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Bundesumweltministerium fördert Recycling von schwer auflösbarem Altpapier zu hochwertigem Büropapier

Um schwer auflösbares Altpapier erstmals so zu recyceln, dass daraus hochweiße Büropapiere hergestellt werden können, will ein Unternehmen in Glückstadt (Schleswig-Holstein) eine innovative Anlage in Betrieb nehmen. Pilotprojekt wird im Rahmen des BMUV-Umweltinnovationsprogramms mit 2,2 Millionen Euro gefördert

Um schwer auflösbares Altpapier erstmals so zu recyceln, dass daraus hochweiße Büropapiere hergestellt werden können, will das Unternehmen Steinbeis Papier GmbH mit Sitz in Glückstadt (Schleswig-Holstein) eine innovative Anlage in Betrieb nehmen. Das Pilotprojekt wird mit rund 2,2 Millionen Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums gefördert. So sollen jährlich 30.000 Tonnen schwer auflösbares Altpapier, das derzeit nicht für das Recycling für grafische Papiere genutzt werden kann, zusätzlich erschlossen werden.

Hierdurch kann die Recyclingquote für grafische Papiere erhöht werden, so dass grundsätzlich der Einsatz von Frischfasern reduziert werden kann. Gegenüber dem Einsatz von 30.000 Tonnen Frischfasern werden Einsparungen von jährlich 85.500 Megawattstunden Energie, jährlich 1.200.000 Kubikmeter Wasser, sowie 2,2 Tonnen Holz pro Tonne Papier prognostiziert. Unter Einbeziehung der Vorketten können somit insgesamt bis zu maximal 5.250 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Ziel des Verfahrens ist es, möglichst ideale Bedingungen für die sehr unterschiedlichen Altpapiersorten zu schaffen, um dadurch den Recyclingprozess hinsichtlich Energie-, Wasser- und Chemikalienverbrauch zielgerichtet zu optimieren.

Die Reinheit und der Weißgrad sind bei der Produktion von hochwertigen Papiersorten entscheidende Anforderungen, weswegen nicht jede Altpapiersorte für die Produktion eingesetzt werden kann. Grundsätzlich eignen sich nur grafisches Altpapier wie bspw. Bücher, Magazine, Büropapiere, Druckereiabfälle oder Zeitungen, etc. hierfür. Bisher wurde dieses vornehmlich homogene Altpapier aufwendig sortiert und in einem mehrstufigen, energie- und wassereichen Prozess aufbereitet.

Durch die zunehmende Nutzung digitaler Medien ist der grafische Altpapiermarkt stark rückläufig. Gleichzeitig wächst der Markt an Papierverpackungen. Diese enthalten zwar teilweise hochwertige weiße Zellstofffasern, sind aber oft beschichtet oder nassfest, sodass sie speziell und erneut als Papierverpackung aufbereitet werden. Zudem kommt das Altpapier zunehmend unsortierter und heterogener in der Altpapieraufbereitungsanlage an.

Daher plant das Unternehmen eine innovative Anlage zum erstmaligen Recycling von schwer auflösbaren (bspw. hoch nassfesten oder stark beschichteten) Altpapieren für die Herstellung von hochweißen Büropapieren. Mittels eines neuen Aufbereitungskonzepts sollen so erhebliche Mengen an Altpapier, die sonst nicht zum Recycling für grafische Papiere geeignet wären und zum Teil sogar als Reststoff anfallen und energetisch verwertet werden würden, wieder dem Stoffkreislauf zugeführt werden. Das ist möglich dank hochflexibler Anlagentechnik mit innovativer Mess- und Regelungstechnik in Kombination mit modernsten Digitalisierungsverfahren mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz.

Mit dem Umweltinnovationsprogramm wird die erstmalige, großtechnische Anwendung einer innovativen Technologie gefördert.

Quelle: www.bmuv.de

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