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Umicore verdoppelt Ergebnisse im Recyclingbereich

In seinem Jahresergebnisbericht für 2020 gibt der belgische Materialtechnologie- und Recyclingkonzern  Umicore Rekordergebnisse bekannt. Im Geschäftsfeld Recycling konnte Umicore seine Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln.

Umicore erzielte im Jahr 2020 sein bisher bestes Finanzergebnis, trotz schwerwiegender Beeinträchtigungen auf den Endmärkten durch die COVID-19-Pandemie. Möglich war dies unter anderem dank eines außergewöhnlich günstigen Preisniveaus für Platingruppenmetalle (PGM). Das unterstreicht die Widerstandsfähigkeit und die Vorzüge der Strategie des Unternehmens, die auf komplementäre Geschäftsaktivitäten aufbaut. Dank eines starken Ergebnisses im Geschäftsfeld Recycling, das die Folgen des Rückgangs in der Automobilindustrie für die Ergebnisse der Geschäftsfelder Catalysis und Energy & Surface Technologies ausglich, wurden im ersten Halbjahr 2020 solide Leistungen erzielt.

Die zweite Jahreshälfte war von einer deutlichen Verbesserung der Umsatzerlöse und Erträge des Konzerns gekennzeichnet. Diese beruhen auf  einer anhaltend robusten operativen Leistung und steigenden Metallpreisen im Segment Recycling sowie einem starken Wachstum im Segment Catalysis. Das bereinigte EBIT für das Gesamtjahr betrug  536 Millionen Euro, was einen Anstieg um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr darstellt. Das bereinigte EBITDA stieg um 7 Prozent auf 804 Millionen Euro.

Im Geschäftsfeld Recycling konnte Umicore sein bereinigtes EBIT im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln. Dies lag an einem starken Wachstum in allen Geschäftsbereichen, hoher Auslastung trotz der COVID-19-Krise sowie hohen Metallpreisen und vorteilhaften Handelsbedingungen.

Die Umsätze im Geschäftsfeld Catalysis gingen zurück, wenn auch weniger stark als der weltweite Automobilmarkt. Zurückzuführen ist das auf die starke Marktposition von Umicore bei Benzintechnologien für Pkws und leichte Nutzfahrzeuge vor allem in China und Europa, sowie auf den höheren Absatz von Katalysatoren für schwere Nutzfahrzeuge mit Dieselantrieb und für Brennstoffzellen. Infolge der erheblichen Auswirkungen der Pandemie in der ersten Jahreshälfte sank das bereinigte EBIT mehr als der Umsatz für das gesamte Jahr.

Die Umsätze des Geschäftsfelds Energy & Surface Technologies spiegeln die Auswirkungen der Pandemie sowie geringere Umsätze mit Kathodenmaterialien für hochwertige tragbare Elektronikgeräte und Energiespeicheranwendungen wider. Der Rückgang des bereinigten EBIT war ausgeprägter. Gründe dafür waren ein signifikant negativer operativer Hebeleffekt und die Auswirkungen eines ungünstigen Preisumfelds für Kathodenmaterialien aufgrund erheblicher Überkapazitäten der Branche in China.

Wichtigste Kennzahlen

  • Umsatz von € 3,2 Milliarden (-4 %)
  • Bereinigtes EBITDA von € 804 Millionen (+7 %)
  • Bereinigtes EBIT von € 536 Millionen (+5 %)
  • EBIT-Bereinigungen i. H. v. € -237 Millionen, hauptsächlich durch Restrukturierungskosten, Umweltrückstellungen und Wertminderungen    ROCE (Kapitalrendite) von 12,1 % (im Vergleich zu 12,6 % in 2019)
  • Bereinigter Nettogewinn (Konzernanteil) von € 322 Millionen (+3 %) und bereinigter Gewinn pro Aktie € 1,34 (+3 %)
  • Operativer Cashflow von € 603 Millionen (€ 549 Millionen in 2019), trotz des Anstiegs des Betriebskapitalbedarfs um € 104 Millionen aufgrund höherer PGM-Preise; freier operativer Cashflow von € 167 Millionen (€ -39 Millionen in 2019)
  • Die Investitionsvorhaben wurden zu Beginn der Pandemie angepasst und die Investitionsausgaben betrugen € 403 Millionen (€ 553 Millionen in 2019)
  • Netto-Finanzschulden i. H. v. € 1.414 Millionen, gegenüber € 1.443 Millionen Ende 2019. Dies entspricht einem Verhältnis von Nettoverschuldung (letzte 12 Monate) zum bereinigten EBITDA von 1,76.
  • Vorgeschlagene jährliche Bruttodividende von € 0,75, wovon € 0,25 bereits im August 2020 ausgezahlt wurden.

