Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Menu
Sie sind hier:

Chinesischer Importstopp war Thema beim 21. Internationalen Altkunststofftag 2018 in Bad Neuenahr

Vom 12. bis 13. Juni fand auf Einladung des bvse-Fachverband Kunststoffrecycling, in diesem Jahr bereits zum 21. Mal, der Internationale Altkunststofftag statt. Auf der zweitägigen Branchentagung standen brandaktuelle Themen des Kunststoffrecyclings auf dem Vortrags- und Diskussionsprogramm.

Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling veranstaltet jährlich den Internationalen Altkunststofftag, der traditionell in Bad Neuenahr, in der Nähe von Bonn, stattfindet. Die Tagung hat sich zum zentralen Treffpunkt der internationalen Kunststoffbranche entwickelt. Regelmäßig mehr als 400 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erleben hochkarätige Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu allen relevanten Themen rund um das Kunststoffrecycling.

Rückblick 2018

Der Importstopp Chinas für Abfälle, insbesondere auch für Kunststoffabfälle, hat der Diskussion um ein qualitativ wie quantitativ verbessertes Recycling von Kunststoffen einen enormen Auftrieb gegeben. Natürlich wurde auf dem 21. Internationalen Altkunststofftag intensiv darüber diskutiert, wo und wie die Stellschrauben für Verbesserungen justiert werden müssen.

"Für uns sind Kunststoffabfälle nicht wertlos, sondern Wertstoffe. Sie gehören nicht auf den Müll. Weder hier in Deutschland und Europa, noch irgendwo auf der Welt." Das erklärte Eric Rehbock, Hauptgeschäftsführer des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, vor den mehr als 430 Teilnehmern in Bad Neuenahr.

Rehbock betonte, dass diejenigen, die bisher auf den Export gesetzt haben, umdenken müssen. "Vergeuden Sie nicht zu viel Energie damit, Alternativen für China zu suchen. Vietnam, Malaysia, aber auch osteuropäische Länder, wie beispielsweise Polen, sind allenfalls temporäre Lösungen. Diese Länder werden sehr schnell, sehr genau darauf achten, welche Materialqualitäten sie hineinlassen und welche nicht", betonte Rehbock.

Der bvse-Fachverbandsvorsitzende Dr. Dirk Textor betonte, dass Recycling und Recycling-Produkte zwei Seiten einer Medallie sind. Wer Recycling will, muss auch Recycling-Produkte einsetzen. Doch diese Bereitschaft fehle oft. Der Einsatz von Recycling-Produkten dürfe deshalb kein Goodwill sein, sondern müsse als selbstverständliche Notwendigkeit betrachtet werden.

Textor: "Deshalb brauchen wir auch eine glaubwürdige Vorreiterrolle der öffentlichen Hand, die eine enorme Marktmacht hat. Ganz konkret sind Bundes- und Landesbehörden, aber auch bundeseigene Unternehmen, z. B. die Deutsche Bahn, in der Verantwortung, wo immer es geht Recyclingprodukte zum Zuge kommen zu lassen. Das geschieht derzeit nicht und das ist ein großes Problem. Der Einsatz von Recycling-Produkten muss die Regel werden und darf nicht länger die Ausnahme sein."

Rückblick 2017

Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des bvse-Fachverband Kunststoffrecycling verwies in Bad Neuenahr nicht ohne Stolz darauf, dass der Altkunststofftag schon seit 20 Jahren durchgeführt wird.

Wenn man in die Anfangsjahre zurückblickt wird klar, dass der Altkunststofftag mit der erstmaligen, rechtlichen und tatsächlichen Umsetzung der Produktverantwortung aus der Taufe gehoben wurde. Damit hat der Internationale Altkunststofftag die VerpackV und die Errichtung des ersten dualen Systems fachlich begleitet. Seitdem ist das Kunststoffrecycling im Bewusstsein von Öffentlichkeit und Politik.

Das diesjährige Motto lautete: „Kunststoffrecycling neu denken und neu ordnen“. Dieses Motto spielt auf eine grundlegende gesetzliche Neuerung, nämlich das Verpackungsgesetz, an und zum anderen auch darauf, dass sich der Markt deutlich verändert hat:
 
Die Kunststoffhersteller wie auch die kunststoffverarbeitende Industrie engagieren sich verstärkt für das Recycling. Die wirtschaftlichen Verflechtungen mit den Kunststoffrecyclingunternehmen nimmt zu. Außerdem setzen die Kunststoffverarbeiter verstärkt Recyclate sein. Hier ist das PET-Recycling sicherlich Trendsetter. Das zeigt sich sowohl bei den Flaschenherstellern wie auch den Getränkeabfüllern.

Auch auf europäischer Ebene lässt sich ein deutlicher Aufbruch spüren. Die Road Map “Strategy on Plastics in a Circular Economy” führt dazu, dass europaweit das Kunststoffrecycling thematisiert wird. Darüber hinaus erkennen wir, dass Sammel- und Sortierstrukturen aufgebaut werden.
 

Bildimpressionen vom Internationaler Altkunststofftag

Icon Mitglieder Mitglied werden Presse top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok