Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Menu
Sie sind hier:

Weltstahlverband erwartet 4,5 Prozent Wachstum in der Weltrohstahlproduktion

Die Weltstahlvereinigung hat ihre kurzfristige Prognose zur Entwicklung des Stahlmarktes veröffentlicht und erwartet in diesem Jahr für die Weltrohstahlproduktion ein Wachstum in Höhe von 4,5 Prozent bzw. 1,855 Mio. Tonnen.

Für das kommende Jahr soll der Anstieg bei 2,2 Prozent bzw. 1,896 Mio. Tonnen liegen. In der aktuellen Prognose geht der Verband davon aus, dass die Ausbreitung von Varianten des COVID-Virus angesichts der Fortschritte bei den weltweiten Impfungen weniger schädlich und störend wirken wird als bei früheren Wellen.

Bei der Vorhersage wurde berücksichtigt, dass ins-besondere in Asien die Erholungsphase durch ein Wiederaufflammen der Pandemie beeinträchtigt wurde.

In China hat seit Juni die Stahlindustrie auf Anordnung der Regierung den Rückwärtsgang eingeschaltet. Durch den anhaltend negativen Einfluss der stark unter Druck stehenden Bauwirtschaft wird die Stahlproduktion im zweiten Halbjahr in China schrumpfen und letztlich gegenüber dem Vorjahr um 1 Prozent sinken.

Die Industrieländer dürften dagegen im kommenden Jahr mengenmäßig die Pandemie hinter sich gelassen haben. Mit einem Wachstum in diesem Jahr in Höhe von 12,2 Prozent und im kommenden Jahr von 4,3 Prozent ist das Vorkrisenniveau erreicht.

Die Erholung der Stahlnachfrage in Europa hat in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres eingesetzt und seitdem an Fahrt gewonnen. Belastend wirken die Lieferkettenunterbrechungen, worunter vor allem die Zu-lieferer und zum Teil das produzierende Gewerbe leiden, sodass der ursprüngliche Schwung etwas verloren gegangen ist. Italien erholt sich von allen EU-Ländern am schnellsten, obwohl es unter der Pandemie am stärksten gelitten hat.

Die Entwicklung in den wichtigen Stahlverbrauchsektoren Bauwirtschaft und Automobil schätzt WSA unterschiedlich stark ein. Im laufenden Jahr zeigte der Bausektor in den Industrieländern nicht zuletzt durch finanzielle staatliche Hilfen im Rahmen von Infrastrukturprojekten ein robustes Wachstum. Dies gilt allerdings mehr für die Länder, die stark von der Pandemie betroffen waren. China scheint sich auf einem Scheidepunkt bei der Wohnungsbautätigkeit zu befinden, da bspw. der Baukonzern Evergrande insolvent zu werden droht.

Weltweit wirken zwei gegensätzliche Kräfte. Einerseits versuchen viele Regierungen insbesondere in den Industrieländern die Wirtschaft mit Infrastrukturprojekten zu stützen, aber andererseits hat sich der finanzielle Spielraum durch die Pandemie für die Politik stark verkleinert. Es steht zu vermuten, dass viele Länder die öffentlichen Investitionen zurückfahren müssen, was den Stahlverbrauch belasten wird.

Die Automobilindustrie spürte während des Lockdowns im ersten Halbjahr 2020 den größten Nachfragerückgang, konnte sich dafür aber im 2. Halbjahr zügig erholen. Leider leidet der Sektor weltweit unter einem eklatanten Mangel an Halbleitern. Daraus resultierende Feierschichten und Betriebsunterbrechungen führen in diesem Jahr zu einer verminderten Flachstahlnachfrage, die mittlerweile preisbelastend ist.

Laut einem Bericht im Handelsblatt vom 14.10.2021 zum Thema existenzbedrohende Chipkrise für die Zulieferer kommt der Autor zu dem Schluss, dass trotz der umfangreichen Produktionseinbußen die großen Autobauer einigermaßen gut durch die Krise gekommen sind, während den Zulieferern langsam die Luft ausgeht. So hatten weite Teile der Automobilindustrie umfangreiche Bestellungen bei den Zulieferern vorgenommen, die nun nicht abgerufen werden, für die aber bereits Waren be-stellt wurden. Weltweit werden in diesem Jahr schätzungsweise 10 bis 11 Mio. Fahrzeuge als Folge fehlender Halbleiter sowie weiterer Bauteile nicht produziert.

Quelle: Bearbeitung: Birgit Guschall-Jaik, bvse; worldsteel

Icon Mitglieder Mitglied werden Presse top

Wir benutzen lediglich technisch notwendige Sessioncookies, die das einwandfreie Funktionieren der Internetseite gewährleisten und die keine personenbezogenen Daten enthalten.