Die Aurubis AG hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 trotz eines herausfordernden Marktumfelds ein verbessertes operatives Ergebnis erzielt und ihre Jahresprognose angehoben.
Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg im Zeitraum bis Ende März 2026 auf 121 Mio. Euro und lag damit 15 Prozent über dem Vorquartal. Das operative EBITDA erhöhte sich auf 187 Mio. Euro nach 164 Mio. Euro im ersten Quartal.
Für das erste Halbjahr weist der Konzern ein operatives EBT von 226 Mio. Euro aus und bewegt sich damit nahezu auf Vorjahresniveau von 229 Mio. Euro. Das operative EBITDA legte in den ersten sechs Monaten um rund 3 Prozent auf 351 Mio. Euro zu.
Belastet wurde die Entwicklung unter anderem durch niedrigere Schmelz- und Raffinierlöhne sowie höhere planmäßige Abschreibungen infolge umfangreicher Investitionsprogramme. Gleichzeitig profitierte Aurubis von höheren Metallpreisen, insbesondere bei Edelmetallen, gestiegenen Erlösen aus dem Recyclinggeschäft sowie höheren Schwefelsäureerlösen aufgrund größerer Absatzmengen. Auch das Geschäft mit Kupferprodukten entwickelte sich leicht positiv.
Der operative Return on Capital Employed (ROCE) lag zum 31. März 2026 bei 8,1 Prozent nach 10,2 Prozent im Vorjahr. Der Rückgang ist laut Unternehmen vor allem auf laufende Wachstums- und Investitionsprojekte zurückzuführen. Die operative Eigenkapitalquote belief sich auf 48,6 Prozent.
CEO Dr. Toralf Haag verwies auf die robuste Entwicklung trotz geopolitischer Unsicherheiten und schwieriger Marktbedingungen. Vor dem Hintergrund einer verbesserten Performance und teilweise günstigerer Marktbedingungen habe das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben.
Aurubis erwartet für das Geschäftsjahr 2025/26 nun ein operatives EBT zwischen 425 Mio. und 525 Mio. Euro. Zuvor hatte die Prognose bei 375 Mio. bis 475 Mio. Euro gelegen. Für den operativen ROCE rechnet der Konzern nun mit einer Spanne von 10 bis 12 Prozent statt bislang 9 bis 11 Prozent.
Im Mittelpunkt der strategischen Expansion stehen mehrere Großprojekte. Seit 2021 hat Aurubis Investitionen von rund 1,7 Mrd. Euro genehmigt, von denen nach Unternehmensangaben bereits knapp 90 Prozent umgesetzt wurden. Ab dem Geschäftsjahr 2028/29 sollen die Projekte einen zusätzlichen jährlichen EBITDA-Beitrag von rund 260 Mio. Euro liefern.
Dazu zählt unter anderem das Projekt „Complex Recycling Hamburg“, das nach der ersten erfolgreichen Schmelze im März 2026 derzeit hochgefahren wird. Die Anlage soll künftig zusätzlich rund 30.000 Tonnen Recyclingmaterial sowie komplexe Zwischenprodukte verarbeiten.
Auch in den USA treibt Aurubis den Ausbau voran. Die erste Multimetall-Recyclinghütte des Konzerns im amerikanischen Richmond befindet sich in der schrittweisen Inbetriebnahme. Nach Abschluss der zweiten Ausbaustufe soll der Standort jährlich rund 180.000 Tonnen komplexes Recyclingmaterial verarbeiten können.
Darüber hinaus erweitert das Unternehmen seine Kupfer-Elektrolyse in Bulgarien. Die Kapazität soll um rund 50 Prozent auf 340.000 Tonnen raffiniertes Kupfer pro Jahr steigen. Die Inbetriebnahme ist für Sommer 2026 vorgesehen.