Der bvse informiert den Mittelstand über Abfall, Sekundärrohstoffe, Recycling und Entsorgung.

Menu
Sie sind hier:

Lithium-Batterien: Zeitbomben im Recyclinghof

Vor Brandgefahren durch unsachgemäß entsorgte Lithium-Batterien, warnt aktuell auch die DEKRA.

Schätzungsweise wöchentlich kommt es aus diesem Grund in Recycling-Unternehmen zu Bränden, beobachten DEKRA Experten. Einzige Lösung: strikte Mülltrennung durch die Verbraucher sowie wirksame Kontrollen.

Vor diesem Problem hatte schon der bvse mit anderen Recyclingverbänden im Mai hingewiesen (Lithium-Brände verursachen große Schäden). Die Recyclingverbände wiesen daraufhin, dass für die Erfassung der Elektronik-Altgeräte aus privaten Haushalten die Kommunen zuständig sind. Hier gebe es große Qualitätsunterschiede. Während einzelne Kommunen vorbildlich sortieren, weist ein großer Teil der Kommunen erhebliche Defizite hierbei auf.

Immer mehr Lithium-Batterien landen offenbar unkontrolliert im Restmüll sowie im Elektro- und Metallschrott, erkennen DEKRA Experten bei Audits. Schon einfache mechanische Beschädigungen am Schutzmantel der LI-Batterie durch Fallenlassen oder Verbiegen können zum Kurzschluss des Akkus führen. Durch Selbstzündung entstehen Metallbrände mit Temperaturen von 1.000 °C bis 2.000 °C. Immer wieder kommt es sogar auf dem Transportweg zu Brandfällen. In Recyclingbetrieben verbrennen in der Folge Müllberge unkontrolliert und können Giftstoffe verbreiten.

„Akkus werden häufig von den Verbrauchern nicht wie gesetzlich vorgeschrieben vom übrigen Müll getrennt“, sagt Andreas Biermann, Entsorgungsexperte bei DEKRA Certification. „In vielen Wertstoffhöfen wird zudem der Schrott bei der Anlieferung nicht sorgfältig kontrolliert.“ Ein weiteres Problem ist die Bauart vieler Elektrogeräte mit eingekapselten Batterien, die oft nur vom Fachmann ausgebaut werden können.

Für den Transport und die Lagerung von Lithium-Ionen-Batterien gelten umfangreiche Vorschriften und Sicherungsmaßnahmen. Sind aber die LI-Batterien unerkannt im Müll und kommen so zum Recyclingunternehmen, laufen diese Regelungen ins Leere. DEKRA Experten fordern deshalb Maßnahmen, die schon zu Beginn der Entsorgungskette greifen: vor allem verstärkte Aufklärung der Verbraucher sowie wirksamere Kontrollen bei den Annahmestellen und Wertstoffhöfen.

In das selbe Horn stoßen auch die Recyclingverbände. Sie fordern, dass bei den kommunalen Annahme geschultes Fachpersonal eingesetzt wird. Wenn der Bürger mit der Einordnung der Altgeräte alleine gelassen wird, sind die Fehlwürfe vorprogrammiert, ist die Branche überzeugt.

Icon Mitglieder Mitglied werden Presse top

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok