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Konjunktur und Sondereffekte belasten voestalpine

Das konjunkturelle Umfeld hat sich für die voestalpine im Verlauf des Geschäftsjahres 2019/20 zunehmend eingetrübt.

Die negativen Auswirkungen der Handelskonflikte auf die Weltwirtschaft, insbesondere die schwache Entwicklung der exportorientierten Industrie Europas, dem Hauptabsatzmarkt der voestalpine, stellen den Konzern vor beträchtliche Herausforderungen.

Neben der rückläufigen Nachfrage im zentralen Kundensegment Automotive, führten im Stahlsektor global steigende Eisenerzpreise bei niedrigen Stahlpreisen zu zusätzlichem Druck auf die Ergebnismargen.

Intern konnte die Effizienz im US-Automobilwerk Cartersville durch die eingeleiteten Maßnahmen bereits gesteigert werden, für die Erreichung der ursprünglichen Planungsziele sind jedoch weitere Optimierungsschritte notwendig.

Brexit und Coronavirus-Epidemie

Während der Hard-Brexit mit seinen negativen Auswirkungen nicht eingetreten ist, sind die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie in China, wo der Konzern neun lokale Produktionsgesellschaften betreibt, derzeit noch nicht absehbar. Die Folgen des Coronavirus bedeuten in der aktuellen globalwirtschaftlichen Situation einen zusätzlichen Unsicherheitsfaktor.

Entwicklung von Umsatz- und Ergebnisziffern

Der Umsatz des voestalpine-Konzerns zum 3. Geschäftsquartal 2019/20 ging im 9-Monatsvergleich aufgrund reduzierter Versandmengen von 9,9 auf 9,6 Mrd. EUR um 3,8 % leicht zurück. Was die Ergebnisziffern betrifft, ist die Gegenüberstellung mit dem Vorjahr nur bedingt aussagekräftig, um die operative Entwicklung des Unternehmens darzustellen. Wie berichtet nahm die voestalpine AG im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2019/20 infolge einer Analyse der geänderten globalen ökonomischen Rahmenbedingungen Sonderabschreibungen in wesentlichen Geschäftsbereichen vor und bildete zusätzlich Vorsorgen für Sanierungen und sonstige Risiken. Diese Sondereffekte belasten das EBITDA des 3. Quartals 2019/20 in einer Höhe von etwa 75 Mio. EUR (Vorsorgen) und das EBIT in einer Höhe von ca. 345 Mio. EUR (Abschreibungen und Vorsorgen)**. Insgesamt verringerte sich das EBITDA damit im Jahresvergleich um -24,2 % von 1,1 Mrd. EUR auf 837 Mio. EUR. Das EBIT beläuft sich angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes und der genannten Sondereffekte auf einen Negativbetrag von -82 Mio. EUR (Vorjahr: 526 Mio. EUR).

Entsprechend der EBIT-Entwicklung kam auch das Ergebnis vor Steuern negativ bei -185 Mio. EUR zu liegen; das Ergebnis nach Steuern betrug -160 Mio. EUR. Die Verschuldungskennzahl Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) war neben der Ergebnisreduktion auch von bilanztechnischen Maßnahmen beeinflusst: Zum einen wurde die im Jahr 2013 begebene Hybridanleihe mit einem Volumen von 500 Mio. EUR, die zuvor der Position Eigenkapital zugerechnet wurde, zum 31. Oktober 2019 zurückbezahlt und durch Fremdkapital refinanziert. Zum anderen erhöhte sich die Nettofinanzverschuldung durch die Umstellung der Rechnungslegungsstandards (IFRS 16). In Summe erhöhte sich die Nettofinanzverschuldung per 31. Dezember 2019 um 20,3 % auf 4,6 Mrd. EUR gegenüber dem Vorjahr. Das Eigenkapital verringerte sich im gleichen Zeitraum um 12,1 % auf 5,7 Mrd. EUR, was letztlich zu einem Anstieg der Gearing Ratio von 58,4 % im Vorjahr auf aktuell 80 % führte.

Per 31. Dezember 2019 waren im voestalpine-Konzern 49.838 Mitarbeiter (FTE) beschäftigt, dies entspricht einer Abnahme um 3,2 %. Über laufende Maßnahmen, wie die Reduktion von Leasingmitarbeitern sowie Abbau von Urlaub und Überstunden, wird sich die Anzahl der Vollzeitäquivalente auch im 4. Quartal weiter verringern.

Ausblick

Nach 9 Monaten des Geschäftsjahres 2019/20 und insbesondere nach Analyse der veränderten globalen ökonomischen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf die wesentlichen Geschäftsbereiche der voestalpine und den aus dieser Analyse abgeleiteten Konsequenzen, erwartet der Vorstand der voestalpine AG aus heutiger Sicht  für das Geschäftsjahr 2019/20 ein EBITDA in einer Größenordnung von 1,2 Mrd. EUR und ein gerade noch positives EBIT.

Der voestalpine-Konzern

Die voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender Technologiekonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Die global tätige Unternehmensgruppe verfügt über rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen zählt sie zu den führenden Partnern der Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie der Luftfahrt- und Öl- & Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer bei kompletten Bahninfrastruktursystemen sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Im Geschäftsjahr 2018/19 erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 13,6 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,6 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit knapp 52.000 Mitarbeiter.

 

 

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