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Kunststoffrecycler fordern weitreichende Standardisierung bei Verpackungskunststoffen

Konkrete Mitwirkung der Packmittelindustrie, des Handels und der Abfüller ist gefordert

Nach vielen Jahren der reinen Gewichtsreduktion, der Deponierung, der Verbrennung und des Exportes nach Asien müssen Kunststoffverpackungen jetzt zeitnah in großen Mengen in Europa recycelt werden. Das neue Verpackungsgesetz und die von allen Beteiligten der Wertschöpfungskette einhellig begrüßte Kunststoffstrategie, welche die EU-Kommission am 16. Januar veröffentlich hat, setzen ehrgeizige Ziele für alle Beteiligten an der Wertschöpfungskette.

In einer gemeinsamen Stellungnahme der Kunststoffrecyclingunternehmen, die im bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. sowie dem BDE-Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. organisiert sind, wird eine konkrete Mitwirkung der Packmittelindustrie, des Handels und der Abfüller hinsichtlich einer weitreichenden Standardisierung bei Verpackungskunststoffen eingefordert.

Die Kunststoffrecycler und -Sortierer sind in dieser Situation schon in der Vergangenheit in Vorlage gegangen. Nur ein qualitätsgetriebenes Recycling wird wirklich nachhaltig funktionieren. Dafür sind zusätzliche Anstrengungen nicht nur der Abfall- und Recyclingindustrie, sondern auch aller dualen Systeme, der Zentralen Stelle, der Abfüller, Verpackungsdesigner, Einzelhändler und der Markenartikelindustrie erforderlich.

1.    Die dualen Systeme müssen sicherstellen, dass die Qualität der Sammelmengen schon bei der Erfassung positiv beeinflusst wird. Das könnte beispielsweise über eine an normierten Erfassungsmengen pro Kopf orientierte Sammelentgeltgestaltung geschehen.

2.    Die Packmittelhersteller müssen sich auf folgende Polymertypen für alle Kunststoffverpackungen konzentrieren: Polyethylen (PE-LD und PE-HD), Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET). Schalen (tiefgezogene Verpackungen) aus PET müssen zukünftig transparent sein und dürfen nicht aus mehreren Schichten verschiedener Kunststoffe bestehen. Die Packmittelhersteller müssen außerdem nicht kompatible, aber fest miteinander verklebte Komponenten, wie PVC, PET, Papier, PA, PVDC und EVOH sowie Aluminiumbedampfungen in Mehrschichtverpackungen, Etiketten und Sleeves durch intelligente recyclingfähige Alternativen ersetzen. Das verwertbare Hauptmaterial muss deutlich über 90% des Gesamtgewichts der Verpackung beitragen. Auf den rein kostengetriebenen Einsatz von Füllstoffen, die die Dichte des Packmaterials nach oben verändern, muss zukünftig verzichtet werden.

3.    Die Abfüller müssen dafür sorgen, dass ihr Produkt seiner Verpackung bei gewöhnlicher Verwendung durch den Konsumenten vollständig entnommen werden kann (Restentleerbarkeit). Dies erfordert schon der Respekt des Abfüllers vor seinem eigenen Produkt, ist aber leider immer noch nicht selbstverständlich.

4.    Die Verpackungsdesigner müssen intelligente Gestaltungslösungen zur Vermeidung von Littering, z. B. bei kleinteiligen und losen Verschlüssen von Kunststoffverpackungen finden. Kunststoffverpackungen müssen zudem als solche erkennbar sein und dürfen nicht als aus Papier „getarnt“ daherkommen.

5.    Die Marketingexperten müssen auf schwarze Verpackungen, unnötige Einfärbungen und Bedruckungen verzichten.

6.    Die Zentrale Stelle muss dafür sorgen, dass Lenkungswirkung der an den o.g. genannten Mindestkriterien recyclinggerechten Designs orientierten Lizenzentgeltstrukturen der dualen Systeme (§ 21 VerpackG) auch wirklich erreicht wird. Dazu müssen die Entgeltsprünge/Boni/Mali ins Verhältnis zu den Kosten des fertigen Packmaterials gesetzt werden und in diesem Verhältnis signifikant sein. Nur dann rechnet sich eine Design- und/oder Materialumstellung.

Diese Forderungen kommen in der Vielzahl von Dialogforen der Wertschöpfungskette zum Verpackungsgesetz immer wieder zur Sprache. Jetzt ist es an der Zeit, konkret mit der Umsetzung zu beginnen, fordern BDE und bvse abschließend.

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