Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

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Alttextilien: bvse-Leitfaden für die öffentliche Vergabe

Seit Inkrafttreten des Kreislaufwirtschaftsgesetzes schreiben Kommunen vermehrt Dienstleistungen für das Textilrecycling aus. Um den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern die Vergabepraxis insbesondere unter dem im Kreislaufwirtschaftsgesetz verankerten Rechtsbegriff der Hochwertigkeit zu erleichtern, hat ein bvse-Arbeitskreis aus Branchenexperten einen Leitfaden erarbeitet. Dieser enthält in komprimierter und auch für Nichtjuristen leicht verständlicher Form umsetzbare sowie verlässliche und nachprüfbare Kriterien für die Ausschreibung von Erfassungs-, Sortierungs- und Verwertungsleistungen.

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bvse-Aktionsflyer gegen illegal aufgestellte Altkleidercontainer

 

Gegen die Nacht-und-Nebel-Aktionen, in denen illegale Sammler, zum großen Ärgernis der privaten Eigentümer, ungefragt Altkleidercontainer auf deren Privatgrundstücken und -parkplätzen aufstellen, hat der bvse mit seiner AKTION gegen Illegale Altkleidercontainer ein Zeichen gesetzt. In einem übersichtlichen Flyer bietet der bvse den geplagten Grundstücksbesitzern konkrete und leicht umsetzbare Handlungshinweise zur rechtssicheren Entfernung der ungewollten Container.

 

06 27 Stoppt Illegale groß Nur der Eigentümer oder Nutzungsberechtigte des Grundstücks kann Maßnahmen ergreifen!

Gewöhnlich weisen illegal aufgestellte Container keine Kontaktdaten auf oder aber die angegebene Rufnummer ist grundsätzlich nicht erreichbar. Demzufolge wissen die Grundstückseigentümer meist nicht, an wen sie sich wenden können, um diese Container wieder loszuwerden. Denn sowohl die Polizei als auch die Ordnungsämter sind für die Entfernung weder zuständig noch berechtigt.

Der neue bvse-Flyer, der in Zusammenarbeit mit der branchenerfahrenen Kanzlei Jäger Rechtsanwälte konzipiert wurde, gibt wirkungsvolle Tipps dazu, wie betroffene Grundstückseigentümer mit zwei leicht handhabbaren Vorgehensweisen den unliebsamen „Grundstücksbesetzern“ rechtskonform Paroli bieten können.

Spontanes Selbsthilferecht oder alternativ die Meldung als Fundsache sind die Empfehlungen, mit denen der bvse alle Grundstückseigentümer zum gemeinsamen Kampf gegen die nicht nur ärgerlichen, sondern auch zeit- und kostenintensiven Auswirkungen der Machenschaften illegaler Altkleider-Containeraufsteller aufruft!

Der Flyer steht in 2 Formaten, DINA4 und DINA5, zur Verfügung.

Die Flyer finden Sie nachfolgend zum Download:

Flyer DIN A4

 Flyer DIN A5

Alttextilmarkt 2016/2017

Das Jahr 2016 hatte genauso schwierig begonnen, wie das vorherige Jahr endete. Auch wenn der Preis-Abwärtstrend im Exportgeschäft zum Stoppen gekommen ist, so konnte allerdings im gesamten Jahr auch keine Preiserholung verbucht werden.

Bis zum 3. Quartal des Jahres war insbesondere ein erheblicher Verlust an Sammelmengen sowie der Qualitäten zu verzeichnen. Ein Grund hierfür ist die Flüchtlingskrise. Aber auch das größer werdende Angebot im Billigpreissegment der Neuwaren führt zur Verschlechterung der Sammelwaren.
Die von karitativen Organisationen angebotene „vorsortierte“ Ware enthielt wenig hochwertige Bekleidung, die allerdings grundsätzlich zur Kostendeckung benötigt wird.

Zudem gestalteten sich die Afrika-Geschäfte immer problematischer. Sowohl der sinkende Ölpreis als auch die angespannte Liquidität aufgrund der Devisenknappheit waren hierfür ursächlich. Ferner hat die Ostafrikanische Gemeinschaft ein Altkleider-Import-Verbot ab 2019 vereinbart, was teilweise zu direkten Folgen, wie beispielsweise enormen Zollerhöhungen, geführt hat.
Ebenso drängen immer mehr Anbieter neuer Waren aus Fernost auf die afrikanischen Märkte.

