Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Sie sind hier:

Der Verpackungsglashersteller Vetropack hat im ersten Halbjahr 2026 mehr Glasverpackungen verkauft, musste aber einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen.

Trotz des anhaltenden Margendrucks wird das Unternehmen für das Gesamtjahr zuversichtlicher und hebt seine Umsatzprognose an. Bis 2030 soll zudem die operative Marge wieder zweistellig werden.

Vetropack hat im ersten Halbjahr 2026 von einer Belebung des Geschäfts mit Getränkeverpackungen in Teilen Zentral- und Osteuropas profitiert. Die abgesetzte Produktionsmenge lag über dem Vorjahresniveau. Beim Umsatz machten sich allerdings negative Währungseffekte bemerkbar: Die Nettoerlöse gingen um 2,0 Prozent auf 404,6 Millionen Schweizer Franken zurück. Zu konstanten Wechselkursen erzielte der Konzern dagegen ein Wachstum von 0,7 Prozent.

Auf der Ergebnisseite blieb die Lage angespannt. Steigende Energie- und Transportkosten sowie der anhaltende Margendruck belasteten das Geschäft. Das Betriebsergebnis erreichte 11,8 Millionen Franken. Bereinigt um Kosten für Kapazitätsanpassungen waren es 16,6 Millionen Franken. Die bereinigte operative Marge sank damit von 5,5 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 4,1 Prozent.

Die Sonderbelastungen von 4,8 Millionen Franken resultierten insbesondere aus Folgekosten der Schließung des Schweizer Produktionsstandorts St-Prex sowie der vorübergehenden Stilllegung jeweils einer Schmelzwanne in Kremsmünster in Österreich und Chișinău in der Republik Moldau.

Die Kapazitätsanpassungen und Effizienzmaßnahmen zeigen sich auch bei der Beschäftigung. Zum Ende des ersten Halbjahres lag der Personalbestand um 7,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Konzerngewinn halbiert sich

Unter dem Strich verdiente Vetropack deutlich weniger. Der Konzerngewinn sank von 9,8 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum auf 4,8 Millionen Franken und hat sich damit mehr als halbiert. Belastend wirkte insbesondere ein höherer Finanzierungsaufwand infolge von Währungseffekten. Ein deutlich geringerer Steueraufwand konnte diesen Effekt teilweise ausgleichen.

Beim operativen Cashflow verbesserte sich die Situation dagegen. Der Geldfluss aus Betriebstätigkeit erreichte 7,9 Millionen Franken, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch ein Mittelabfluss von 7,9 Millionen Franken verzeichnet worden war. Dazu trugen unter anderem niedrigere Lagerbestände und geringere Lieferantenzahlungen bei.

Die Investitionen in Sachanlagen reduzierte Vetropack von 22,8 Millionen auf 19,1 Millionen Franken. Zu den größten Projekten gehörten die Modernisierung von Produktionsanlagen in Pöchlarn in Österreich und Nemšová in der Slowakei.

Im Zuge einer Refinanzierung mit einem europäischen Bankenkonsortium flossen dem Konzern netto 71,6 Millionen Franken an langfristigen Finanzmitteln zu. Der Bestand an liquiden Mitteln erhöhte sich dadurch von 96,8 Millionen Franken Ende 2025 auf 139 Millionen Franken zur Jahresmitte. Die Eigenkapitalquote lag bei 57 Prozent.

Neue Strategie soll Profitabilität deutlich verbessern

Parallel zur Stabilisierung des laufenden Geschäfts hat Vetropack seine Unternehmensstrategie überarbeitet. Die im März angekündigte Überprüfung ist nach Angaben des Unternehmens abgeschlossen. Der Verwaltungsrat hat die neue „Strategie 2035“ verabschiedet, die am 16. September vorgestellt werden soll.

Im Mittelpunkt stehen Effizienzsteigerungen, eine Optimierung des Produktmixes sowie gezielte Wachstums- und Marktentwicklungsmaßnahmen. Vetropack will sich dabei stärker als Anbieter innovativer Verpackungs- und Servicelösungen positionieren und den Kundennutzen entlang der Wertschöpfungskette erhöhen.

Erstmals nennt der Konzern auch konkrete mittelfristige Ziele. Bis 2030 soll der Umsatz auf Basis konstanter Wechselkurse gegenüber 2025 im niedrigen einstelligen Prozentbereich pro Jahr wachsen und damit nach Einschätzung des Unternehmens stärker als der Gesamtmarkt. Gleichzeitig soll sich die Ertragskraft deutlich verbessern.

Vetropack strebt zum Ende dieses Zeitraums wieder eine zweistellige operative Marge an. Auch die Rendite auf das eingesetzte Kapital soll mittelfristig einen zweistelligen Wert erreichen. Dafür will das Unternehmen unter anderem in Markt- und Produktentwicklung sowie in eine flexiblere und produktivere Produktionsinfrastruktur investieren.

Prognose für 2026 angehoben

Für das laufende Geschäftsjahr wird Vetropack trotz der geopolitischen Risiken etwas optimistischer. Das Unternehmen erwartet nun sowohl bei den Absatzmengen als auch bei den währungsbereinigten Nettoerlösen Werte über dem Vorjahresniveau. Bislang hatte Vetropack für beide Kennzahlen mit einem Rückgang gerechnet.

Für das zweite Halbjahr geht das Unternehmen ebenfalls davon aus, dass die währungsbereinigten Nettoerlöse über dem entsprechenden Vorjahreswert liegen werden.

An der Ergebnisprognose hält Vetropack fest. Bei anhaltender Kostendisziplin, höherer Produktionseffizienz und einer engen Investitionskontrolle soll die Betriebsmarge 2026 leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Die Investitionen in Sachanlagen sollen etwa das Niveau von 2025 erreichen.

Das Umfeld bleibt allerdings schwierig. Vetropack rechnet mit zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten und möglichen Auswirkungen auf die Energiemärkte. Tendenziell steigende Kosten und der anhaltende Margendruck dürften das Geschäft damit auch in der zweiten Jahreshälfte prägen.

Seitennavigation

Mitglied werden Presse top

Wir benutzen lediglich technisch notwendige Sessioncookies, die das einwandfreie Funktionieren der Internetseite gewährleisten und die keine personenbezogenen Daten enthalten.