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Geiger setzt auf kreislaufwirtschaftliche Innovationen

ESG-konformes Bauen, Reduzierung von Treibhausgasen, der Einsatz von erneuerbaren Energien – all das sind Aufgaben, mit denen sich die Geiger Gruppe vor dem Hintergrund ihrer Nachhaltigkeitsstrategie täglich beschäftigt.

Die Baubranche befindet sich im Umbruch. Klima- und Ressourcenschutz sind gefragter denn je. Kunden suchen Immobilien, die sowohl im Betrieb als auch im Bau nachhaltig sind.

„Wir optimieren Bauwerke im gesamten Gebäudelebenszyklus und schließen Stoffströme nach kreislaufwirtschaftlichen Prinzipien“, erläutert Stilla Meyer-Cséry, die bei Geiger die Abteilung Nachhaltigkeit leitet. „Die Energieeffizienz von Gebäuden war bereits in den letzten Jahren wichtig. Um aber ein wirklich kreislaufwirtschaftliches Gebäude zu haben, das während seines gesamten Gebäudelebens bis zum Abbruch wenig Energie oder Ressourcen verbraucht und wenig CO2 emittiert, haben wir noch ein ganzes Stück vor uns.“

„Dafür muss die Baubranche umdenken: nur wenn die Planung und der Bau des Bauwerks zusammen gedacht sind, kann das Gebäude sowohl im Bau, als auch im Betrieb und auch später im Recycling nachhaltig sein“, erläutert Dr. Dominik Bayerl, Leiter Innovationsmanagement. „Damit bekommt Innovation in unserer Branche einen neuen Stellenwert: Wer in der Lage ist, wahrhaftig nachhaltige Lösungen in den Einsatz zu bringen, besteht im Wettbewerb:“ 

Neue Technologien und eigene Produktentwicklungen spielen im Unternehmen deshalb eine wichtige Rolle. „Nachdem wir uns im Unternehmen gerade intensiv mit dem Thema Kreislaufwirtschaft auseinandersetzen, bedeutet das für uns auch, neue, innovative Baustoffe einzusetzen und teilweise selbst zu entwickeln“, erklärt Dr. Felix von Aulock, Leiter der Werkstoffentwicklung. So hat sein Team kürzlich einen neuen Zusatzstoff für Beton entwickelt, mit dem der Zementanteil um 20 Prozent reduziert werden kann. Eine mögliche Alternative, die Geiger ebenfalls gerade testet, ist der Zusatz von Pflanzenkohle. Die Kohle im Beton nimmt Kohlenstoff aus der Atmosphäre auf und bindet ihn dauerhaft. 

In anderen Unternehmensbereichen, bei denen es vor allem um die Konstruktion von Gebäuden geht, spielen digitale Arbeitsmethoden, wie zum Beispiel „Building Information Modeling“ (kurz: BIM), eine zentrale Rolle. 

„Sie ermöglichen uns, Bauwerke anhand eines konsistenten, digitalen Gebäudemodells über ihren gesamten Lebenszyklus mit allen relevanten Informationen abzubilden“, so Fabian Ritter, Abteilungsleiter Innovation. Ein großer Vorteil sei laut Ritter, dass die BIM-Daten mobil abgerufen und jederzeit mit zusätzlichen Informationen ergänzt werden könnten. Gerade jetzt, wo es darum geht, einen ökologischen Fußabdruck in Gebäuden zu hinterlassen, müssten Bauwerke gesamtheitlich betrachtet und auch die Vor- und Nachleistungen datentechnisch abgebildet werden. „Da bei uns meistens zahlreiche Geschäftsfelder bereichsübergreifend zusammenarbeiten, ist die Zentralisierung von bauspezifischen Daten und Informationen enorm wichtig. Die Informationen und Erkenntnisse, die wir aus den Daten gewinnen, helfen uns dabei, unsere Prozesse kontinuierlich anzupassen und langfristig zu optimieren“, erklärt Ritter.  

Auch die Vernetzung mit innovativen Start-Ups kommt dabei zum Tragen – insbesondere dann, wenn es um digitale Geschäftsmodelle geht. Hier bietet die Zusammenarbeit für beide Seiten große Chancen. Derzeit bietet Geiger Start-Ups die Gelegenheit, nachhaltige Produkte praxisnah zu testen. Abhängig vom technologischen Reifegrad der Erfindung kann dies im Labor, in internen Projekten, oder auch gemeinsam mit besonders an Innovationen interessierten Kunden erfolgen. 

Eines der Start-Ups, mit denen Geiger derzeit zusammenarbeitet, ist zum Beispiel das Unternehmen Autarkize aus Pfronten. Es stellt aus Bioabfällen erneuerbare Energie her und hat dafür eine Anlage entwickelt, mit der die Karbonisierung und Gaserzeugung aus Biomasse gelingt. Durch das Verfahren wird grüner Wasserstoff und Methan erzeugt, dessen Heizwert, mit herkömmlichem Bio-Erdgas vergleichbar ist. Dieses Synthesegas ist in Blockheizkraftwerken zum Beispiel in Kombination mit Biogasanlagen, verwertbar und kann die Produktion von Elektrizität und Wärme antreiben. Als zweites Produkt entsteht Pflanzenkohle – ein hochwertiger „Bodenverbesserer“ und Baustoff sowie eine der wenigen skalierenden Möglichkeiten, um der Atmosphäre dauerhaft CO2 zu entziehen. Eine solche Anlage befindet sich derzeit für Testzwecke am Geiger-Standort Betzigau, wo die Geiger Gruppe seit einigen Jahren Recyclingtätigkeiten im Bereich Altholz betreibt.

Quelle: www.geigergruppe.com

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