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Dass sogar für temporär-übergangsweise Baustrassen- bzw. Baustellenbefestigung Primärrohstoffe wie frischer Schotter aus Steinbrüchen verwendet wird, widerspricht laut BUND allen abfallrechtlichen Vorgaben und abfallwirtschaftlichen. Fotos:BN/Meindorfer

BUND pocht auf Vorrang für Einsatz von Recyclingbaustoff bei staatlichen wie kommunalen Baustellen

Auf den konsequenten Einsatz von Recyclingbaustoffen pocht der BUND Naturschutz Bayern e.V. (BN) schon lange. Gerade bei Bauvorhaben im mengenmäßig höchst relevanten Tiefbau der gesamten öffentlichen Hand wäre dies sinnvoll.

Dass die Quote für ein hochwertiges Recycling von Bauschutt, mit dem Primärrohstoffe wie Kies oder Schotter aus Steinbrüchen ersetzt werden können, bei nur rund 35 Prozent liegt, ist für den BN jedenfalls untragbar. Denn mit dem Einsatz von Recyclingbaustoffen können wertvolle Lebens- und Naturräumen mit ihrer Biodiversität vor Eingriffen durch weitere Kiesabbauflächen oder Steinbrüche bewahrt werden.

Der BUND fordert von der gesamten öffentlichen Hand "Gesetzesvollzug mit bestmöglicher und vollumfänglicher vorbildhaft-umweltverträglicher Beschaffungspraxis" ein.

„Dazu gehört, dass sie alle Einsatzpotenziale von Recyclingmaterialien auszuschöpfen haben, mit denen sehr oft hohe Energiesparpotenziale verbunden sind“, fordert Johann Meindorfer, stellvertretender Sprecher des Landesarbeitskreises Abfall/Kreislaufwirtschaft/Ressourcenschonung beim bayerischen BUND.

Am Beispiel einer staatlichen Baustelle, wie zum Beispiel des NAWAREUMs in Straubing, zeigt sich aber, dass hier noch einiges zu tun ist.

Das NAWAREUM soll als Bildungseinrichtung zum zentralen Informations- und Erlebnisort für den Umbau der Energie- und Rohstoffversorgung in Bayern werden. Allerdings ist der vorrangige Einsatz von Recyclingmaterial beim Bau bisher nicht berücksichtigt worden, findet der BUND.

Er richtet diesbezüglich seine Forderung an das zuständige Staatliche Bauamt Passau, denn bisher wurde sogar für die notwendige Baustraßen- bzw. Baustellenbefestigung ausschließlich neues Schottermaterial verbaut statt aufbereitetes Bauschuttgranulat, wie es im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcenschonung und Einsparung von Deponie-Kapazitäten erfolgen müsste.

An kommunalen Baustellen gebe es ebenfalls viel Luft nach oben für den Einsatz von Recyclingbaustoff, weiß Johann Meindorfer. Leider werde beim Wege-, Parkplatz- und Straßenbau in vielen Städten und Gemeinden über ganz Bayern hinweg immer noch Kies oder Schotter als Neumaterial verbaut, obwohl für den jeweiligen Zweck aufbereitetes Recyclingmaterial genauso gut eingesetzt werden könne.

Selbst bei dem unter der Regie des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geplanten „landwirtschaftlichen Kernwegenetzes“ sehe es in Sachen vorrangiger Einsatz von Recyclingmaterialien düster aus, obschon dies der BUND beim „Runden Tisch Entsorgung von mineralischen Abfällen und Bodenaushub“ thematisiert habe, wie Meindorfer berichtet.

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