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Alttextilmarkt 2015/2016

Auch 2015 war wieder ein schwieriges Jahr für die Alttextilien-Branche – eine Besserung der Gesamtsituation ist in weite Ferne gerückt. Selbst wenn sich der Abwärtstrend von 2014 im vergangenen Jahr nicht so massiv fortgesetzt hat, so litt der Altkleidermarkt unter einer an-haltenden Stagnation.

Die allseits bekannten politischen und weltwirtschaftlichen Krisenherde setzten allgemein die Preise unter Druck. Im dritten und vierten Quartal hat sich diese Entwicklung noch einmal verschärft. Zudem haben sich unter anderem die Kriege in Syrien und der Ukraine auf den Absatz von Altkleidern entsprechend negativ ausgewirkt.

Auch wenn sich die Zusammensetzung der Second-Hand-Ware in den Bereichen Beklei-dung, Schuhe und Haustextilien im Verhältnis zu 2013 nicht merklich verändert hat, so ist jedoch, als Ergebnis einer Umfrage innerhalb der gesamten Mitgliedschaft im bvse, eine Verschlechterung der Qualität in 2015 um fast 10 % zu verzeichnen. Dieser Qualitätsverlust lässt sich mit dem enormen Flüchtlingszustrom in Deutschland erklären. Denn karitative Organisationen haben vermehrt zur Spendenabgabe aufgerufen und die gespendete Beklei-dung/Schuhe oftmals selbst vorsortiert, bevor der überschüssige Anteil den anderen Marktteilnehmern angeboten worden ist.

Unverändert schlecht ist es um die Recyclingware bestellt, die massiv unter Druck steht. Die schlechte Marktlage findet seit einiger Zeit sogar ihren Tiefpunkt darin, dass einige Sorten nur noch durch Zuzahlungen absetzbar sind. Der Absatz von Putzlappen gestaltet sich zwar stabil, allerdings sind auch die Preise nur auf einem stabil niedrigen Niveau.

Bis zum Herbst konnten Federn zu einem relativ stabilen Preis vermarktet werden; jedoch ist seit dem vierten Quartal ein Preisverfall zu verzeichnen, dessen Ende bisher nicht erkennbar ist. Und obwohl das Hochpreisniveau von Altkleidern mittlerweile der Vergangenheit angehört, steigen die Kommunen auch weiterhin in die Erfassung ein – oftmals verbunden mit dem Argument, man wolle so die Illegalen loswerden. Allerdings ist ein deutlich sichtbarer Rückgang bisher noch nicht feststellbar; indessen sind jedoch vermehrt illegale silbrig-aufklappbare Altkleidercontainer der einfachsten und billigsten Bauart anzutreffen.

Der Ausblick in die Zukunft ist von Ängsten um eine Verschärfung der gesamtwirtschaftlichen Gegebenheiten getrübt. Die Krisen und Kriege dauern an, der Ölpreis sinkt weiter und damit sinkt auch die Nachfrage der traditionellen Importländer. Hinzu kommt die Unsicherheit hinsichtlich der Auswirkungen der Flüchtlingsströme auf Mengen und Qualitäten der Sammelware.

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