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Bild: Der Bau der gummimodifizierten Teststrecke bei Kurz

Kurz Veranstaltung auf Gummiasphalt-Testgelände

Kurz Karkassenhandel lud auf sein Gummiasphalt-Testgelände nach Wendlingen ein und über 70 Interessierte sind der Einladung gefolgt – nicht nur aus Baden-Württemberg, sondern aus ganz Deutschland.

09 02 Kurz neu 1Bild: v.l.n.r. Mathias Waggershauser (A.Waggershauser Straßenbau), Stephan Rau (wdk), Hanna Schöberl (Kurz Karkassenhandel), Karl Kurz (Kurz Karkassenhandel), Frank Lindner (Evonik) Bild: Kurz KarkassenhandelAuch eine russische Fachdelegation ließ es sich nicht nehmen, sich die Technik, die Kurz gemeinsam mit Evonik, A.Waggershauser, Viastab und PTM Dortmund entwickelt hat, genau in Augenschein zu nehmen. 

Beeindruckt waren die Gäste von der Fülle an Aufgaben, die ein zertifizierter Altreifen-Entsorgungsbetrieb zu bewältigen hat. Kurz entsorgt rund 60.000 Tonnen Altreifen pro Jahr. Allein am Standort Wendlingen heißt das, dass jeden Tag 25 - 40 Tonnen abgeladen werden (eine Tonne entspricht etwa 110 Pkw-Reifen).

Wenn die nicht schnellstmöglich den unterschiedlichen Absatzwegen zugeordnet werden, entsteht in kürzester Zeit Chaos. D.h., Sortieren von Pkw- und Nfz-Reifen und separates klassifizieren in die unterschiedlichen Qualitäten – immer abhängig vom Restprofil, der Reifengröße und dem allgemeinen Zustand. Jeder Reifen muss begutachtet und den Entsorgungswegen zugeordnet werden. Während an der einen Stelle entladen wird, wird an der anderen Stelle beladen. Das Ziel ist, dass jeden Tag so viele Reifen rausgehen, wie reinkommen. 

Verkaufsfähige Ware zur weiteren Verwendung und gute Karkassen für die Runderneuerung gehen in den Verkauf, Schrottreifen in die Granulierung oder die thermische Verwertung in Zementwerken. „Doch die Absatzwege verändern sich. In den letzten zwei Jahren haben die deutschen Zementwerke die Abnahme um rund 30% reduziert und in der gleichen Zeit die Preise mehr als verdoppelt“ erklärt Hanna Schöberl, Geschäftsführende Gesellschafterin von Kurz Karkassenhandel.

„Deswegen haben wir uns entschieden, neue Wege zu gehen“. Karl Kurz, der Unternehmensgründer von Kurz, – heute 86 Jahre alt – unterstützt dabei seine Enkeltochter engagiert. Er, einer der ersten professionellen Altreifenentsorger, setzte sich von Anfang an für eine umweltbewusste Entsorgung ein. Ihm ist der Einsatz von Gummimehl im Asphalt ein Anliegen, das ihn länger als ein Jahrzehnt umtreibt. Er weiß: die Technik ist ausgereift, der gummimodifizierte Asphalt ist in nahezu allen Eigenschaften besser als der „Standardasphalt“.

09 02 Kurz neu 2 Bild: Der Bau der gummimodifizierten Teststrecke bei KurzJetzt hat Kurz mit dem Testgelände bewiesen, dass er sich auch einfach verarbeiten und einbauen lässt. Davon konnten sich die über 70 Gäste aus unterschiedlichen Branchen überzeugen. Vertreten waren Straßenbauer, Asphaltverarbeiter, Granulierer, Vertreter der Kommune, der Reifenindustrie und des Flughafen Stuttgarts, verschiedene Unternehmen aus der Region, Verbände und natürlich Vertreter der Presse und Medien.

