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Das Forschungsprojekt „RueBe“ untersucht, wie sich mineralische Abfälle aus DK0‑Deponien in hochwertige Baustoffkreisläufe zurückführen lassen. Die Geiger Gruppe bringt ihre Expertise in der Aufbereitung und Entwicklung von Baustoffen ein und unterstützt damit die Forschung zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft.

Im Rahmen der BMFTR‑Förderrichtlinie „Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – Urban Mining“ ist im November 2025 das Projekt „RueBe“ unter Leitung des Fraunhofer‑Instituts für Bauphysik IBP gestartet. Es untersucht, wie die mehr als 15 Milliarden Tonnen Bodenaushub und Bauabfälle aus DK0‑Deponien als nutzbares Rohstofflager erschlossen werden können. Im Mittelpunkt steht die vollständige Rückgewinnung der mineralischen Materialien und deren Einsatz in neuen, marktfähigen Baustoffen. Dafür analysieren die Forschungspartner zunächst die stofflichen Eigenschaften der ausgekofferten Materialien. So lässt sich beurteilen, wie sich die Materialien verarbeiten lassen und welche Parameter für eine stabile Aufbereitung entscheidend sind.

Ein besonderer Fokus liegt auf der nassmechanischen Aufbereitung, also der Trennung von Grob‑ und Feinfraktionen, beispielweise durch Bodenwäsche. Dieser Prozess ermöglicht es, heterogene Deponiematerialien so aufzubereiten, dass sie als Sekundärrohstoffe in verschiedenen Baustoffanwendungen eingesetzt werden können. Dazu gehören alternative Bindemittel, Flüssigböden oder Mauerziegel. Gleichzeitig bewertet das Projektteam die bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen und prüft, welche Anpassungen notwendig sind, um den Einsatz der gewonnenen Materialien im Markt zu ermöglichen.

Die Geiger Gruppe übernimmt dabei eine wichtige Rolle im Verbund. An der Bodenwaschanlage in Memmingen testen die Forschungspartner die Aufbereitung des Deponiematerials im vorindustriellen Maßstab. Auf diese Weise fließen reale Prozessbedingungen und praktische Erfahrungen direkt in die Forschung ein. Darauf aufbauend entwickelt die Geiger Gruppe gemeinsam mit den Partnern klimafreundliche Baustoffe und prüft deren Marktfähigkeit. Ergänzend bewertet das Projektteam die ökologischen und ökonomischen Auswirkungen, um den Nutzen der Rückgewinnung nachvollziehbar darzustellen. Zusätzlich entstehen Konzepte, die eine erneute Wiederverwertung der entwickelten Produkte ermöglichen und langfristig geschlossene Materialkreisläufe sicherstellen sollen.

Der Verbund vereint ein breites Spektrum wissenschaftlicher und praktischer Kompetenzen. Beteiligt sind das Fraunhofer‑Institut für Bauphysik IBP, die Technische Universität München mit dem Lehrstuhl für Grundbau, Bodenmechanik, Felsmechanik und Tunnelbau sowie die Universität Augsburg. Auf Industrieseite unterstützen unter anderem Schlagmann Poroton, Dyckerhoff, thyssenkrupp MillServices & Systems, die H. Geiger Stein‑ und Schotterwerke und die Geiger Gruppe mit den Bereichen Recourcen & Bau und Umwelt. Ergänzt wird der Verbund durch den Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung, der seine Expertise zu regulatorischen und kreislaufwirtschaftlichen Rahmenbedingungen einbringt.

Durch die enge Zusammenarbeit von Forschung, Industrie und Verbänden bildet RueBe die gesamte Wertschöpfungskette ab und schafft die Grundlage für eine zeitnahe Umsetzung der erarbeiteten Lösungen. Das Projekt läuft drei Jahre und endet voraussichtlich Ende 2028.

BMFTR Förderkennzeichen: RueBe (033R428E)

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