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Neue Indaver Sortieranlage im belgischen Willebroek für Kunststoffverpackungen, Metallverpackungen und Getränkekartons (PMD) Fotoquelle: Indaver

Neue PMD-Sortieranlage von Indaver in Belgien in Betrieb genommen

Mit der schrittweisen Einführung eines „Blauen Sacks“ in Belgien wird damit gerechnet, dass künftig jeder Bürger jährlich 8 Kilogramm mehr PMD-Abfälle (Kunststoffflaschen, Metallverpackungen und Getränkekartons) abgibt als bisher. Um diese größeren Mengen zu behandeln und zu sortieren hat der Entsorgungskonzern Indaver 35 Millionen Euro in eine neue Sortieranlage im belgischen Willebroek investiert.

Ende Dezember schloss Indaver den Bau einer brandneuen Sortieranlage für Kunststoffflaschen, Metallverpackungen und Getränkekartons, sogenannte PMD (plastic bottles, metal packaging and drink cartons) ab. Die neue Anlage ist dreimal so groß wie die bisherige und wird den PMD-Abfall von rund 3 Millionen Einwohnern pro Jahr behandeln.

Mehr PMD, mehr sortierte Materialien

Seit 1995 sortiert Indaver in Willebroek PMD-Abfall in 8 reine Materialströme, bereit für das Recycling.  Mit der Einführung des Neuen Blauen Sacks wurde die Anzahl der verschiedenen Kunststoffarten, die in den Sack gegeben werden können, erweitert. Von 'Plastikflaschen und -behältern' bis hin zu 'allen Haushaltsverpackungen aus Kunststoff. Das führt dazu, dass jeder Einwohner im Durchschnitt 7 bis 8 Kilogramm mehr PMD-Abfall als bisher abgeben wird.

Im September 2019 hatte Indaver den Bau einer komplett neuen Anlage ins Auge gefasst. Dies war erforderlich, um die größeren Mengen an PMD-Abfall in 14 reine Materialströme aufbereiten zu können. Die neue Anlage ist dreimal so groß wie die bisherige und wird in den nächsten 9 Jahren jährlich 60.000 Tonnen PMD-Abfall von rund 3 Millionen Einwohnern behandeln. Die Kapazität kann bei Bedarf weiter ausgebaut werden.

Nachdem der Bau der Sortierhalle und die Installation der Maschinen vor einigen Wochen abgeschlossen wurden, fand Ende Dezember der erste Testlauf der Anlage mit PMD-Abfällen statt. Während dieser Phase, die bis Ende Februar andauern wird, werden alle Maschinen getestet und eingestellt. Dies ist eine wichtige Phase des Prozesses. Jede der Maschinen muss akribisch eingestellt werden, um den von Fost Plus erwarteten besonders hohen Reinheitsgrad zu erreichen.  (Fost Plus ist verantwortlich für die Förderung, Koordinierung und Finanzierung des selektiven Sammelns, Sortierens und Recyclings von Haushaltsverpackungsabfällen in Belgien)(. Nur die Lieferung von reinen Monoströmen ermöglicht im nächsten Schritt ein hochwertiges Recycling. In der neuen Sortieranlage wird das PMD in 14 separate Ströme sortiert und mit der Zeit vielleicht sogar noch mehr.

Enges Timing

Mit der Einführung des Neuen Blauen Sacks im Jahr 2019 hat Fost Plus einen Projektaufruf für fünf neue Hightech-Sortierzentren gestartet, um den zusätzlichen PMD-Abfall zu behandeln, etwa 90.000 Tonnen zusätzlich pro Jahr. Die Anlage von Indaver ist die erste, die in Betrieb genommen wurde und bereit ist, Testläufe für die Behandlung des Neuen Blauen Sacks zu starten. Das Timing zwischen dem Beginn der Bauarbeiten und dem Testlauf war besonders eng.  Selbst in diesen schwierigen Corona-Zeiten mit lokalen Sperrungen gelang es Indaver, die Aufgabe innerhalb des extrem engen Zeitrahmens abzuschließen. Dieser Bau stellt eine Investition von 35 Millionen Euro dar.

"Hersteller in der Kreislaufwirtschaft wollen Rohstoffe wiederverwenden, unter der Voraussetzung, dass sie genauso gut und sicher sind wie das ursprüngliche Material.  Wir machen das möglich und wollen das Tempo für die Branche vorgeben", sagt Indaver-CEO Paul De Bruycker. In dieser neuen Anlage schaffen wir einen Mehrwert aus den angelieferten Verpackungsabfällen und schützen den Materialkreislauf vor Verunreinigungen.  Damit vollziehen wir den notwendigen Wechsel von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft. Diese moderne Hightech-Anlage fügt sich perfekt in unser Behandlungsportfolio ein, um das zu erreichen."

Mindestens 75 % des Recyclings im Land

Im „Neuen Blauen Sack“ können nun Verpackungen wie Salattüten, Pilzbehälter oder die Plastikfolie um Multipacks von Wasser und Milch recycelt werden. Die sortierten Fraktionen werden dann zum Recycling in Belgien und den Nachbarländern abtransportiert. Heute werden 75 % des von Fost Plus gesammelten Haushaltsverpackungsabfalls in Belgien recycelt. Mit der Ankündigung, dass drei neue Recycling-Verträge auf unserem eigenen Boden eingeführt werden, wird diese Zahl in den nächsten Jahren noch weiter steigen.

"Gutes Recycling beginnt mit guter Sortierung", sagt Patrick Laevers, Geschäftsführer bei Fost Plus. "Durch ein einheitliches Sammelsystem mit einheitlichen Sortiermeldungen für die Bürger machen wir es ihnen so einfach wie möglich. Auf diese Weise können sie einen konkreten Beitrag zur Schaffung einer Kreislaufwirtschaft für Verpackungen leisten. Die Eröffnung dieses neuen Sortierzentrums ist der Beweis für unser hocheffektives Ökosystem. Die neuen Technologien, die hier integriert werden, erlauben uns auch einen Blick auf den Verpackungsmix von morgen. Das ist eine großartige Leistung, auf die wir sehr stolz sind."

Quelle: www.indaver.com

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