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voestalpine: Weltweit modernstes Edelstahlwerk in Kapfenberg startet

Rund vier Jahre nach dem offiziellen Spatenstich im Jahr 2018 ist das neue Edelstahlwerk am voestalpine-Standort Kapfenberg fertiggestellt.

Ab dem Sommer werden schrittweise die Anlagen hochgefahren, ab Herbst startet der intermittierende Parallelbetrieb mit dem bestehenden Elektrostahlwerk. Mit dem hochmodernen Werk, das 205.000 Tonnen Spezialstähle für die internationale Luftfahrt-, Öl- und Gas-, Automobil- und Werkzeugbauindustrie herstellen wird, setzt die High Performance Metals Division des voestalpine-Konzerns einen technologischen Meilenstein hinsichtlich Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Das neu errichtete Edelstahlwerk, das die bestehende Anlage der voestalpine Böhler Edelstahl GmbH & Co KG in Kapfenberg ersetzt, ist auf die Erzeugung von hochqualitativem Vormaterial für Flugzeugkomponenten, Werkzeuge für die Automobilindustrie, Equipment für die Öl- und Gasförderung oder für den 3D-Druck von hochkomplexen Metallteilen spezialisiert. Die ersten Aggregate laufen bereits im Kalttestbetrieb.

"Mit Start der Inbetriebnahme der Anlagen im Herbst 2022, vorerst im intermittierenden Parallelbetrieb mit dem bestehenden Stahlwerk, können wir unsere Kunden mit noch besseren Werkstoffqualitäten versorgen und so unsere globale Marktführerschaft bei Werkzeug- und Spezialstählen weiter ausbauen. Ein großer Dank gilt dabei unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort, die mit ihrer Flexibilität und ihrem umfassenden Know-how eine erfolgreiche Inbetriebnahme ermöglichen werden", erklärte Franz Rotter, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der High Performance Metals Division.

Trotz coronabedingter Herausforderungen konnte das Projekt weitergeführt werden, musste aber auch durch Lieferverzögerungen von Schlüsselaggregaten, verursacht durch Zulieferunternehmen, eine Projektverzögerung von etwas mehr als einem Jahr hinnehmen. Gleichzeitig kalkuliert die voestalpine aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen wie bereits kommuniziert mit etwa 10 – 20 % Kostenerhöhung gegenüber dem ursprünglichen Investitionsplan von 350 Mio. EUR.

Neue Maßstäbe bei Digitalisierung

Die hochmoderne Anlage setzt hinsichtlich digitalisierter Produktionsabläufe internationale Standards. Rund 8.000 Prozessdaten werden laufend parallel erfasst, umgesetzt und ausgewertet. Der hohe Digitalisierungsgrad erfordert bestens ausgebildete Fachkräfte, die die Maschinen steuern und Daten auswerten.  Die entsprechende Qualifizierung der Mitarbeiter in den Bereichen Robotik, Sensorik oder Datenanalyse erfolgt über ein hauseigenes Kompetenzzentrum für Digitalisierung. Insgesamt werden durch das neue Edelstahlwerk rund 3.000 Arbeitsplätze an den steirischen voestalpine-Standorten Kapfenberg und Mürzzuschlag abgesichert.
Einsatz nachhaltiger Zukunftstechnologien

Ein weiterer Fokus liegt auf der umwelt- und ressourcenschonenden Stahlproduktion. „Das neue Edelstahlwerk wird weltweit neue Benchmarks hinsichtlich Nachhaltigkeit und Energieeffizienz setzen. Dadurch ist diese Investition auch ein wesentlicher Bestandteil unserer gesamtheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie“, betont Franz Rotter. Der Elektrolichtbogenofen – das Kernstück der Anlage – wird zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben. Dank geschlossener Kühlkreisläufe kann eine Reduktion der benötigten Kühlwassermengen um bis zu 90 Prozent erzielt werden. Zudem sorgt ein effizientes Rückgewinnungssystem dafür, dass die erzeugte Wärme werksintern weiterverwendet sowie in das öffentliche Fernwärmenetz eingespeist wird.

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