Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Sie sind hier:

Bei einer Transferkonferenz vom 30. September bis 1. Oktober 2026 in Frankfurt wurden die Ergebnisse von sechs Forschungsprojekten der Fördermaßnahme „Kunststoffrecyclingtechnologien“ (KuRT) vorgestellt. Zu den Resultaten gehören ein um rund zehn Prozent höheres Wertstoffausbringen durch zusätzlichen Technikeinsatz und eine Reduzierung flüchtiger Verunreinigungen in Kunststoffrezyklaten um bis zu 94 Prozent.

Im Projekt „ReVise-UP“ wurde ein sensorbasiertes System entwickelt, mit dem sich die Qualität der sortierten Materialien aus Leichtverpackungsabfällen überwachen lässt. Die Technik wurde im industriellen Maßstab erprobt. Den Projektergebnissen zufolge kann zusätzlicher Technikeinsatz entlang der Recyclingkette das Wertstoffausbringen um rund zehn Prozent steigern. Der bvse begleitet das Projekt als assoziierter Partner.

Das Forschungsprojekt „SmellStop“ untersuchte verschiedene Verfahren zur Nachbehandlung von Kunststoffrezyklaten. Durch die Kombination von Heißlufttrocknung, Infrarotdrehrohrbehandlung und Silolagerung konnte die Menge flüchtiger Kontaminanten um bis zu 94 Prozent verringert werden.

Weitere Ergebnisse betreffen das Recycling gebrauchter PET-Schalen. Im Projekt „CircuTray-UP“ wurden mechanische und lösungsmittelbasierte Verfahren untersucht. Dabei entstand hochreines PET-Rezyklat, aus dem sich Tiefziehfolien und Trays mit Migrationsbarriere für Lebensmittelanwendungen herstellen lassen.

Mit dem Recycling von Geokunststoffen beschäftigte sich „ProGeo-UP“. Die Forschenden entwickelten eine spezielle Anbautraverse für den zerstörungsfreien Rückbau und Wiedereinbau. Außerdem gelang es, aus zurückgebauten Geokunststoffen Rezyklat für die Herstellung neuer Geokunststoffe zu gewinnen.

Chemisches Recycling: Verfahren noch in der Entwicklung

Im Projekt „pool-in-loop“ wird ein Verfahren zur katalytischen Spaltung polyolefinhaltiger Kunststoffabfälle weiterentwickelt. Die entstehenden Produkte können als Ausgangsstoffe für die Herstellung neuer Kunststoffe dienen. In Laborversuchen an einem kontinuierlichen Reaktor wurden polyolefin- und heizwertbezogene Ausbeuten von über 70 Prozent erreicht. Für 2027 ist eine Überprüfung an einer Referenzanlage im Technikumsmaßstab vorgesehen.

Das Projekt „HydroCycling“ entwickelt ein katalytisches Verfahren, bei dem gemischte Altkunststoffe durch Hydrierung in petrochemische Rohstoffe und Basischemikalien umgewandelt werden sollen. Diese können zur Herstellung neuer Kunststoffe in Neuwarequalität eingesetzt werden. Mehrere Erfindungen aus dem Projekt wurden zum Patent angemeldet.

Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche Praxis überführen

Nach dem Fazit der DECHEMA kommt es nun darauf an, die Forschungsergebnisse in die wirtschaftliche Praxis zu überführen und erfolgreiche Ansätze im größeren Maßstab einzusetzen. Dafür seien eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie geeignete wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen erforderlich. Auf der Konferenz wurden unter anderem verlässliche Rezyklatmärkte, eine gezielte öffentliche Beschaffung und schnellere Planungsprozesse für Recyclinganlagen angesprochen.“

Die Fördermaßnahme KuRT läuft von September 2021 bis August 2028. Für die sechs Forschungsprojekte und das begleitende Vernetzungs- und Transfervorhaben stehen insgesamt rund 23 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung.

Quelle: DECHEMA, Pressemitteilung vom 19. Oktober 2026

>>> Weitere Informationen zu den KuRT-Forschungsprojekten

Seitennavigation

Mitglied werden Presse top