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A.R.T. mit hohen Investitionen

Für die kommenden Jahre setzt der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) auf Investitionen im Bereich der Nachsortierung von Abfällen, um die Recyclingquote zu steigern und durch etwaige Einsparungen den Gebührenbedarf so gering wie möglich zu halten.

Außerdem stehen hohe Investitionen im Deponiebau an und es sollen drei neue Wertstoffhöfe im Verbandsgebiet entstehen. Für den Kundenservice startet im kommenden Jahr eine Digitalisierungsoffensive.

Auch künftig will der A.R.T. durch höhere Recyclingquoten und stärkere Trennung den Gebührenaufwand für die Bürger so niedrig wie möglich halten. Bereits in der nun beschlossenen Haushaltssatzung sind Einsparungen durch die neue Sortieranlage in Mertesdorf sowie die positiven Effekte des Identsystems für Restabfall einkalkuliert. Denn durch die bessere Sortierung der Abfälle können Entsorgungskosten eingespart werden. Obwohl die Gebühren vor allem im Bereich der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg über fast 14 Jahre stabil gehalten werden konnten, hat man sich dort zu einer Erhöhung des Gebührenaufkommens in mehreren Stufen entschieden. Demzufolge weist der Wirtschaftsplan auch für das Jahr 2021 noch einen Verlust in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus.

Um weitere Gebührenanpassungen zu vermeiden, will der A.R.T. im Bauschutt- und Erdenrecycling aktiv werden. Hierzu soll bereits bei der Anlieferung im Entsorgungszentrum sortenreiner, recyclingfähiger von nicht recyclingfähigem Bauschutt (Verbundbaustoffe) getrennt werden. Aus Beton, Ziegeln, Steinen, Glas, Ton und Keramik kann Recyclingschotter entstehen, der im Wege- und Deponiebau zum Einsatz kommt. So kann auf den kostenintensiven Einkauf dieser Materialien für etwaige Bauvorhaben verzichtet werden. Zusätzlich werden Deponien nicht mit Materialien befüllt, die anderweitig sehr gut als Baumaterial eingesetzt werden können.

Auch unbelasteter Erdaushub wird künftig einer neuen Verwendung zugeführt. Durch Absieben und Vermischen mit dem RAL zertifizierten Mertesdorfer Kompost entsteht daraus eine hochwertige Pflanzenerde, die an den Standorten des A.R.T. erworben werden kann. „Wir freuen uns, den Kundinnen und Kunden künftig neben unserem hochwertigen Kompost auch Pflanzenerde anbieten zu können. So kommen die Rohstoffe aus der Region in den Gärten der Region wieder zum Einsatz“ erklärt Sebastian Lorig, Bereichsleiter Technik beim A.R.T.. Bereits im Sommer 2021 soll die erste Pflanzenerde zur Verfügung stehen.

Hohe Summen für Altdeponien

Für die nächsten fünf Jahre plant der A.R.T. mit einem Investitionsvolumen von über 100 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen betrifft dabei den Deponiebau.

„A.R.T. betreut mehr als 20 Deponien, die teilweise bereits seit Jahrzehnten nicht mehr befüllt werden. Dennoch verursachen diese Altdeponien einen hohen finanziellen Aufwand. "Unsere Aufgabe ist es, diese zu überwachen, Auswirkungen auf die Umwelt auszuschließen und fachgerecht zu sanieren.“ „Darüber hinaus nutzen wir auf den aktiven Deponien modernste Technik, damit neue Deponieabschnitte auch langfristig möglichst wartungsarm betrieben werden können", erklärt Lorig.

Auf den Deponien in Mertesdorf und Sehlem werden in den kommenden Jahren Teilbereiche mit einer Oberflächenabdichtung versehen werden. Die Sanierung der Deponie Plütscheid wird in 2021 abgeschlossen werden können.

Dadurch wird Wassereintrag in den Deponiekörper verhindert und diese dauerhaft versiegelt. Weiterhin läuft bereits seit Jahresbeginn die Umlagerung der Deponie Saarburg, welche am jetzigen Standort nicht verbleiben kann, da eine Beeinträchtigung von Boden und Grundwasser aufgrund von geologisch bedingten Zuflüssen im Deponiekörper nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Die Umlagerung nach Mertesdorf soll 2022 abgeschlossen sein.

Neben diesen Großprojekten benötigt der A.R.T. in den kommenden Jahren ein neues Werkstatt- und Verwaltungsgebäude. Die derzeit gemieteten Gebäude der Stadt Trier in der Nähe des Südbahnhofs stehen mittelfristig nicht mehr zur Verfügung. Hier plant die Stadt Trier als Eigentümer eine Wohnbebauung. Bereits vor 2 Jahren hat daher die Verbandsversammlung beschlossen, auf dem Gelände des Entsorgungs- und Verwertungszentrums in Mertesdorf ein neues Betriebsgelände zu errichten. Neben Verwaltungsräumen entstehen dort auch Sozialräume, Parkplätze für die Abfallsammelfahrzeuge und für Mitarbeiter sowie eine Werkstatt und Lagerräume.

Entsprechend seinem Wertstoffhofkonzept plant der A.R.T. die Errichtung weiterer Wertstoffhöfe. "„Wir möchten den Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit bieten, auf kurzem Wege alle haushaltsüblichen Abfälle vom Elektroaltgerät über Kartonagen bis hin zu Altglas, Gartengrün und Problemabfällen unkompliziert und größtenteils kostenlos zu entsorgen.", so Lorig abschließend.

Hintergrund
Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und zuständig für die Abfallentsorgung in der Stadt Trier, den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Eifelkreis Bitburg-Prüm und Vulkaneifel. Beim Zweckverband A.R.T. sind rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Sie betreuen rund 520.000 Einwohnerinnen und Einwohner in dem knapp 5.000 Quadratkilometer großen, sehr unterschiedlich strukturierten Entsorgungsgebiet.