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Mehr Effizienz durch Schiffsverladung Bild: Kaatsch recycling

Best-Practice aus der Metallwirtschaft

Wie Nachhaltigkeit im Unternehmen aussehen kann

Das Bewußtsein für Umwelt- und Klimaschutz hat in den vergangenen Jahren nicht zuletzt durch die „Fridays- for-Future-Bewegung“ eine neue Dynamik erreicht, weiss das Unternehmen KAATSCH recycling aus Plochingen.

0602 Geschäftsführende Gesellschafter vlnr Daniela Wager Zanker Hermann Wager Ralph Wager Bild Kaatsch recyclingGeschäftsführende Gesellschafter v.l.n.r Daniela Wager Zanker, Hermann Wager, Ralph Wager. Bild: Kaatsch recyclingRecycling und der Gewinnung von Sekundärrohstoffen kommen in diesem Zusammenhang eine existenzielle Bedeutung zu, nicht nur für die Metallbranche, sondern die gesamte Gesellschaft. „Es geht nicht nur um Wirtschaftlichkeit, sondern darum, verantwortungsvoll und effizient mit Ressourcen umzugehen und somit die Zukunft nachhaltig mitzugestalten.“ Das ist die Überzeugung von Ralph Wager, Geschäftsführer der Schrott- und Metallhandel M. Kaatsch GmbH.

Der Einsatz von Schrott als Rohstoff der Stahlproduktion reduziert Treibhausgasemissionen in erheblichem Umfang, vermeidet lokale Umweltbelastungen und schont endliche Ressourcen. Das macht Schrott zu einem wertvollen Rohstoff für die Umwelt, das Klima und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stahl- und Edelstahlindustrie.

Der zentrale Schlüssel liegt ihm zufolge in der unternehmerischen Verantwortung sowie einem höheren Bewusstsein für grundlegende Werte. „Nicht das Was und das Wie machen den Erfolg aus, sondern das Warum.“ Das erfordert jedoch, den Recyclingkreislauf von Metallen als Ganzes zu betrachten und zu verstehen.

Close the Loop: Die Kreislaufwirtschaft der Zukunft

Doch wie können die Themen Nachhhaltigkeit, Green Deal & Recycling im Unternehmen konkret gelebt und umgesetzt werden? Kaatsch Recycling belässt es nicht bei theoretischen Betrachtungen, sondern hat seine Betriebsabläufe konkret den neuen Anforderungen angepasst.

1. Entsorgung und Materialannahme: regional & digital

06023 Inbetriebnahme Elektrobagger LH150 Bild Kaatsch recyclingInbetriebnahme Elektrobagger LH150. Bild Kaatsch recyclingEin nachhaltiger Prozess beginnt bereits beim ersten Schritt: der Entsorgung. Sämtliche relevante Prozesse werden bei KAATSCH recycling hinsichtlich ihrer Umwelt- und Energieleistungen erfasst, analysiert und permanent weiterentwickelt.

Die Transporte planen erfahrene Logistiker in Kombination mit ausgeklügelten Algorithmen. Das umfasst GPS-gesteuerte LKWs und digitale Containererfassung für geringstmögliche Leerfahrten, eine automatisierte Verwiegung und die mobile Befundung der Eingangsmaterialien.

In einer jährlichen Review lassen sich die verbrauchten Dieselmengen in Relation zu den bewegten Tonnagen, gefahrenen Kilometern und Fahrtzeiten sowie der Energieverbrauch pro bewegter Tonnage auf dem Platz transparent erfassen.

Schon jetzt arbeitet Kaatsch an einer systematischen Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebskonzepte für eine langfristig nachhaltige Werksentsorgung.

2. Materialaufbereitung: Nachhaltigkeit durch Effizienz

Die Weiterverarbeitung des Materials zu hochwertigen Sekundärrohstoffen für die Schmelzwerke bedeutet einen enormen Einsatz von Maschinen, Geräten und Ressourcen.

0602 NE Metalle am Rheinkai Gelände Hochwertiges professionell managen Bild Kaatsch recyclingNE Metalle am Rheinkai-Gelände: Hochwertiges professionell managen. Bild Kaatsch recyclingUmso wichtiger ist es auch hier, jeden einzelnen Prozessschritt auf seine Nachhaltigkeit hin zu überprüfen. „Hohe Effizienzgrade sind entscheidend, um natürliche Ressourcen einzusparen. Das ist im Bereich Recycling besonders wichtig, gilt aber im Grunde für jedes Unternehmen“, erklärt Ralph Wager.

Wenn es darum geht, Ressourcen zu schonen, ist für den Unternehmer jede einzelne Maßnahme ein wichtiger Schritt. Ob vermeintliche „Kleinigkeiten“ wie energieeffiziente LED-Lampen auf dem kompletten Firmengelände oder ein gigantischer Elektrobagger für den Umschlag – nebenbei bemerkt der erste, der jemals in einem Binnenhafen zum Einsatz kam. Wichtig ist zudem, vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen. Zum Beispiel mit einem intelligenten Regenwassermanagement.

Neben Metall verarbeitet das Unternehmen unter anderem auch Holz, was mit einem hohen Wasserverbrauch einhergeht, um Staub und Brandgefahr zu reduzieren. Regenwassertanks auf den Dachflächen der Betriebsgebäude fangen das Wasser auf und kommunizieren über ein Netzwerk so miteinander, dass immer jene Tanks ausreichend befüllt sind, aus denen das Wasser benötigt wird. Für die Zukunft hat das Unternehmen eine klare Vision: 100 % grüner Strom. Die Idee: Mit einem Blockheizkraftwerk und eigener Biomasse die Energie für Gebäude und Maschinen mit eigenem Strom zu generieren.

3. Transport: Trimodale Vertriebslogistik

Industrielle Produktion und Logistik vereinen sich zunehmend mit modernster Informationstechnik. Die Welt vernetzt sich immer mehr – und das sowohl über das World Wide Web als auch über die Straßen, das Wasser und die Luft. Für den Weitertransport ins Schmelzwerk ergeben sich bei Kaatsch jährlich 2,4 Millionen Logistikfahrten. „Wissen Sie, wieviel Zeit man im Ballungsraum Stuttgart, beispielsweise auf der B10, durchschnittlich im Stau verbringt? Als Pendler ganz gewiss. Deshalb weichen wir auf andere Transportwege aus.“, so Ralph Wager. Das bedeutet konkret: Schiene und Wasser. So ersetzt ein Schiff bis zu 40 Waggonladungen und über 80 LKWs im Fernverkehr. Auch hier ist Effizienz gefragt: Je kürzer der Stopp für die Verladung, desto weniger CO2 wird verbraucht.

4. Wiederaufbereitung: Den Kreis schließen

Am Schmelzwerk angekommen, gelangt der Sekundärrohstoff, der in der Industrie als Produktionsabfall vom Recyclingunternehmen aufbereitet wurde, wieder in den Kreislauf – idealerweise ohne Downcycling und so energieeffizient wie möglich. Zum Beispiel, indem unnötige Produktionsprozesse oder Zwischenlagern ganz bewusst vermieden werden.

Konsequent weitergedacht können aus diesem Prozess heraus mehr und mehr „Closed-Loop-Projekte“ entstehen – theoretisch, indem die Werke Aluminiumschrotte aus der Automobilindustrie einschmelzen und dem gleichen Unternehmen als aufgerolltes Blech wieder zur Verfügung stellen.

In diese Richtung denkt auch Ralph Wager, der nicht ausschließt, zukünftig auch Dienstleistungen im Bereich Materialversorgung in Richtung Industrie zu übernehmen und so den Kreis zu schließen. Denn Kaatsch betrachtet den gesamten Wertstoffkreislauf, betreut, berät und schult Unternehmen ganzheitlich: Vom Entsorgungskonzept über die Materialannahme, Stoffstromoptimierung und Materialsortierung bis hin zur Entsorgungslogistik und Wiederaufbereitung. Die Leistungen reichen dabei vom Wertstoffhof und der Bereitstellung von Containern und Mulden über Produktverschrottungen, Umschlag und Werkstattdienstleistungen bis hin zu Großprojekten wie die Demontage von Maschinen und der Abbruch von Gebäuden.

Ressourcen schonen – Werte schaffen

Der Gedanke, Werte zu schaffen, reicht aber noch weit über den Recyclingprozess hinaus. Besonders der Unternehmenskultur kommt eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht, ein gemeinsames Bewusstsein für Umweltschutz zu schaffen. Denn die wichtigste Ressource ist und bleibt der Mensch.

Über 200 Mitarbeiter sorgen auf einer Betriebsfläche von 85.000 Quadratmetern mit 45 Umschlaggeräten für die Verarbeitung von über 850.000 Tonnen Material pro Jahr. Mit einer Einsparung von 1.150.000 Tonnen CO2 pro Jahr trägt Kaatsch so nachhaltig zum Klimaschutz bei.

„Wir erfahren momentan eine Vielzahl an rasanten Entwicklungen, die unsere Arbeit noch schneller, dynamischer und effizienter machen – einerseits. Andererseits rückt die Suche nach einer sinnstiftenden Arbeit, die persönliche und berufliche Ziele vereint in den Vordergrund. Wir glauben daran, dass wir nicht nur Recycling machen, sondern jeden Tag einen wichtigen Beitrag für die Zukunft leisten“, beschreibt Ralph Wager seine Philosophie abschließend.

Quelle:

0602 logo Kaatsch recycling

 

 

 

 

 

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