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2021: Die Ruhe im Altholzmarkt ist aktuell vorbei

Die Corona-Pandemie stellte auch die Unternehmen im bvse vor enorme Herausforderungen. Temporäre Stilllegungen in Industrie und Gewerbe spüren Entsorgungsunternehmen in ihrer Dienstleistung zwar erst zeitversetzt dann aber deutlich. Zeitweise mussten Unternehmen, insbesondere jene die sich auf die Erfassung und Verwertung gewerblicher Abfälle konzentrierten, Kurzarbeit anmelden um einigermaßen durch die Krise zu kommen.

Denn das Gesamtabfallaufkommen hatte sich gar nicht verringert, sondern verschoben. Dem Rückgang an gewerblichen Abfällen stand zeitweise ein Zuwachs an Abfällen aus privaten Haushalten gegenüber. So kam es sogar zum Ende des letzten Lockdowns kurzzeitig zu leicht erhöhten Abfallmengen. Bei Altholz hat sich das Bild aber schnell wieder umgekehrt. Aktuell steht einer hohen Nachfrage in der stofflichen und energetischen Verwertung eine knappe Versorgung der Aufbereitungsanlagen mit Altholz gegenüber.

Besonders knapp ist die Versorgungslage im Süden. Hier berichten Unternehmen dem bvse, dass weiterhin lediglich grob vorzerkleinertes Altholz ins nahe liegende Ausland exportiert wird und somit für eine hiesige Verwertung fehlt. 

Eine unerwartet zu beobachtende Tendenz könnte den Kampf ums knappe Altholz zusätzlich verschärfen. Entgegen aller Erwartungen gibt es Meldungen, dass zurzeit wieder neue Heizkraftwerke in Planung sind, obwohl weiterhin Unsicherheit darüber besteht, ob die EU-Kommission einer in Deutschland beschlossenen Verlängerung (bis Dezember 2026) der EEG-Förderung final zustimmt.

Frischholzmarkt wirkt sich zusätzlich auf Altholzmarkt aus

Auch die aktuellen Entwicklungen auf dem Frischholzmarkt könnten sich indirekt auf die Branche auswirken. So beklagt die Bauwirtschaft einen eklatanten Rohstoffmangel. Dies bringt die Baukonjunktur ins Stocken. So ist anzunehmen, dass im nächsten halben Jahr auch aus diesem Sektor weniger Altholz zu erwarten ist. Denn das waldreiche Deutschland ist Ziel für rohstoffhungrige Länder wie die USA und China geworden. Die Exportquote für Frischholz ist enorm gestiegen und die heimische Nachfrage nach Baustoffen hat das Nachsehen. Zudem sind internationale Lieferketten unterbrochen.

Der Markt wird also unruhiger, zudem droht eine Verteuerung von Energie, die sich auf die Aufbereitungskosten auswirken wird.

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