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Japans Kreislaufwirtschaft und Recycling soll effektiver werden

Das Sammel- und Verwertungssystem Japans ist derzeit wenig effektiv. Zur Förderung eines effektiveren Recyclings von Kunststoffabfällen aus Haushalten plant die japanische Regierung daher neue Sammelkategorien.

Außerdem sollen ein gemeinsames Sammelsystem für alle Kunststoffabfälle in den Kommunen etabliert werden. Hierzu verabschiedete die Zentralregierung im Juli 2020 eine neue, einheitliche Klassifizierung. Bis Ende April 2021 soll ein Plan zur Verbesserung des Systems erstellt und nach April 2023 mit den neuen Kategorien umgesetzt werden.

Um die neuen Vorgaben umzusetzen, beauftragen Kommunalverwaltungen Unternehmen derzeit damit, Kunststoffbehälter und -verpackungen zu sortieren, bevor sie den Abfall zu den Recyclinganlagen transportieren. Im Rahmen des neuen Systems strebt die Zentralregierung an, den Prozess zu verbessern, so dass die Kommunalverwaltungen gesammelte Kunststoffabfälle direkt zu Recycling-Einrichtungen schicken können. Zudem sollen die Recyclinganlagen so konzipiert werden, dass sie den Abfall sofort selbst sortieren können.

Das deutsche Recyclingunternehmen Alba hat den japanischen Markt bereits für sich entdeckt. So hat die Alba Group in 2019 einen Kooperationsvertrag mit dem japanischen Abfallentsorger Seiu Japan Ltd., Co. zum Bau und Betrieb einer Kunststoffrecyclinganlage in Tokyo geschlossen. Es sollen PET-Flakes und -Pellets hergestellt werden.

Die japanische Regierung hat in den letzten Jahren zudem wesentliche Grundlagen zur Entwicklung eines politischen Rahmens für die moderne Kreislaufwirtschaft geschaffen. Das Gerüst hierfür bilden zwei Konzepte: Die CEE - Circulating and Ecological Economy und die Regional Circular and Ecological Spheres (Regional CES). CEE ist ein Konzept, das Maßnahmen zur Erreichung einer nachhaltigen Zukunft durch Konzentration auf den lokalen Bereich anleitet. Ergänzend dazu, soll die Regional CES dazu beitragenden Kohlenstoff- und Materialkreislauf in Siedlungssystemen zu optimieren und Abfall in der effizientesten Größenordnung für jede Branche oder jeden Sektor zu reduzieren.

Hier bieten sich auch Anknüpfungspunkte für die Beteiligung ausländischer Unternehmen. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die so genannten „Eco Towns“. Die auch international bekannteste ist die „Kitakyushu Eco Town“ im Süden Japans mit ihren 29 Industrieanlagen, 16 Forschungseinrichtungen und einer Waste-to-Energy-Anlage, mit der inzwischen alle Recyclinganlagen in der „Eco-Town“ versorgt werden. Viele Anlagen und Projekte haben jedoch Modernisierungsbedarf. Eine Anpassung der Verwertungslösungen nach dem heutigen Stand der Technik bietet Chancen auch für deutsche Recycling- und Entsorgungsexperten.

Veranstaltungshinweis:
Am 16./17. März 2021 findet ein Online-Workshop mit japanischen Experten und Unternehmen aus Kitakyushu zum Thema „Circular Economy (Recycling & Bio Economy)“ statt, inkl. virtueller Unternehmensbesuche in Japan und Deutschland.

Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich bitte an:
ECOS GmbH, Dr. Rolf Fobker, Tel: 0541 911909 90, rfobker@ecos.eu, www.ecos.eu

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