Frank Lindner, Business Manager der Firma Evonik zeigt sich beeindruckt: „Wieder einmal leistet der Mittelstand einen großen Beitrag zu wichtigen Themen! Mit Kurz Karkassenhandel, der technologisch aufwendigen Gewinnung von Gummimehlen aus Lkw Reifen, sowie der Firma Waggershauser mit der Kompetenz im Straßenbau, bündeln zwei Industrien ihre Kompetenzen und erproben ein neues Konzept zur Herstellung hochstandfester, langlebiger Asphaltbauweisen. Unser Produkt VESTENAMER® leistet dabei einen entscheidenden Beitrag zu Überwindung klassischer Hürden in der Herstellung und Verarbeitung von Gummiasphalten. Hierdurch werden Möglichkeiten für die Verwaltung geschaffen, steigenden Anforderungen an Qualität und Nachhaltigkeit erfolgreich zu begegnen.“

08 12 Kurz 3Bild: Der Bau des Gummiasphalts-Testgeländes bei KurzBegleitet wurde Lindner von einer Expertendelegation aus Weißrussland- darunter Vertreter des renommierten Asphaltinstituts BeldorNII – die sich vor Ort von Durchführung und Ergebnis überzeugt haben. Dabei entscheidend ist, dass das von Kurz Karkassenhandel und Waggershauser erprobte Konzept sich mit Blick auf Herstellung, Transport und Verarbeitbarkeit, bei der Erprobung positiv von vergleichbaren Asphaltmischgütern abhebt und dabei hervorragende Eigenschaften verspricht. Die hierdurch erzielte Langlebigkeit in Sachen Qualität dürfte sich nicht nur ressourcenschonend, sondern über einen längeren Zeitraum in komfortabler und sicherer Nutzung auswirken. In den nächsten Wochen werden hierzu Berichte aus der wissenschaftlichen Begleitung der Baumaßnahme erwartet.

Trotzdem werden in Deutschland, im Gegensatz zum europäischen Ausland (Belgien, Italien) oder zu Ländern wie USA oder Australien weiterhin Straßen mit Gussasphalt oder die Autobahnen gar mit Betonbelag gebaut. Das ist umso unverständlicher, da der Betonbelag deutlich lauter ist und vor allem in den letzten heißen Sommern zu reißen und gefährliche „Blowups“ zu bilden droht. Hinzu kommt, dass die Trocknungszeit des Betonbelags 28 Tage beträgt. 28 Tage, in denen die Baustelle ruhen muss und der Verkehr weiter in den verengten Fahrbahnen staut. Im Vergleich dazu benötigt Gummiasphalt bei Außentemperaturen um die 20 Grad nur 2 Tage Ruhezeit.

Die Diskussion bei den Fachleuten auf der Kurz-Veranstaltung ging sehr schnell in eine Richtung: Die für den Straßenbau verantwortlichen Behörden müssen die Vorteile von Gummiasphalt erkennen und dann auch umsetzen. Sehr schnell gäbe es weniger Baustellen, weniger Verkehrsunfälle: Das Fazit: Mehr Verkehrssicherheit und eine Reduzierung des volkswirtschaftlichen Schadens (Staus und Unfälle), der sich kaum beziffern lässt.

„Das Interesse von anderen Unternehmen muss geweckt werden“, so Mathias Waggershauser, „Wir sehen dabei zweierlei Vorteile von Gummiasphalt: Die Haltbarkeit und die Standfestigkeit des Gummiasphalts, gerade bei Hitze und Kälte.“ Das Unternehmen, das in nächster Nähe zu Kurz seinen Standort hat, will das Geschäft mit dem Gummiasphalt ausbauen, auch weil Geschäftsführer Mathias Waggershauser ökologisch und ökonomisch sinnvoll bauen möchte. „Es ist doch toll, wenn wir die Gummireifen sinnvoll verwerten und recyceln können und damit eine Aufwertung des Asphalts erreichen.“

Quelle und weitere Informationen: www.kurz-karkassenhandel.de

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