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BMAS fördert seit 01.01.2019 neue Qualifizierungsmaßnahmen

Seit  1. Januar 2019 gilt das Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung. Damit können u.a. Beschäftigte, die vom Strukturwandel durch die Digitalisierung betroffen sind, künftig bei der Weiterbildung besser gefördert werden.

Ein wesentlicher Baustein der Qualifizierungsoffensive ist der erweiterte Zugang zur Weiterbildungsförderung.

Beschäftigte erhalten grundsätzlich Zugang zur Weiterbildungsförderung, unabhängig von Qualifikation, Lebensalter und Betriebsgröße, oder auch davon, ob sie als Folge des digitalen Strukturwandels Weiterbildungsbedarf haben oder in sonstiger Weise von Strukturwandel betroffen sind.

Die erweiterten Fördermöglichkeiten richten sich auch an diejenigen, die eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben. Gleichzeitig werden die Förderleistungen verbessert: Neben der Zahlung von Weiterbildungskosten werden die Möglichkeiten für Zuschüsse zum Arbeitsentgelt bei Weiterbildung erweitert. Beide Optionen sind grundsätzlich an eine Kofinanzierung durch den Arbeitgeber gebunden. Die Höhe hängt ab von der Unternehmensgröße. (siehe Grafik)

02 22 BMAS Qualifizierungsoffensive

 Weiterhin wird der Versicherungsschutz in der Arbeitslosenversicherung ausgeweitet und der Zugang zum Anspruch auf Arbeitslosengeld erleichtert. Außerdem wird der Beitragssatz zur Arbeitsförderung von 3,0 Prozent auf 2,5 Prozent gesenkt und die bis zum Ende des Jahres befristet geltende Regelung, eine sozialversicherungsfreie kurzfristige Beschäftigung bis zu einer maximalen Beschäftigungsdauer von 70 Tagen oder drei Monaten (statt 50 Tage oder zwei Monate) anzuerkennen, dauerhaft fortgeführt.

Welche Arten von Qualifizierungsförderung gibt es?

Die Förderung der Agenturen für Arbeit und Jobcenter konzentriert sich bislang auf die Teilnahme an sog. Anpassungsqualifizierungen, die nach Bildungsziel, Inhalt und Dauer berufliche Kompetenzen vermitteln, die zur beruflichen Eingliederung zwingend erforderlich sind. Zur Verbesserung der beruflichen Eingliederungschancen von arbeitslosen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sollen zukünftig auch Erweiterungsqualifizierungen gefördert werden können. Sie ermöglichen es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, sich qualifikatorisch breiter und flexibler für den Arbeitsmarkt aufzustellen und ggfs. auch das Berufsfeld zu wechseln. Damit verbessern sich auch Aufstiegswege für arbeitslose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Wer profitiert davon?

Die Weiterbildungsberatung richtet sich nicht nur an Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen, sondern an alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auch Berufsrückkehrende (etwa nach einer Erziehungspause) und erwerbsfähige Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch können sich mit dem Wunsch nach Beratung an die Agentur für Arbeit wenden. Die Qualifizierungsberatung richtet sich als Teil der Arbeitsmarktberatung an Arbeitgeber.

Was bringt die Weiterbildung der Angestellten dem Unternehmer?

Angesichts des digitalen Wandels und des Einsatzes neuer Technologien ist es wichtig, dass sich auch Beschäftigte weiterbilden und ihre fachlichen Qualifikationen und Kompetenzen erweitern. Je besser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf neue Anforderungen vorbereitet sind, umso besser ist das für das Unternehmen. Im Übrigen kann sich das Angebot von Weiterbildungsförderung auch motivierend auf die Angestellten auswirken.

Wie kann ich als Unternehmer gefördert werden? Welche finanziellen Anteile müssen Arbeitgeber übernehmen/beachten?

Die Übernahme von Weiterbildungskosten und die Zahlung von Zuschüssen zum Arbeitsentgelt setzen grundsätzlich eine Kofinanzierung durch den Arbeitgeber voraus. Für bestimmte Personengruppen (ältere oder schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in KMU oder solche in Kleinstbetrieben) sind Ausnahmemöglichkeiten von diesem Grundsatz vorgesehen.

Arbeitsentgeltzuschüsse werden derzeit nur an Arbeitgeber geleistet, die ihre Beschäftigten unter Fortzahlung von Arbeitsentgelt für berufsabschlussorientierte Weiterbildungen freistellen. Künftig sollen für alle Qualifizierungen, die länger als 4 Wochen bzw. 160 Stunden dauern und nicht ausschließlich arbeitsplatzbezogen sind, Arbeitsentgeltzuschüsse geleistet werden können (max. 25 Prozent für Unternehmen ab 250 Mitarbeiten, 50 Prozent für KMU und bis zu 75 Prozent für Kleinstunternehmen). Für berufsabschlussbezogene Weiterbildungen verbleibt es bei einer Zuschussoption von bis zu 100 Prozent.

Weiterbildungskosten sollen künftig ebenfalls für Beschäftigte aller Betriebsgrößen und unabhängig vom Qualifizierungsziel übernommen werden können: bei Beschäftigten in Kleinstunternehmen wie bisher 100 Prozent, KMU bis zu 50 Prozent und bei größeren Betrieben grundsätzlich bis zu 25 Prozent. In größeren Betrieben mit 2.500 Beschäftigten oder mehr können bis zu 15% der Lehrgangskosten übernommen werden, bei Vorliegen einer Betriebsvereinbarung bzw. eines Tarifvertrages, der betriebsbezogen berufliche Weiterbildung vorsieht, bis zu 20%. Bei älteren Beschäftigten (ab vollendetem 45. Lebensjahr) oder AN mit einer Schwerbehinderung kann in KMU von einer Kostenbeteiligung abgesehen werden.

Als Arbeitgeber: Wo finde ich Ansprechpartner – wer  berät mich?

Mit dem Qualifizierungschancengesetz wird auch für Arbeitgeber das Beratungsangebot ausgebaut. Die sog. Qualifizierungsberatung richtet sich als Teil der Arbeitsmarktberatung an Arbeitgeber und dient dazu, frühzeitig Qualifizierungsbedarfe bei Belegschaft zu erkennen. Mit diesem Beratungsangebot wird der präventive Ansatz der Arbeitsmarktpolitik gestärkt.
Erster Ansprechpartner für den Arbeitgeber ist der Arbeitgeber-Service (AGS) der Betriebssitz-Agentur für Arbeit.

Im Falle einer Großkundenbetreuung sind die Ansprechpartner regional gebündelt:
o    Region Nord-Ost (Standort Berlin): Für Arbeitgeber mit Betriebssitz in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
o    Region West (Standort Bonn): Für Arbeitgeber mit Betriebssitz in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen
o    Region Süd (Standort München): Für Arbeitgeber mit Betriebssitz in Bayern, Baden-Württemberg

Habe ich als Arbeitgeber auch etwas von der Beitragssatzsenkung zur Arbeitsförderung?
Da der Beitrag zur Arbeitsförderung je zur Hälfte vom Beschäftigten und Arbeitgeber geleistet wird, zahlen Sie nun 0,25 Prozentpunkte weniger in die Arbeitslosenversicherung ein.

Weitere Informationen zur Qualifizierungsoffensive finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: www.bmas.de 

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