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Eine Umfrage von SUEZ Deutschland zeigt Gründe auf, warum Hausmüll nicht korrekt getrennt wird. Credits: Civey/SUEZ Deutschland

Vorurteile Hauptgrund für Trennmüdigkeit

Über eine Befragung des Meinungsforschungsunternehmens Civey mit 10.000 Befragten im Auftrag von SUEZ Deutschland wurden Vorurteile als Hauptgrund für die Trennmüdigkeit von Verbrauchern detektiert.

00 Pressefoto Rothwangl SUEZ De Duelfer 1SUEZ Deutschland CEO Carsten Dülfer: „Für eine bessere Mülltrennung ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.“ Credits: Rothwangl/SUEZ DeutschlandDie Deutschen gelten innerhalb Europas als Weltmeister der Mülltrennung. Um die Umwelt zu schonen und das Klima zu entlasten, ist eine saubere Trennung von Abfällen zwingend notwendig. Schließlich können nur sortenreine Wertstoffe recycelt werden. Als Recyclingrohstoffe können sie anschließend vielfältig verwertet werden. Mülltrennung dient somit dem Ressourcenschutz, da Primärressourcen ersetzt werden. Doch ein knappes Drittel der Deutschen gibt laut einer neuen Umfrage an, seinen Müll nicht korrekt zu trennen. Die Gründe? Vor allem Vorurteile sind entscheidend dafür, dass Müll nicht korrekt getrennt wird.

Abfälle, die in privaten Haushalten entstehen, werden in Deutschland in verschiedenen Fraktionen erfasst und entsorgt. Zu dem umgangssprachlich sogenannten Hausmüll zählen etwa Verpackungsabfälle, die im Gelben Sack oder der Gelben Tonne erfasst werden, Papier, Bio- oder Restmüll. Der Umweltdienstleister SUEZ Deutschland ist eines der Unternehmen, das diese Abfälle nach der Vorsortierung durch die Bürgerinnen und Bürger einsammelt, sortiert und anschließend stofflich oder energetisch verwertet, kurz: recycelt oder verbrennt. Sogenannte Fehlwürfe, also Abfälle, die nicht ordentlich getrennt werden, sind keine Seltenheit und stellen ein großes Problem dar. „In unseren Sortieranlagen für Leichtverpackungen landen z.B. knapp ein Drittel Fehlwürfe, die im Gelben Sack nichts verloren haben. Für die Umwelt und das Recycling sind eine separate und sortenreine Erfassung aller Wertstoffe zwingend notwendig“, erklärt der CEO, Carsten Dülfer. „Um Aufklärungsarbeit zu leisten, müssen wir zunächst verstehen, warum nicht ordentlich getrennt wird“, so Dülfer.

Deshalb gab das Unternehmen eine repräsentative Umfrage in Auftrag. In der Befragung des Meinungsforschungsunternehmens Civey mit 10.000 Befragten gaben nur 67,2 % an, ihren Hausmüll immer korrekt zu trennen. Je nach Geschlecht waren es immerhin 70,5 % der Frauen, die eine korrekte Abfalltrennung angaben. Bei den Männern waren es lediglich 64,0 %.

Die Top 3 Gründe, seinen Müll nicht zu trennen, sind Vorurteile

Über alle Befragten wurden drei Gründe für eine falsche Mülltrennung am häufigsten genannt: Erstens die Vermutung, dass der Müll sowieso zusammen verbrannt wird (14 %), zweitens aus Bequemlichkeit (9 %) und drittens aufgrund der Annahme, dass der Müll ins Ausland gehe und nicht recycelt werde (8,3 %).

„Dieses Ergebnis ist alarmierend. Viele zweifeln am Nutzen der Müllsortierung. Offensichtlich sind Wissenslücken mitunter dafür verantwortlich, dass nicht korrekt getrennt wird und Wertstoffe dem Kreislauf dadurch für immer verloren gehen“, so Dülfer. Er erklärt, warum die Vorurteile so nicht stimmen.

Welcher Müll wird energetisch verwertet?

Was verbrannt wird und zur Erzeugung von nachhaltiger Energie genutzt wird, sind in der Tat Restmüll und Sortierreste aus der Leichtverpackungs-, Papier- und Biomüllsammlung. Im Fachjargon spricht man hier auch von der energetischen Verwertung. Papier- und Biomüll werden vollständig in Papierfabriken und Kompostwerken aufbereitet, weshalb sich das Trennen definitiv lohne. Gleiches gilt für Verpackungsmüll: Das neue Verpackungsgesetz, das 2019 in Kraft trat, sieht strenge Quoten für das Recycling von Verpackungen vor. Ab 2022 müssen z.B. 63 % aller Kunststoffverpackungen einer werkstofflichen Verwertung oder dem Recycling zugeführt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen jedoch sowohl die Verbraucher ihren Müll trennen, als auch die Verpackungshersteller ihre Verpackungen recyclingfähig gestalten.
Bequemlichkeit sei zwar eine ehrliche Antwort, aber wenig nützlich für den Umweltschutz „Wer zu faul ist, seinen Müll zu trennen, sollte sich die Frage stellen, wie wertvoll ihm unsere natürlichen Ressourcen sind“, so Dülfer.

