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EU-Stahlschrottaußenhandelsbilanz 2020

Von Birgit Guschall-Jaik, bvse-Referentin

Die EU führte im vergangenen Jahr 2,87 Mio. Tonnen Schrott ein und 22,63 Mio. Tonnen aus, womit sich ein Exportüberschuss von knapp 20 Mio. Tonnen ergeben hat, wie den vorläufigen Daten von Eurostat zu entnehmen ist.

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Importe

Im Vergleich zu 2019 sind die Importe um lediglich 2 Prozent gefallen, während sich die Stahlproduk-tion im betrachteten Zeitraum um 11,6 Prozent von 157,4 Mio. Tonnen im Jahr 2019 auf 139,1 Mio. Tonnen im vergangenen Jahre verringert hat. Die mengenmäßig größten Lieferanten waren die Schweiz (+4 Prozent) gefolgt von Norwegen (+ 2 Prozent) und Russland. Von dort sanken die Liefermengen jedoch deutlich um 26 Prozent bzw. 128.000 Tonnen. Der Libanon steigerte dagegen seine Lieferleistung um fast 40 Prozent auf 191.000 Tonnen.

Exporte

Der in der EU ohnehin vorhandene Schrottüberschuss, der aus dem hohen Industrialisierungsgrad resultiert, lag im vergangenen Jahr bei 22,6 Mio. Tonnen. Diese Menge ist gegenüber 2019 um 4 Prozent angewachsen. Der Schrotthandel konnte die fehlenden Absatzmöglichkeiten bedingt durch die rückläufige europäische Stahlproduktion über Exporte im Gleichgewicht halten. Länder wie die Türkei erholten sich von der Pandemie schneller als die EU-Länder. Die türkische Stahlproduktion wuchs im vergangenen Jahr gegenüber 2019 um 6,1 Prozent auf 35,8 Mio. Tonnen. Deutschland erzeugte zum Vergleich 35,7 Mio. Tonnen. Damit überholte die türkische Stahlproduktion zum ersten Mal die der deutschen Stahlwerke.

Die EU-Werke erzeugten mit 139,1 Mio. Tonnen Rohstahl 11,6 Prozent weniger als 2019. Die türkischen Werke waren mit über 14 Mio. Tonnen Schrotten die wichtigsten Abnehmer der Europäer und erreichten einen Anteil von 62,1 Prozent. In der Türkei lag der Anteil der Elektrostahlproduktion im vergangenen Jahr bei 69,3 Prozent, während er in dem Jahr davor bei 67,8 Prozent gelegen hat. Im Vergleich dazu erreichte in Deutschland der Anteil der Elekt-rostahlerzeugung an der Rohstahlproduktion einen Anteil von 32,3 Prozent im Jahr 2020 und lag damit leicht über dem Anteil des Jahres 2019 von 30 Prozent.
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