Bei der Recyclingware standen die Vorzeichen besonders schlecht; zum Teil waren diese nur gegen Erstattung der Transportkosten oder einer Zuzahlung absetzbar.

Und auch der Absatz von Putzlappen gestaltete sich unverändert schwierig: Die Preise stagnierten auf einem weiterhin niedrigen Niveau; eine Besserung ist nicht in Sicht.

Federn waren das gesamte Jahr über zu stabil niedrigen Preisen zu vermarkten.

Für 2017 sieht sich die Branche mit anhaltenden Problemen, sei es durch weitere Untersagungen gewerblicher Sammlungen, den vielen illegalen Erfassern als auch das Ostafrikanische-Importverbot, konfrontiert. Dies führt zu einer allgemeinen Verunsicherung der gesamten Branche verbunden mit Zukunftsängsten. Mit dem bvse-Projekt „Gemeinsam gegen Illegale“ besteht Hoffnung, den illegalen Sammlern unter anderem gemeinsam mit den Kommunen Einhalt zu gebieten.

Brennpunkt: Sammlung und Export von Altkleidern

Sozial, ökologisch und ökonomisch sinnvoll

Alttextil bvse_Info_Textil_Qualitaetssiegel_screen_finalKleidung aus Sammlungen in Deutschland und Europa ist weltweit als Secondhandware gefragt. Dabei sorgt die Wiederverwendung von Altkleidern sowohl in den Herkunfts- als auch in den Empfängerländern für viele positive Effekte wie die Versorgung mit hochwertiger Kleidung, Beschäftigungsmöglichkeiten und Vorteile für die Umwelt. Tragbare Altkleider sind wertvolle Ressourcen und gehören deshalb nicht in den Restmüll, denn von dort würden sie direkt in der Verbrennung landen.

Wer dafür sorgen möchte, dass seine Altkleider einer sinnvollen Verwendung zukommen und von anderen Menschen weitergetragen werden, kann deshalb guten Gewissens die seriösen Kleidersammlungen der Textilrecyclingbetriebe in Deutschland nutzen. Viele Betriebe sind zertifiziert und werden regelmäßig von unabhängigen Sachverständigen überprüft.

-> Mehr zum bvse-Qualitätssiegel

Versorgung mit bezahlbarer, modischer und guter Kleidung

Durch die Wiederverwendung von Textilien und Bekleidung aus Kleidersammlungen kann ein weltweiter Bedarf gedeckt werden. 70 Prozent der Weltbevölkerung sind auf gebrauchte Kleidung angewiesen. Insbesondere in ländlichen Regionen Afrikas hat die Versorgung mit Secondhandkleidung für die Bevölkerung als Möglichkeit günstige Textilien zu kaufen eine große Bedeutung.

In Medienberichten kam immer wieder der Vorwurf auf, der Export von Altkleidern sei für den Niedergang der afrikanischen Textilindustrie verantwortlich. Nach heutigen Erkenntnissen ist dies nicht haltbar. Im Gegenteil: Die Sammlung sowie der Handel und Export von Altkleidern sind sinnvoll und alternativlos.

Die Situation der lokalen Textilproduktion beruht auf vielen verschiedenen Ursachen: Dazu gehören wirtschafts- und handelspolitischen Probleme aber auch Probleme mit der Infrastruktur, beispielsweise der Energieversorgung sowie der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben. Außerdem überschwemmen asiatische Textilhersteller die Märkte mit billiger Kleidung. Auf diese „multikausale Problematik“ hat 2012 auch die Bundesregierung hingewiesen. Auch das Deutsche Rote Kreuz, zu dessen Verwertungspartnern auch bvse-Mitgliedsunternehmen gehören, hat sich intensiv mit der Frage des Exports von Altkleidern auseinandergesetzt und ist von den positiven Effekten überzeugt.

Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zum Altkleiderexport Informationen des DRK zur Kleidersammlung

Eine eigene Textilindustrie in den Entwicklungsländern wäre kaum in der Lage, die Menschen mit Kleidung zu versorgen. Die Preise wären für die meisten Bürger wohl auch viel zu hoch. Secondhandkleidung ist dagegen erschwinglich, qualitativ hochwertig und oftmals aktuell und modisch. Im Gegensatz zu Billigimporten aus Asien besteht sie überwiegend aus Baumwolle und nicht aus Kunstfasern, was neben qualitativen auch hygienische Vorteile hat.

Schutz von Umwelt und Ressourcen

Die Wiederverwendung von Altkleidern spart im Vergleich zur Produktion von neuer Kleidung Ressourcen ein. Der Anbau von Baumwolle als Rohstoff für die Textilindustrie ist sehr wasserintensiv. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts beläuft sich der Wasserbedarf von einer Tonne Rohbaumwolle auf durchschnittlich rund 3.600 Kubikmeter. In Bezug auf die daraus hergestellte Baumwollfaser ergibt sich sogar ein Wasserbedarf von 8.500 Kubikmeter je Tonne. Eine Studie aus Großbritannien hat außerdem gezeigt, dass durch den Wiedereinsatz eines T-Shirts drei Kilogramm CO2 eingespart werden können. Beim Anbau von Baumwolle, häufig in Monokulturen, werden darüber hinaus auch viele Pestizide eingesetzt. Es macht deshalb Sinn, die unter hohem Ressourceneinsatz hergestellten Bekleidungsstücke so lange wie möglich zu nutzen.

Die Textilrecyclingbranche in Deutschland leistet dazu ihren Beitrag und setzt den Gedanken der Kreislaufwirtschaft „Vermeidung und Verwertung von Abfällen vor der Beseitigung“ erfolgreich um: Der größte Teil der Altkleider und Textilien wird entweder weiter getragen, in der Putzlappen- oder Dämmstoffherstellung verwendet oder fließt als Recyclingfaser in andere Produkte ein.

Impulse für den Arbeitsmarkt in Deutschland und den Käuferländern

Für deutsche Textilrecycling-Firmen arbeiten mehrere Tausend Menschen. Als einer der wenigen Wirtschaftszweige bieten die Unternehmen mit ihrem engen Sammelnetz und aufwändigen Sortierprozessen, die vor allem per Hand erledigt werden, auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ohne Ausbildung oder mit geringer Qualifikation eine Perspektive.

Die große Nachfrage nach moderner und hochwertiger Secondhandkleidung zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis hat auch in den Käuferländern viele neue Verdienstmöglichkeiten geschaffen. Tausende Menschen bestreiten ihren Lebensunterhalt mit dem Handel von Altkleidern sowie der Reparatur und Aufarbeitung von Kleidungsstücken auf die länderspezifischen Bedürfnisse.

Der Weg der Altkleider von der Sammlung zur Wiederverwendung

Heute werden in Deutschland jährlich rund 1,01 Millionen Tonnen Altkleider und gebrauchte Textilien gesammelt. Das Textilaufkommen pro Kopf, bestehend aus Bekleidungs, Heim- und Haustextilien, beläuft sich in Deutschland auf ca. 26 kg. Kleidung wird entsprechend der schnelllebigen Modetrends in immer kürzeren Abständen neu gekauft. Nach der bvse-Studie "Konsum, Bedarf und Wiederverwendung von Bekleidung und Textilien in Deutschland" werden rund 98 Prozent der Alttextilien verwertet. Nur 2 Prozent müssen als Abfall beseitigt werden. Über die Hälfte wird weltweit als Secondhandkleidung wiederverwendet, rund 21 Prozent zu Putzlappen verarbeitet und etwa 23 Prozent einer Weiterverwertung als Sekundärrohstoff und hochwertigem Ersatzbrennstoff zugeführt.

Ohne die Textilrecyclingwirtschaft müssten die Altkleider über den Hausmüll und damit die Müllverbrennung entsorgt werden. Das wäre für die Bürger mit zusätzlichen Kosten verbunden und auch umweltpolitisch falsch, denn so würden wertvolle Ressourcen vernichtet.

Altkleidersammlung: Kostenfreie und bequeme Abgabe für die Bürger

Alttextilien werden auf unterschiedlichste Art gesammelt. Zum Beispiel durch Haussammlungen, Straßen- und Containersammlungen, zum Teil aber auch durch direkte Abgabe beim Textilrecycler oder bei karitativen Kleiderkammern. Heute wird der größte Teil der Textilien in Altkleidercontainern gesammelt.

