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VDMA fordert CO2-Bepreisung von Kunststoffen

Der Primärkunststoffpreis wird stark vom schwankenden Ölpreis beeinflusst. Dadurch gerät der Recyclat-Markt erheblich unter Druck, weil der Preis von Kunststoff-Neuware (Primärkunststoff) volatil und teilweise günstiger ist als der für Recyclate (Sekundärkunststoff).

vdma haeusgenVDMA-Präsident - Karl HaeusgenAbhilfe könnte eine angemessene CO2-Bepreisung schaffen, ist der VDMA überzeugt und schließt sich damit in einem Positionspapier im Grundsatz einer bvse-Forderung an. Dieses marktwirtschaftliche Instrument bleibe aber seit vielen Jahren unberücksichtigt, wird bedauert.

Der CO2-Rucksack von Recyclaten sei im Verhältnis zur Neuware um 1,5 bis 3,2 t leichter pro Tonne Kunststoff. Würde diese positive Klimabilanz eingerechnet werden, könnte eine Parität zwischen Primär- und Sekundärkunststoff hergestellt werden. Entscheidend für das Gelingen der Kreislaufwirtschaft sei ein funktionierender Markt für den Einsatz von Kunststoff-Recyclaten. Das betreffe sowohl die Menge, die Qualität als auch das Preisgefüge.

Solange dieses Instrument nicht greift, sollen dem VDMA zufolge auch andere Handlungsoptionen auf europäischer Ebene genutzt werden. Das sei beispielsweise eine Einsatzquote für Recyclate. Solange die Preisparität zwischen Primär- und Sekundärkunststoffen nicht hergestellt ist, sollte eine temporäre Recyclat-Einsatzquote differenziert nach Anwendungsfällen ins Auge gefasst werden. Damit kann der Markt neu ausgerichtet und die preisliche Schieflage zwischen Recyclaten und Neuware besser ausgeglichen werden, heißt es vom VDMA. Weiter müsse verstärkt auf Design for Recycling gesetzt werden.

Kunststoffprodukte sollten grundsätzlich so designt werden, dass ihre Rezyklierbarkeit am Lebensende gewährleistet ist. Es gehe darum, ein Bewusstsein zu schaffen, Kunststoffe in Produkten so zu kombinieren, dass eine klar definierte Materialtrennung bei den Abfallströmen erfolgen und damit die Recyclingfähigkeit hergestellt werden kann. Dabei dürfe es keine allgemeingültigen horizontalen Design-Vorschriften geben, vielmehr sollten Best-Practice Verfahren am Markt geteilt werden.

„Einschränkungen zum Einsatz von Recyclaten gehören auf den Prüfstand. Es ist nicht nachvollziehbar, warum zum Beispiel in einigen Kommunen Abfalltonnen nicht aus recyceltem Kunststoff bestehen dürfen“, sagt Karl Haeusgen, Präsident des VDMA. „Wir brauchen hier Regelungen, die den Einsatz von Recyclaten flächendeckend fördern oder zumindest nicht unnötig behindern.“

Der VDMA hat seine Argumente nun im Diskussionspapier „Für den nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen – pro Kreislaufwirtschaft“ vorgelegt. Das Papier wurde gemeinsam von mehreren Fachverbänden, darunter Abfall- und Recyclingtechnik und Kunststoff- und Gummimaschinen, erarbeitet. Anlass sind die von der EU im Rahmen des Green Deal definierten ambitionierten Ziele zu Klimaschutz und Ressourcenschonung, mit denen bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität erreicht werden soll. „Wir wollen zeigen, dass wir mit Überzeugung hinter den Zielen des Green Deal stehen und uns auch gemeinsam in die Gestaltung der Umsetzung einbringen. Das Diskussionspapier sehen wir als gute Grundlage für die Diskussionen mit der Politik, aber auch innerhalb der Kunststoffindustrie“, erläutert der VDMA-Präsident.

In dem Diskussionspapier regt der VDMA auch Qualitätsstandards für Recyclate an sowie die digitale Identifizierbarkeit von Altkunststoffen. Auch ein Exportstopp von Kunststoffabfällen aus der EU in Drittstaaten mit geringeren Umweltauflagen wird gefordert. „Kunststoffprodukte tragen zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei und leisten damit ihren Beitrag zum Klimaschutz. Standards für die Bilanzierung des CO2-Abdrucks können mehr Transparenz schaffen“, resümiert Haeusgen.

Zum Herunterladen:

Diskussionspapier „Für den nachhaltigen Umgang mit Kunststoffen – pro Kreislaufwirtschaft“

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