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Recycler beurteilen wirtschaftliches Umfeld skeptischer

Anlässlich des 19. IARC, der in diesem Jahr vom 20. Bis 22.03.2019 in Wien stattfand, wurden im Auftrag des IARC-Lenkungsausschusses zum ersten Mal eine Stimmungsumfrage (Industry Barometer IARC 2019) durchgeführt. Wie der Auftraggeber betont, ist die Umfrage keineswegs repräsentativ. Sie spiegelt jedoch das Stimmungsbild während der Veranstaltung wider.

56 Prozent der Beobachter beurteilen die aktuelle wirtschaftliche Situation als günstig, aber 30 Prozent sehen keine Veränderung zum Vorjahr und jeder siebte der Befragten ist mit der aktuellen Stimmung unzufrieden.

Die Teilnehmer sorgen sich um die wachsende Unsicherheit auf Grund der weltweiten bedenklichen Einschränkungen in den internationalen Handelsbeziehungen. Die immer schwieriger werdende Einschätzung der Marktpreisentwicklungen für Fe- und NE-Metallschrotte wurde von vielen ebenfalls als Defizit eingestuft. Dennoch werden die Aussichten für die europäische Wirtschaft als durchaus positiv eingeschätzt, auch wenn sich die Wachstumsaussichten mittlerweile etwas verschlechtern.

Wie bei jedem Kongress, wurden die unterschiedlichen rechtlichen Interpretationen der einzelnen EU-Mitgliedsländer beklagt, die durchaus einen gravierenden Wettbewerbsteil darstellen. Die Elektromobilität ist ebenfalls ein Thema von zunehmendem Interesse. Dabei ist die Datenlage noch völlig unklar, da niemand vorhersagen kann, in welchem Umfang sich die Elektromobilität in der jetzt angedachten Form durchsetzen wird. Unabhängig davon muss sich die Recyclingwirtschaft auf gravierende Veränderungen in ihrem Geschäft einstellen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält in diesem Zusammenhang die Fragestellung nach dem zukünftigen Eigentümers eines Fahrzeugs. Nach den Vorstellungen der KOM soll das aktuelle Modell des privaten Eigentumerwerbs, beispielsweise durch ein Leasingmodell, abgelöst werden. Man verspricht sich davon einen schnelleren Flottenaustausch und somit eine schnellere Anpassung an technische Entwicklungen.

Einen viel beachteten Vortrag hielt Chris Slijkhuis von der Müller-Guttenbrunn Gruppe, Österreich, der die Veränderungen für die Recyclingwirtschaft durch die Chemisierung des Abfallrechts deutlich machte. Die Übernahme der Gefährlichkeitskriterien des Chemikalienrechts in das Abfallrecht wird auf die Branche nachhaltig Einfluss nehmen. Prozessabläufe werden sich verändern und die Branche nach jetzigem Stand deutlich belasten. Herr Slijkhuis vertrat die Ansicht, dass die im Abfallrecht verankerten Risikofaktoren durchaus ausreichend seien, um das Recycling umweltgerecht und nachhaltig zu gestalten.

Trotz der erwarteten Einschränkungen sind die Befragten fest entschlossen, sich den zukünftigen Herausforderungen zu stellen, da sie noch ein ausreichendes Potenzial für eine wirtschaftliche Betätigung sehen.

BGJ/bvse

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