Die Bürger schätzen das kostenlose und nahezu flächendeckende Netz und die Unabhängigkeit von Sammelterminen. Diese Art der Sammlung erfordert jedoch auch hohe Investitionen und eine ausgefeilte Logistik.

Das dichte Netz an Altkleidercontainern ermöglicht den Bürgern, ihre Textilien kostenfrei abzugeben. Oft wird vergessen, dass beispielsweise der Preis für die Entsorgung des Verpackungsmülls schon im Kaufpreis enthalten ist. Für die Entsorgung des Hausmülls werden Gebühren fällig.

Mit den Erträgen aus der Wiederverwendung der Altkleider können die Kosten für die Verwertung und Beseitigung der nicht mehr brauchbaren Textilien quersubventioniert werden.

Sortierung ist Handarbeit

Die gesammelten Alttextilien werden in modernen Sortierbetrieben nach Sorten, Artikeln und Qualitäten per Hand in bis zu 350 Fraktionen sortiert. Ausschlaggebend für die Sortierung ist dabei immer die Nachfrage aus den Empfängerländern, die sich je nach Jahreszeit, Klimazone oder kulturellen Bedürfnissen unterscheidet. Geübte Sortierer und Sortiererinnen brauchen ein Gespühr für diese Bedürfnisse, die modischen Vorlieben und auch die Materialien. Dies setzt viel Erfahrung und einen hohen Personaleinsatz voraus. Je gründlicher die Sortierung, desto mehr Altkleider können weitergetragen werden.

Wiederverwendung und Vermarktung von Altkleidern

In Deutschland fallen weit mehr Altkleider an, als benötigt werden. Für gut erhaltene gebrauchte Kleidung gibt es jedoch einen weltweiten Bedarf: Viele Menschen in europäischen und außereuropäischen Ländern schätzen bei geringeren oder sogar gleichen Preisen im Vergleich zu den Importen aus Asien die bessere Qualität der Stoffe und die modischeren Schnitte der Sammelware. Die Vermarktung erfolgt hauptsächlich nach Osteuropa und in Entwicklungsländer Asiens und Afrikas.

Zusammenarbeit mit gemeinnützigen Organisationen

Altkleidersammlungen werden traditionell von gewerblichen sowie gemeinnützigen Organisationen durchgeführt. Die Erfassung, Aufbereitung, Sortierung und Vermarktung von Altkleidern ist jedoch personal- und kostenintensiv und erfordert Kapazitäten wie ein Containernetz, Fuhrpark, Sortieranlagen und Lagerfläche. Auch das Know-how über die Sortierung und die Märkte für Secondhandkleidung ist nicht zu unterschätzen. Deshalb setzen viele karitative Organisationen auf die professionelle Unterstützung der Textilrecyclingbetriebe.

Die Vermarktung der Textilien ermöglicht es ihnen, eine Sachspende in finanzielle Mittel umzuwandeln. Daneben haben sie die Möglichkeit, beste Sammelware für ihre Kleiderkammern zurückzuhalten. So können sich die Organisationen auf ihre Kerntätigkeit konzentrieren und die erwirtschafteten finanziellen Mittel für ihre gemeinnützigen Projekte verwenden. Viele Mitgliedsunternehmen im bvse sind Verwertungspartner gemeinnütziger Organisationen.

Verwertung

Aus nicht mehr tragfähigen Kleidungsstücken werden zum Beispiel Putzlappen geschnitten oder Recycling-Textilfasern gewonnen. Die Putzlappenrohstoffe werden zunächst in Handarbeit oder mit Hilfe von Maschinen von Knöpfen, Schnallen oder Reißverschlüssen befreit, anschließend zugeschnitten und umsäumt.

Bei den Rohstoffen für die Vlies- und Reißspinnstoffindustrie handelt es sich um gestrickte Ware und gewebte Tuche aus Wolle, Baumwolle, Synthetik und Mischgeweben. Reißbetriebe bereiten die Textilien zu Fasern auf, aus denen dann beispielsweise Garne gesponnen oder Vliese gebildet werden können.

Synthetikfasern werden agglomeriert und regranuliert und kommen in der Spritz-Kunststoffherstellung zum Einsatz. Andere werden zu textilen Hartfaserplatten verarbeitet. Textile Recyclingmaterialien werden in der Automobilherstellung, im Maschinenbau oder in der Druckindustrie verwendet.

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