Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Sie sind hier:

Branche diskutiert Zukunft der Kunststoffkreislaufwirtschaft unter neuen Markt- und Regulierungsbedingungen

Die europäische Kunststoffrecyclingbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen: Neue regulatorische Vorgaben, volatile Märkte, steigende Qualitätsanforderungen an Rezyklate und der zunehmende Einsatz digitaler Technologien verändern die Rahmenbedingungen der Kreislaufwirtschaft grundlegend.

Vor diesem Hintergrund lädt der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling am 9. und 10. Juni 2026 zum 28. Internationalen Altkunststofftag nach Bad Neuenahr ein.

Unter dem Leitthema „Kunststoffrecycling 2026: Märkte im Wandel – Zukunft gestalten mit der PPWR“ bringt die Veranstaltung führende Vertreterinnen und Vertreter aus Recyclingwirtschaft, Industrie, Handel, Wissenschaft und Politik zusammen. Im Fokus stehen die Auswirkungen der europäischen Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), die Zukunft der Rezyklatmärkte sowie technologische und strategische Antworten auf die aktuellen Herausforderungen der Branche.

Die PPWR setzt neue Rahmenbedingungen für den europäischen Markt und damit zugleich neue Impulse für Innovation, Investitionen und Einsatz von Rezyklaten. Doch welche Voraussetzungen braucht es jetzt, um die Recyclingbranche nachhaltig zu stabilisieren? Welche Märkte und politischen Leitplanken sind entscheidend und wie bereiten sich andere europäische Regionen auf die kommenden Anforderungen vor?

Die Tagung beginnt am 9. Juni mit der offiziellen Eröffnung durch den Vorsitzenden des bvse-Fachverbandes Kunststoffrecycling, Dr. Dirk Textor, sowie bvse-Vizepräsident Dr. Herbert Snell. Direkt im Anschluss analysiert Prof. Dr. Henning Wilts vom Wuppertal Institut die aktuellen Rahmenbedingungen für einen zukunftsfähigen Rezyklatmarkt. Unter dem Titel „Raus aus dem Krisenmodus“ beleuchtet er die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, mit denen die Kunststoffrecyclingwirtschaft derzeit konfrontiert ist.

Ein zentraler Bestandteil des ersten Veranstaltungstages sind hochkarätig besetzte Podiumsdiskussionen. Im ersten Talk diskutieren unter der Leitung von Dr. Martin Engelmann, IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Handel und Recyclingwirtschaft die Frage, ob Regulierung künftig als Motor oder Bremse für die Kreislaufwirtschaft wirken wird. Zu den Teilnehmern zählen unter anderem Dr. Silke Karcher aus dem Bundesumweltministerium, Gunda Rachut von der Zentralen Stelle Verpackungsregister, bvse-Vizepräsident Herbert Snell, Dagmar Glatz von dm-drogerie markt sowie Prof. Dr. Henning Wilts.

Internationale Perspektiven stehen im Mittelpunkt der zweiten Diskussionsrunde „Nordic Circularity – What Scandinavia does differently today“, die Klaus Wohnig, stellvertr. Vorsitzender des bvse-Fachverband Kunststoffrecycling, moderiert. Experten aus Dänemark, Schweden und Norwegen stellen erfolgreiche Ansätze skandinavischer Kreislaufwirtschaftssysteme vor und diskutieren, welche Impulse daraus für Europa und Deutschland abgeleitet werden können.

Am Nachmittag vertieft der Kongress zentrale Zukunftsthemen der Branche in parallelen Workshops. Workshop A widmet sich innovativen Technologien im Kunststoffrecycling. Im Fokus stehen moderne Sortierverfahren, künstliche Intelligenz in Recyclinganlagen sowie neue Recyclingverfahren. Vertreter führender Unternehmen präsentieren aktuelle Entwicklungen – von KI-gestützter Prozessoptimierung über automatisierte Sortierung bis hin zum lösemittelbasierten Recycling.

Workshop B, der von Plastics Europe und der BKV GmbH organisiert wird, beschäftigt sich mit der Frage, wie die europäische Kreislaufwirtschaft durch faire Wettbewerbsbedingungen und einen qualifizierten Rezyklateinsatz gestärkt werden kann. Diskutiert werden unter anderem die Auswirkungen geopolitischer Veränderungen auf internationale Kunststoff-Handelsströme sowie die Balance zwischen Rezyklatquoten und Qualitätsanforderungen. Experten aus der Industrie, dem Umweltbundesamt und aus Verbänden bringen ihre Perspektiven ein.

Begleitend zum Kongress präsentieren Unternehmen und Lösungsanbieter aus der Recycling- und Kunststoffbranche ihre Produkte und Dienstleistungen in einer Fachausstellung. Der traditionelle „bvse-Grillabend“ zum Abschluss des ersten Veranstaltungstages bietet zudem Gelegenheit zum fachlichen Austausch und Networking.

Der zweite Veranstaltungstag steht im Zeichen interdisziplinärer Ansätze und neuer Produktstrategien. Im Workshop „Kunststoffproduktgestaltung im interdisziplinären Dialog“ diskutieren unter der Leitung von Dr. Stefan Bosewitz Fachleute aus Wissenschaft und Praxis über die Frage, wie Produktdesign, Recyclingfähigkeit und Klimaschutz künftig besser zusammengedacht werden können. Themen sind unter anderem globale Herausforderungen der Kunststoffkreislaufwirtschaft, flexible Verpackungslösungen, CO₂-Bilanzen von Recyclingprodukten sowie die Gewinnung hochwertiger Post-Consumer-Rezyklate.

Gemeinsam mit rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung soll der Blick nach vorne gerichtet werden: auf Lösungen, neue Perspektiven und konkrete Ansätze, die das Kunststoffrecycling und die Kreislaufwirtschaft in Europa stärken. Freuen Sie sich auf spannende Impulse, praxisnahe Diskussionen und den Austausch mit Expertinnen und Experten.

Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://altkunststofftag-bvse.de

Seitennavigation

Mitglied werden Presse top

Wir benutzen lediglich technisch notwendige Sessioncookies, die das einwandfreie Funktionieren der Internetseite gewährleisten und die keine personenbezogenen Daten enthalten.