Strenge Regularien für Exporte

Hier kann der Geschäftsführer beruhigen. Denn in Europa gelten diesbezüglich strenge Regularien und Recyclingquoten. Der Löwenanteil der im Haushalt anfallenden Abfälle, wie z.B. Verpackungsabfälle, wird schon aus logistischen Gründen hierzulande verwertet. Meldepflichten sorgen für Transparenz von der Sammlung bis zum Recycling. Auch wird nur ein verschwindend geringer Anteil des Biomülls in Kompostwerken im benachbarten Ausland verarbeitet. Zuletzt gelten auch für Papier strenge Recyclingquoten von aktuell 85 % und ab 2020 90 %. Grundsätzlich wird Papier noch am ehesten exportiert, da es als Recyclingwertstoff international gehandelt wird.
Verbot der Mülldeponierung seit 2005 in Kraft

„Am überraschendsten war allerdings, dass sieben Prozent der Befragten denken, der Müll lande sowieso auf einer Deponie. Bereits seit 2005 ist es gesetzlich ausgeschlossen, Abfälle aus Privathaushalten zu deponieren“, so der CEO.

Während die einen glauben, es würde deponiert, trennen weitere fünf Prozent nicht, da sie glauben, die Sortiertechnik löse das Problem. „Auch das stimmt so nicht. Selbst innovative Sortiertechnik ist auf das vorhergesehene Inputmaterial angewiesen, auf das eine Sortieranlage hin konzipiert wurde – etwa auf Leichtverpackungen.“
Lediglich zwei Prozent der Befragten gaben an, sie wüssten nicht, wie man Müll korrekt trenne. Auch Kosten scheinen laut Umfrage nicht der entscheidende Faktor zu sein: Nur ein Prozent der Befragten begründen die fehlende Ambition, korrekt zu trennen mit den damit verbundenen Ausgaben.

Umso älter, desto eher wird angegeben, dass korrekt getrennt wird

Je nach demografischen oder anderen sozialen Merkmalen der Befragten zeigten sich enorme Unterschiede bezüglich des angegebenen Trennverhaltens. Faktoren wie das Alter, der Familienstand oder auch der Wohnort wirkten sich massiv auf das Antwortverhalten aus.

Am deutlichsten ändert sich das Mülltrennungsverhalten laut Umfrage mit dem Alter. Mit zunehmendem Alter nimmt auch die korrekte Mülltrennung sichtbar zu. Während nur 42,6 % der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 29 angeben, ihren Müll immer korrekt zu trennen, sind es bei den über 65-Jährigen 77,3 %. Dadurch ergibt sich eine Differenz von knapp 35 %-Punkten.

Dieses Ergebnis spiegelt sich auch im Beschäftigungsverhältnis wider: Umso mehr Zeit, desto besser die Mülltrennung? Zumindest geben 77,6 % der Rentner an, ihren Müll immer korrekt zu trennen – ein deutlich höherer Anteil als bei jedem anderen Berufsstatus. Auf Platz Zwei liegen die Selbstständigen mit 65,3 %.

Je nach Alter unterschiedliche Ursachen für Trennmüdigkeit: Jüngere eher bequem

Beachtenswert erscheint auch das Ergebnis, dass bei den jungen und älteren Bundesbürgern unterschiedliche Gründe dafür verantwortlich sind, dass sie nicht korrekt trennen. Knapp ein Viertel der 18-29-Jährigen (24,1 %) trennt laut Umfrage aus Bequemlichkeit nicht korrekt. Umso älter, desto weniger spielt dies eine Rolle. Bei den über 65-Jährigen sind es nur noch 3,9 %, die die Bequemlichkeit als Grund angeben; bei ihnen ist der Hauptgrund mit 9,2 %, dass „der Müll sowie verbrannt“ würde.

Kampagne „Mülltrennung wirkt“ klärt auf

„Die Ergebnisse zeigen uns, dass noch viel Aufklärungsarbeit für eine bessere Mülltrennung vor uns liegt“, fasst der CEO die Ergebnisse zusammen. In diesem Zusammenhang verweist er auf die die bundesweite Informationsoffensive der dualen Systeme „Mülltrennung wirkt“, die am 10. März ihren Auftakt feierte.

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von SUEZ Deutschland GmbH 10000 Personen zwischen dem 08. und dem 11. November 2019 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren. Der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liegt bei 2,5 Prozent.
 
Quelle und weitere Informationen: SUEZ Deutschland