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EU-Kommission genehmigt Übernahme von Groupe Ecore durch Derichebourg unter Auflagen

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von Groupe Ecore durch Derichebourg nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben. Die Genehmigung ist an die Bedingung geknüpft, dass Derichebourg seine Verpflichtungszusagen vollständig umsetzt. Unter anderem muss Derichebourg 4 Plätze mit einer Shredderanlage verkaufen.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission Margrethe Vestager erklärte dazu: „Derichebourg ist einer der führenden Metallschrottverwerter in Frankreich. Er steht dort in einer Reihe von Regionen in direktem Wettbewerb mit Group Ecore bei der Sammlung und Verwertung von Metallschrott. Zusammen hätten sie auf diesen Märkten eine starke Stellung innegehabt, und durch die Übernahme wäre eine wichtige Alternative für Kunden und Lieferanten weggefallen. Wir haben die Übernahme von Group Ecore genehmigt, nachdem sie mit umfassenden Veräußerungen einhergehen wird, die einen dynamischen Wettbewerb auf dem französischen Recycling-Markt gewährleisten werden.“

Derichebourg, eine Tochtergesellschaft der Groupe Derichebourg, ist im Bereich Umweltdienstleistungen (Abfallsammlung und -verwertung) und Unternehmensdienstleistungen (Reinigungsdienstleistungen) tätig. Groupe Ecore ist in der Abfallbewirtschaftung tätig, von der Sammlung bis zur Vermarktung von Altstoffen. Ihr Hauptgeschäft ist das Recycling von Metallschrott.

Die Untersuchung der Kommission

Der Zusammenschluss hätte in der ursprünglich angemeldeten Form Anlass zu ernsthaften wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegeben. Die Untersuchung der Kommission ergab insbesondere, dass das Vorhaben zu erheblichen horizontalen Überschneidungen auf den folgenden Märkten führen würde:

    Sammlung und Recycling von Metallschrott, einschließlich Altfahrzeugen, auf mehreren lokalen Märkten in Frankreich,
    Recycling von Elektroschrott auf mehreren lokalen Märkten in Frankreich, und
    Vermarktung von zerkleinertem Eisenschrott („E40“) auf mehreren lokalen Märkten in Frankreich und den Nachbarländern.

Die Kommission stellte fest, dass das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen über eine starke Marktstellung verfügen würde und nur begrenztem Druck seitens der Wettbewerber ausgesetzt wäre.

Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen

Um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen, bot Derichebourg an,

    vier Recyclinganlagen in Frankreich mit einer Schredderanlage und vier Abfall-Sammelstellen zu veräußern,
    dem Käufer auf Wunsch bis zu fünf zusätzliche Sammelstellen in Frankreich im selben Einzugsgebiet anzubieten, die zur Versorgung der Schredderanlagen mit Metallschrott beitragen würden,
    Übergangs-Dienstleistungsvereinbarungen abzuschließen, die während eines Zeitraums, der es dem veräußerten Geschäftsbereich ermöglicht, völlig unabhängig von Derichebourg zu werden, den Zugang zu allen für den Betrieb des veräußerten Geschäftsbereichs erforderlichen Vermögenswerten und Diensten (wie EDV, Beförderungsleistungen, Qualitäts-, Sicherheits- und Umweltdienstleistungen) vorsieht.

Mit den endgültigen Verpflichtungszusagen da nach Rückmeldungen der Marktteilnehmer erheblich nachgebessert wurden, werden die von der Kommission festgestellten wettbewerbsrechtlichen Bedenken in vollem Umfang ausgeräumt.

Die Kommission ist daher zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss in der durch die Verpflichtungen geänderten Form keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken mehr aufwirft. Die Genehmigung der Kommission ist an die Bedingung geknüpft, dass die Verpflichtungszusagen vollständig erfüllt werden.

Unternehmen und Produkte

Das in Frankreich ansässige Unternehmen Group Ecore ist in der Abfallbewirtschaftung tätig, von der Sammlung und Wiedergewinnung bis zur Vermarktung von Altstoffen. Sein Kerngeschäft ist das Recycling von Metallschrott. Darüber hinaus ist es auch in der Verwertung von Papier- und Kunststoffabfällen tätig.

Derichebourg mit Sitz in Frankreich ist Teil des Derichebourg-Konzerns, der im Bereich der Umweltdienstleistungen (Sammlung und Verwertung von Metallschrott, Dienstleistungen für kommunale Behörden wie die Sammlung von Haushaltsabfällen) und der Unternehmensdienstleistungen (Reinigungsleistungen, Zeitarbeit, ausgelagerte Luft- und Raumfahrtdienstleistungen, Energie usw.) tätig ist. Was insbesondere ihr Kerngeschäft Metallschrott betrifft, so umfasst die Tätigkeit von „Derichebourg Environnement“ die gesamte Recyclingkette von der Sammlung und Wiedergewinnung bis zur Verwertung und Vermarktung von Eisen- (Stahl) und Nichteisenabfällen (Aluminium, Kupfer usw.).

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Der Zusammenschluss wurde am 26. Oktober 2021 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten oder in einem wesentlichen Teil des EWR erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet. Wenn, wie in diesem Fall, in Phase I Verpflichtungen angeboten werden, verfügt die Kommission über 10 zusätzliche Arbeitstage, sodass sich die Gesamtdauer des Vorprüfverfahrens auf 35 Arbeitstage erhöht.

Weitere Informationen werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.10249 veröffentlicht.

Quelle: https://ec.europa.eu

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