Staatssekretär Knuth überreicht Förderbescheid an Jan Heitmann GmbH aus Elmshorn
Bildquelle: Jan Heitmann GmbHDamit weniger Bauabfälle auf den Deponien landen, fördert Schleswig-Holstein das moderne Baustoffrecycling. Mit einem Förderbescheid über gut 2,2 Millionen Euro unterstützt das Land nun das Elmshorner Unternehmen Jan Heitmann GmbH, eine moderne Boden- und Bauschuttaufbereitungsanlage zu errichten. Damit kann der Entsorgungsbetrieb in Zukunft auch Materialien zu hochwertigen Recycling-Baustoffen verarbeiten, die bisher zu stark verunreinigt waren und daher entsorgt wurden.
Joschka Knuth, Staatssekretär im Umweltministerium, überreichte den entsprechenden Förderbescheid am 27. Oktober an Heitmann-Geschäftsführerin Kristin Bey und Geschäftsführer Ole Heitmann. Knapp 1,8 Millionen Euro der Fördersumme stammen aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
„Durch das effiziente Recycling von Baumaterialien können nicht nur Ressourcen, Transportkosten und Emissionen, sondern auch der Bedarf an knappen Deponieflächen erheblich reduziert werden“, sagte Knuth. „Damit wir in Schleswig-Holstein unser Ziel der Klimaneutralität bis 2040 erreichen können, müssen wir auch im emissionsstarken Bausektor noch stärker auf Nachhaltigkeit setzen. Dieses Projekt ist ein weiterer Schritt in Richtung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft.“
Die Jan Heitmann GmbH ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb mit Hauptsitz in Elmshorn und wird in vierter Generation als Familienunternehmen geführt. Auf dem Betriebshof in Büttel bei Brunsbüttel betreibt Heitmann unter anderem eine Aufbereitungsanlage für Altholz, Grünabfallkompostierung, Biomasseaufbereitung und eine Anlage zur Bearbeitung von Bauschutt, die im Rahmen des geförderten Projekts gemäß den Anforderungen einer modernen Kreislaufwirtschaft aufgewertet werden soll.
Die neue Boden- und Bauschuttaufbereitungsanlage wird unter anderem über eine Boden-Nassaufbereitung verfügen, die das Eingangsmaterial vollständig in seine verwertbaren Bestandteile trennen und mittels moderner Wiegetechnik nach Korngrößen sortieren kann. Das Resultat sind hochwertige Recycling-Baustoffe wie Sand, Split oder Kies in jeweils unterschiedlichen Körnungen, die direkt in der unternehmenseigenen Betonanlage verwendet werden können.
Nicht für die Aufbereitung geeignete Störstoffe wie Holz, Gips oder Folien werden in einer speziellen Sortierkabine per Hand separiert. Hochwertige Materialien wie Papier und Pappe, Kunststoffe und Metalle werden zurückgewonnen und dem Rohstoffmarkt zugeführt. Zwar wird heute durch die vorhandenen Anlagen bereits ein erheblicher Anteil der Abfälle einem Recycling zugeführt.
Aber insgesamt machen die Bau- und Abbruchabfälle einen Anteil von gut 80 Prozent an den deponierten Abfällen in Schleswig-Holstein aus. Dieser Anteil soll reduziert werden. Dank der technischen Aufwertung soll die geplante Anlage auch Eingangsmaterialien verarbeiten können, die aufgrund ihrer hohen Belastung mit Störstoffen bisher auf einer Deponie entsorgt werden.
Deponieflächen werden in ganz Deutschland immer knapper, und die Nachfrage nach umfassender Aufbereitung auch problematischer Böden steigt. Mit der geplanten Anlage soll Heitmann in Zukunft eine deutlich größere Bandbreite an Eingangsstoffen zu hochwertigen Recycling-Baustoffen verarbeiten und seinen Kundenkreis sowie sein Einzugsgebiet entsprechend erweitern können. Für die neue Anlage ist ein jährlicher Materialdurchsatz von rund 60.000 Tonnen geplant. Weil damit Primärbaustoffe und Transportwege eingespart werden, reduziert sich der CO2-Ausstoß Berechnungen zufolge um mehr als 18.000 Tonnen pro Jahr.
Verantwortlich für diesen Pressetext: Ute Leinigen | WTSH - Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH
Bilder: Jan Heitmann GmbH, Entsorgungsfachbetrieb