln lassen. Die Kosten dafür tragen bislang häufig die Sammel- und Sortierbetriebe – und damit gerade diejenigen, die versuchen, textile Kreisläufe aufrechtzuerhalten. Der Film macht zugleich deutlich, wie wichtig Verbraucheraufklärung ist. Ein Etikett wie ‚Made in Prato/Italy‘ ist noch kein Nachweis für faire Herstellung, Qualität oder Recyclingfähigkeit. Extrem billige Kleidung hat oft einen Preis, der an anderer Stelle bezahlt wird – von den Beschäftigten, der Umwelt und später von den Unternehmen der Kreislaufwirtschaft. Wir brauchen deshalb transparente und überprüfbare Lieferketten, verlässliche Angaben zu Materialien und Chemikalien sowie eine konsequente Herstellerverantwortung. Wer Textilien auf den europäischen Markt bringt, muss auch für die Kosten ihrer Sammlung, Sortierung und Verwertung einstehen. Ebenso wichtig ist ein bewussterer Konsum: Kleidung sollte wieder als langlebiges Produkt und nicht als kurzlebiger Wegwerfartikel verstanden werden.“

Die relevanten Aspekte aus Sicht der Textilrecyclingbranche: 

  • Extrem preisgünstige Fast Fashion erhöht das Aufkommen kurzlebiger und häufig qualitativ minderwertiger Textilien.
  • Intransparente Lieferketten erschweren die Feststellung von Materialzusammensetzung, Chemikalieneinsatz und tatsächlicher Produktherkunft.
  • Fehlende oder unzuverlässige Produktinformationen behindern Sortierung, Wiederverwendung und hochwertiges Faserrecycling.
  • Chemisch belastete Produktions- und Textilabfälle können zusätzliche Arbeitsschutz-, Analyse- und Entsorgungsprobleme verursachen.
  • Nicht registrierte oder schwer identifizierbare Hersteller und Importeure können sich künftig der Finanzierungspflicht einer Textil-EPR entziehen.
  • Illegale Produktions- und Entsorgungsstrukturen verzerren den Wettbewerb zulasten regelkonformer Hersteller, Händler und Recyclingunternehmen.

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