Vorbereitung der CEO-Nachfolge

Seit Marc Grynberg 2008 CEO wurde, wuchs Umicore weiter schnell und schuf gleichzeitig einen erheblichen Wert für seine Stakeholdergruppen. Grynberg hat den Konzern zu einem weltweit führenden Unternehmen in den Bereichen Materialien für saubere Mobilität und Recycling entwickelt. Im Jahr 2020 hat das Unternehmen seine Horizon 2020-Strategie erfolgreich abgeschlossen und neue Höhen erlangt. Umicore hat beste Voraussetzungen, um weiter erfolgreich zu wachsen: Talentierte Teams, eine vielversprechende Innovationspipeline und äußerst förderliche Megatrends. Der Aufsichtsrat und Grynberg betrachten dies als einen günstigen Zeitpunkt, um mit den Vorbereitungen für die CEO-Nachfolge zu beginnen. Der Aufsichtsrat wird sich Zeit nehmen, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden, um auf diesen starken Fundamenten aufzubauen und Umicore in die nächste Phase der Weiterentwicklung zu bringen.

Strategisch Kurs halten und effektiv auf die COVID-19-Krise reagieren

Trotz der erheblichen makroökonomischen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie bleiben die langfristigen Treiber der Umicore-Wachstumsstrategie intakt. Die Entwicklung hin zu einer sauberen Mobilität ist stärker denn je. Verschiedene Regierungen, insbesondere in Europa und China, haben grüne Konjunkturmaßnahmen und Anreize für eine saubere Mobilität in ihre Rettungspakete zur Überwindung der Krise aufgenommen. Vor diesem Hintergrund hat Umicore beschlossen, seine ehrgeizige Wachstumsstrategie bei Kathodenmaterialien weiter voranzutreiben. Der Neubau des Werks in Nysa, Polen, macht bereits gute Fortschritte. Nach seiner Inbetriebnahme gegen Ende des ersten Halbjahres 2021 wird es das erste Werk für Kathodenmaterialien im industriellen Maßstab in Europa sein.

Darüber hinaus treibt Umicore seine Wachstumspläne im Bereich Brennstoffzellen für Automobilanwendungen sowie den Ausbau der Katalysatorproduktion für leichte und schwere Nutzfahrzeuge in China voran. Damit möchte der Konzern die wachsende Nachfrage nach seinen Technologien im Zuge der Verschärfung der Emissionsnormen für Verbrennungsmotoren befriedigen. Im Geschäftsfeld Recycling investiert Umicore weiterhin in die Verbesserung der Umwelt- und Sicherheitsleistung der Recyclinganlage in Hoboken.

Umicore hat sich agil auf die Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie eingestellt sowie  strenge Hygiene- und andere Vorsorgemaßnahmen an seinen Standorten weltweit eingeführt. Der Schutz der Gesundheit der Beschäftigten hat nach wie vor höchste Priorität. Zusätzlich wurden Sofortmaßnahmen zum Schutz des Cashflows und zur Stärkung der Liquidität eingeleitet. Abschließend hat Umicore auch eine Analyse seiner Produktionsstandorte vorgenommen und den Buchwert bestimmter Vermögenswerte neu bewertet.

Ausblick

Die Weltwirtschaft lässt Anzeichen einer Erholung von dem schweren Einbruch in der ersten Jahreshälfte 2020 erkennen, der durch die COVID-19-Pandemie ausgelöst wurde. Es bleibt allerdings hochgradig unsicher, wie sich die Pandemie entwickelt und in welchem Umfang bzw. wie schnell sich die verschiedenen Regionen erholen. Infolgedessen ist die Nachfrage auf den Endmärkten schlecht vorherzusehen. Vor diesem Hintergrund und unter der Annahme, dass der anhaltende COVID-19-Ausbruch nicht zu zusätzlichen wesentlichen oder langwierigen Beeinträchtigungen der Wirtschaft oder der Geschäftstätigkeit von Umicore führt, erwartet Umicore für das Jahr 2021 ein erhebliches Ergebniswachstum in allen Geschäftsfeldern. 

Das Geschäftsfeld Catalysis profitiert voraussichtlich weiter von einem führenden Technologieangebot für Benzinanwendungen in China und Europa, den ersten Auswirkungen der China-6-Normen für Dieselanwendungen für schwere Nutzfahrzeuge und den Einsparungen aufgrund der 2020 durchgeführten Anpassungen bei Produktionsstätten und Kostensenkungen. 

Im Geschäftsfeld Energy & Surface Technologies sollte das Volumenwachstum die Auswirkungen des Preisdrucks, der nicht ausgelasteten Kapazitäten in China und des Anstiegs der Fixkosten im Geschäftsbereich Rechargeable Battery Materials um etwa 50 Millionen Euro mehr als ausgleichen. Es wird erwartet, dass das bereinigte EBIT für Energy & Surface Technologies im Einklang mit den aktuellen Markterwartungen deutlich wachsen wird[1].

Das Geschäftsfeld Recycling wird wahrscheinlich weiterhin stark von günstigen Metallpreisen, einem unterstützenden Versorgungsmix und einem moderaten Volumenwachstum im Geschäftsbereich Precious Metals Refining profitieren. Sollte das derzeitige hohe Metallpreisniveau das ganze Jahr über anhalten, würde das bereinigte EBIT des Geschäftsfelds im Vergleich zu 2020 deutlich steigen.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier >>> www.umicore.de

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